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Idyllischer Schulweg: So ungestört wie diese Spaziergänger kommen Kinder aus Stürzlham nicht immer zur Grundschule nach Weyarn (im Hintergrund). Ihnen kommen immer wieder Autos auf der schmalen Straße entgegen.

Zwischen Stürzlham und Mehrzweckhalle 

Ein Vater hatte sich beschwert: Schulweg bleibt frei für Autos

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Auf dem Sträßchen parallel zur Staatsstraße 2073 kommen sich immer wieder Autos und Schulkinder in die Quere. Einen Antrag, den Verkehr zu beschränken, lehnte der Gemeinderat aber ab.

Weyarn – Kinder aus Stürzlham haben mehrere Möglichkeiten, in die Grundschule nach Weyarn zu kommen. Entweder Mama oder Papa fahren sie morgens mit dem Auto hin und holen sie mittags wieder ab. Oder sie gehen die gut 900 Meter zu Fuß oder fahren mit dem Radl. Anspruch auf einen Schulbus haben sie nicht, wie Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung erklärte. Dafür wohnen sie zu nahe an der Schule.

Wenn die Kinder zur Grundschule spazieren, machen sie das freilich nicht entlang der viel befahrenen Staatsstraße. Von Stürzlham aus gelangen sie über die Neukirchner Straße durch eine Unterführung auf die Gemeindeverbindungsstraße, die parallel zur Staatsstraße verläuft. Allerdings kommen sich auch hier Kinder und Autofahrer in die Quere. Ein Umstand, den ein Vater aus Stürzlham jüngst bemängelte.

Wie Wöhr im Gemeinderat erläuterte, habe sich der Stürzlhamer beschwert, dass die Kinder im Winter wegen der schmalen Fahrbahn immer wieder durch Schnee stapfen müssten, um einem vorbeifahrenden Auto Platz zu machen. Um die Situation zu entschärfen und für mehr Sicherheit auf dem Schulweg zu sorgen, beantrage der Vater, den Verkehr zu beschränken.

Ein Antrag als Déjà-vu: Bereits 2008 hat sich der Gemeinderat mit einer identischen Anfrage beschäftigt. Damals seien die Stürzlhamer befragt worden, sagte Wöhr. Mit dem Ergebnis: keine Verkehrsberuhigung gewünscht. Also lehnte der Gemeinderat den Antrag mehrheitlich ab.

Nach wie vor, verdeutlichte Wöhr, sei die Straße aus verkehrsrechtlicher Sicht in Ordnung. Die Strecke ist „übersichtlich und nicht gefährlich“. Noch sicherer werde sie jedoch, wenn dort gar keine Autos mehr fahren, gab Betty Mehrer (SPD) zu bedenken. Außerdem gebe es „keinen Grund, da überhaupt lang zu fahren“. Sie schloss sich ganz dem Antrag des Stürzlhamers an. „Ich bin sehr dafür, dass die Strecke abgestuft wird“, sagte Mehrer. Ihr Vorschlag: ein Fußgänger- und Radweg, den auch der landwirtschaftliche Verkehr nutzen kann.

Für Georg Huber (CSU) würde sich mit dieser Regelung nicht viel ändern. „Auch wenn landwirtschaftliche Fahrzeuge kommen, müssen die Kinder auf die Seite gehen.“ Er plädierte dafür, „den Weg zu lassen, wie er ist“. Ebenso wie Martin Fertl (UWG). Er gab zu bedenken, dass die Besucher bei Veranstaltungen in der Mehrzweckhalle die Straße vollparken würden – Verkehrsbeschränkung hin oder her.

Albert Zinsbacher junior kann dem Verkehr sogar etwas Positives abgewinnen. Zwar konnte der CSU-Fraktionsvorsitzende krankheitsbedingt selbst nicht an der Sitzung teilnehmen. Telefonisch hatte er Wöhr vorab seine Bedenken übermittelt. Demnach würden ein paar Autos auf der abgelegenen Strecke gar nicht schaden, bevor die Kinder dort ganz alleine unterwegs wären. Schließlich wisse man nie, wer sich dort rumtreibe. Und auch Angelika Viellechner (FWG) sagte: „Bei der Unterführung ist man ganz froh, wenn da mal jemand kommt. Die ist echt gruslig.“

Angesichts der Uneinigkeit im Gremium schlug Kathi Zinsbacher (SPD) vor, doch wieder die Stürzlhamer zu befragen. Die seien immerhin betroffen. Wirklich anfreunden konnten sich die Gemeinderäte damit aber nicht. Sie lehnten den Antrag des Vaters zur Verkehrsberuhigung letztlich ab (5:10 Stimmen).

Aus dem Auge verlieren will das Gremium das Thema dennoch nicht. Im Radwegekonzept des Landkreises ist zwischen Weyarn und Miesbach ein Radweg vorgesehen, der entlang der betroffenen Straße verlaufen soll, erläuterte Wöhr: „Noch haben wir ihn aber nicht.“ Sobald die Pläne konkreter werden, will sich der Gemeinderat erneut mit einer Verkehrsbeschränkung auf dem Schulweg befassen.

fp

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