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Gen Süden soll der Alte Wirt in Weyarn erweitert werden. Im Anbau sollen auch Arztpraxen unterkommen. 

Alter Wirt 

Eigentümer plant Arztpraxen im Hotelanbau

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Der Alte Wirt soll einen Hotelanbau bekommen. Jetzt möchten die Eigentümer dort zusätzlich drei Arztpraxen unterbringen. Der Gemeinderat hat Bedenken wegen der Verkehrssituation.  

Weyarn – Weyarn wächst, die Neubaugebiete an Grafwiese und Klosteranger zogen und ziehen viele neue Anwohner an. Diese müssen auch zum Arzt oder Apotheker gehen, weshalb Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) hier gerne nachjustieren würde. „Fachärzte wären gut für unsere Infrastruktur“, sagt er. Ein Zahnarzt zum Beispiel. Die Pläne, eine Apotheke in den Gewerbeflächen an der Grafwiese anzusiedeln (wir berichteten), zerschlugen sich. Wöhr meint, er hätte damals sogar Interessenten in Sachen Arztpraxis vermittelt. „Aber man kam nicht zusammen.“

Jetzt blinkt ein Hoffnungsschimmer auf. Denn die Eigentümerfamilie Graf – die auch besagte Wiese im Süden der Traditionsgaststätte bebaute – möchte nun im geplanten Anbau des Hotels im Alten Wirt auch einen medizinischen Bereich einrichten. Und zwar drei Module für Arztpraxen. Mit der entsprechenden zweiten Änderung des Bebauungsplans Nummer 24 „Ignaz-Günther-Straße II“ für den Teilbereich Sondergebiet Hotel hat sich nun der Gemeinderat beschäftigt. Es wäre nötig, den Plan um ein Sondergebiet Gesundheit zu erweitern, erklärte Wöhr. „Wir müssen heute entscheiden, ob man das will.“

Der Bebauungsplan für die Hotelerweiterung samt Tiefgarage ist laut Wöhr genehmigt, ein Bauantrag liegt noch nicht vor. Angedacht ist bekanntlich ein Anbau südlich des Bestandes in Ost-West-Richtung, mit einer Breite von gut 17,50 Metern und einer Länge von 56 Metern. Der Erweiterungsbau würde an die bestehenden Gebäude über einen Verbindungsbau andocken. Im Anbau sollen ein Untergeschoss für Wellnessbereich und Konferenzräume, ein Erdgeschoss für drei Arztpraxen, ein erster Stock für weitere Hotelzimmer und ein Speicher für Personalzimmer unterkommen.

Kurz davor hatte der Bauherr im Bauausschuss sein Konzept mit den Praxen vorgestellt. Grundsätzlich fanden die Mitglieder die Idee gut, doch sie hatten Bedenken, die nun auch im Gemeinderat aufschlugen. Zum einen ging es um die Parksituation. Insgesamt entstehen laut Wöhr 90 Stellplätze. 29 würden oberirdisch unterkommen, der Rest in der Tiefgarage verschwinden. Obwohl diese Zahl den Vorschriften genügt, gab es Diskussionsbedarf. Zumal die Praxen mehr Autos anlocken würden, so die Befürchtung.

Betty Mehrer (SPD) ging einen Schritt weiter: „Wir sollten zusätzlich die gesamte Verkehrssituation überdenken.“ Die Tiefgargenzufahrt erfolgt über die Ignaz-Günther-Straße. Schon jetzt komme man zu Stoßzeiten kaum von dort auf die Staatsstraße 2073 raus. Ernst Weidl (UWG) nickte: „Da müssen wir aufpassen, dass kein Chaos entsteht.“

Zudem wollte Mehrer wissen, was ein Sondergebiet Gesundheit beinhalte. Ob sich dann zum Beispiel auch eine Praxis für Krankengymnastik dort ansiedeln dürfe. Kornelia Schlickenrieder (WIGW) konnte sich eine Massage- oder Rehapraxis gut vorstellen. Weidl forderte, dass die entstehenden Einrichtungen nicht exklusiv werden, sondern allen Bürgern dienen. Laut Wöhr müsste man die konkrete Nutzung über den Bebauungsplan oder vertraglich festlegen. „Ich habe Zweifel an dem Konzept“, bemerkte Helga Waldherr (FWG). Sie erinnerte daran, dass die Familie Graf in die Gewerbeflächen des Neubaugebiets nebenan auch schon Ärzte locken wollte. Allerdings erfolglos. Klaus Pelikan (CSU) äußerte ähnliche Bedenken, obwohl er „Arztpraxen begrüßen“ würde. Wöhr ist zuversichtlich, dass sich weitere Anwärter finden.

Franz Demmelmeier (SPD) riet, den Weg Richtung Bebauungsplanänderung grundsätzlich zu gehen – das Parkplatz- und Verkehrskonzept aber noch mal zu besprechen. Der Gemeinderat stimmte dem zu.

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