1. Startseite
  2. Lokales
  3. Holzkirchen
  4. Weyarn

„Entenbaron“ in Weyarn sucht Zukunft: Gut Niederaltenburg soll neu genutzt werden

Erstellt:

Von: Christine Merk

Kommentare

Brachliegendes Gelände: Von der Straße von Sonderdilching nach Westerham aus sind links vom Haupthaus die leerstehenden Stallungen des Guts zu sehen.
Brachliegendes Gelände: Von der Straße von Sonderdilching nach Westerham aus sind links vom Haupthaus die leerstehenden Stallungen des Guts zu sehen. © cmh

Das Gut Niederaltenburg war jahrzehntelang bekannt für seine Enten und Gänse. Seit Langem aber liegt das Gelände brach. Die Eigentümer planen eine neue Nutzung.

Weyarn – Bis vor rund zehn Jahren tummelten sich Tausende Enten und Gänse auf dem Gelände des Gutshofs Niederaltenburg an der Mangfall, an der Grenze der Gemeinde Weyarn zur Nachbargemeinde Feldkirchen-Westerham. Der Familienbetrieb von Luttitz war unter dem Namen „Entenbaron“ bekannt für seine Tiere und die aus deren Federn produzierten Bettwaren. Nachdem dieser Betriebszweig eingestellt wurde, boten Constantin Freiherr von Luttitz und seine Schwester Baronesse Stephanie von Luttitz Seminare für gute Umgangsformen, gesunden Schlaf und Yoga an. Bis die Corona-Epidemie dieses Geschäft lahmlegte. Nun könnte auf dem Gelände etwas Neues entstehen. Das beabsichtigt zumindest Constantin Freiherr von Luttitz.

„Wir stehen noch ganz am Anfang“, betont er. Details zu seinen Plänen möchte er deshalb noch nicht nennen. Ihm liegt viel an einer guten Zusammenarbeit mit der Gemeinde Weyarn. Dort stand das Thema als Beratung zum Bebauungskonzept Niederaltenburg in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats auf der Tagesordnung und dabei verriet Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) ein bisschen mehr über die Absichten von Luttitz. Dieser habe angeboten, gut über die Hälfte des Bestandes an Gebäuden zurückzubauen und die Flächen zu renaturieren.

Eigentümer denkt an Ferienwohnungen und Hotelnutzung

Auf Luftbildaufnahmen sind riesige Hallen zu sehen, laut Wöhr bis zu 150 Meter lang, in denen früher die Tiere gehalten wurden. Diese Stallungen sind im Rahmen einer Privilegierung genehmigt worden, können also nicht einfach anders genutzt werden. Eine solche „gewerbliche Umnutzung mit dem Schwerpunkt Tourismus“ wünscht sich von Luttitz aber – mit dem verbleibenden Rest. Die ehemaligen Stallungen sollen also in großem Umfang beseitigt, die frei werdenden Flächen renaturiert, einige Ersatzbauten erstellt und erhaltenswerte Bausubstanz saniert werden. Ferienwohnungen und Hotelnutzung stehen derzeit im Fokus der Überlegungen des Eigentümers.

Für den Gemeinderat stand noch nicht zur Debatte, in welchem Umfang ein solches Konzept grünes Licht erhält. Zur Frage stand diesmal lediglich, ob die Gemeinde überhaupt nach Vorstellung eines Grobkonzeptes für Niederaltenburg planungswillig wäre und einem solchen Projekt wohlwollend gegenüberstehen würde. Das Landratsamt Miesbach hat das Instrument einer Außenbereichssatzung empfohlen. Mit einer solchen könnte eine maximale Bebauung geregelt werden, gleichzeitig würde das Planungssicherheit sowohl für die Gemeinde als auch für den Bauherren erzeugen. Die Gemeinderäte können sich eine solche Satzung zur Außenbereichsplanung in Kombination mit einem verbindlichen städtebaulichen Vertrag vorstellen. Alle Kosten müsse der Antragsteller übernehmen.

Nächster Schritt: Ausarbeitung des Konzepts

Den nächsten Schritt kann von Luttitz nun also machen und sein Konzept detaillierter ausarbeiten und vorlegen. Nutzungseinheiten, Grünflächen, Stellplätze, Wasser- und Energieversorgung, Abwasser, Heizmöglichkeit, Erschließung, Anlieferungszonen, Sicherung vor Sturzfluten – unter anderem zu diesen Punkten müssen nun konkrete Aussagen kommen. Das gesamte Projekt könne nur in enger Zusammenarbeit mit dem Landratsamt entwickelt werden, erklärt Wöhr. Vor allem die Untere Naturschutzbehörde müsse eng eingebunden und mit dem Planungs-Konzept einverstanden sein. Die Gemeinde wird zur Vorbereitung der Satzung deshalb weitergehende Gespräche mit dieser sowie dem Bauherren veranlassen, damit im eigentlichen Verfahren dann alle fachlichen Anforderungen der Träger öffentlicher Belange auch erfüllt werden können.

Es gebe für alle Beteiligten nach dem ersten positiven Signal noch sehr viel zu tun, sagt Wöhr. Weil das Gelände Niederaltenburg als Außenbereich zählt, bleibe auch nach Erlass einer gemeindlichen Außenbereichssatzung mit der baurechtlichen Nutzungsänderung für alle Baugenehmigungen das Landratsamt zuständig.

Holzkirchen-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Holzkirchen-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Holzkirchen – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare