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Gankino Circus beschließen Weyarner Kleinkunsttage

Fetter Sound zum Finale

Weyarn - Fränkisch, schräg, mitreißend: Die Formation Gankino Circus hat den finalen Schlusspunkt hinter die diesjährigen Weyarner Kleinkunsttage gesetzt. 

Wie kann man hier nur still auf dem Stuhl sitzen bleiben? Markus Schmied blickt kopfschüttelnd auf die anderen Gäste in der Weyhalla. Er ist beim Musikkabarett von Gankino Circus im Rahmen der Weyarner Kleinkunsttage „total hibbelig und hin und weg“. Was ihn so schwärmen lässt? Fetter Sound, durchwirkt von Gancino. „Das ist total intensiv“. 

Der Name des Ensembles kommt vom bulgarischen Volkstanz Gancino. Sie hätten sich in die krummen Rhythmen vom Balkan verliebt, erzählt Saxophonist und Klarinettist Simon Schorndanner. Also kreuzten sie den 11/8- Takt mit fränkischer Volksmusik. Das Ergebnis: „Einfach krass“, findet Schmied. Manchmal blinzelt ein bisschen LaBrassBanda hervor. Letztlich sind die vier eigen. Ein wenig verschroben. Clownesk. Ralf Wieland sieht aus wie Urban Priol. „Wie wer?“, fragt Schorndanner. Den kenne er gar nicht. Dabei ist die Ähnlichkeit mit dem Kabarettisten aus Franken frappierend, bis hin zum Dialekt. 

„Als Oberbayer versteht man die Liedtexte kaum“, findet Zuhörer Schmied. Wobei es darum ja auch nicht gehe, sondern um die Musik. Und um Wielands Anekdoten aus seiner fränkischen Heimat Dietenhofen. „Mein Gott“, ruft jemand lachend. Spätestens jetzt ist klar: Die vier Musiker sind reichlich schräg. Nicht nur ihre Geschichten spiegeln das wider. 

Was macht Max Eder da? Leute stehen auf, um einen besseren Blick auf die Bühne zu bekommen. Und prusten vor sich hin. Er tastet mit Drumstick und Fingern sein Schlagwerk ab. Ganz behutsam, kaum hörbar. Dann klopft er. Irgendwann schälen sich luftige Rhythmen heraus, Tupfer vom Saxophon kommen dazu. Es steigert sich zum ohrenbetäubenden, ekstatischen Rhythmus. Den klatschen die Zuhörer kräftig mit. Akkordeon und Klarinette stimmen mit ein, und plötzlich fallen die vier wieder in einen mitreißenden Gancino. Ein Glanzpunkt: Johannes Sens strippt. Während seines Schlagzeug-Solos zieht er sich bis auf die Boxershort aus und zieht ein Trikot des verfeindeten Fußballclubs wieder an, „als Geste der Versöhnung“. Parallel bringt er die Zuhörer mit energischen „Hey, hey, hey“-Rufen zum Mitklatschen. 

Als letzten offiziellen Programmpunkt schmettern Gankino Circus ein „I wünscht, i wär im Himmel drobn, i scheißert auf die Welt“. Als sie zur ersten Zugabe zurück auf die Bühne kommen – Sens noch im Fußballtrikot – wünscht sich ein Zuhörer lautstark eine „dritte Halbzeit“. Immerhin drei Zugaben gibt es. Ein Stück zum Kuscheln sei die letzte Zugabe, sagen sie. „Gigerl, wennst ned krähst, dräh i das Gragerl um“, singen sie sanft im Schummerlicht. „Schön“, haucht eine Zuhörerin in die Zäsur zwischen Lied und Applaus. 

Organisatorin Angie Hacklinger freut sich über einen „wahnsinnig runden“ Abschluss der Weyarner Kleinkunsttage. 80 Gäste erlebten die Gankinos, damit waren alle vier Veranstaltungen der diesjährigen Auflage „super besucht“. 

Johanna Wieshammer 

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