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Das Feuerwehrhaus in Sonderdilching ist über 40 Jahre alt und reicht schon lange nicht mehr aus. 

Wieder eine Absage

Das Feuerwehrhaus Sonderdilching ist weiter in der Warteschleife

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Wieder eine Absage: Der Neubau des Feuerwehrhauses in Sonderdilching war mal wieder Thema im Weyarner Gemeinderat. Es sollte nur um die Ausschreibungen gehen – jetzt ist das Projekt wieder verschoben. 

Sonderdilching – Die Holzflügeltür ist zu klein für das Löschfahrzeug, Umkleiden und Sanitäranlagen gibt es keine – beim Gerätehaus der Feuerwehr Sonderdilching am nördlichen Ortsrand liegt einiges im Argen. „Das sind hygienische Zustände, die man sonst nirgends findet“, sagte Kreisbrandrat Anton Riblinger im Weyarner Gemeinderat. Ein Neubau soll deshalb her. Der bekam von den Ratsmitgliedern – wie schon 2015 – eine Absage.

Das Haus wurde 1971 erbaut, seit einigen Jahren wünscht sich die Feuerwehr einen Neubau. Die Vorgeschichte: Vor zwei Jahren landete ein Antrag im Gemeinderat – samt Kostenprognose, die sich die Ratsmitglieder gewünscht hatten. 270 000 Euro hätte ein Neubau kosten sollen, abzüglich Eigenleistung, Spenden und Zuschuss von 55 000 Euro hätte die Gemeinde noch 135 000 Euro zahlen müssen. Weil aber noch Klärungsbedarf bezüglich der Spenden bestanden hatte, wurde die Entscheidung wie berichtet vertagt.

Grundstücksverhandlungen wurden geführt, Baupläne besprochen, der Winter kam und nun sollte die Ausschreibung freigegeben werden. Gegenüber dem Antrag von damals hat sich allerdings ein gravierender Punkt verändert: das Ausschreibungsrecht. Werden Bauarbeiten mit Zuschuss ausgeschrieben, kann die Eigenleistung nicht mehr untergebracht werden. Deshalb jetzt das erneute Dilemma. Die aktuellen Kosten für das neue Feuerwehrhaus, die ein Architekt in der Ausschreibung nun zusammengestellt hat, belaufen sich auf 334 000 Euro – ohne, dass die Feuerwehr garantieren kann, in Eigenleistung zu gehen. Denn in der Ausschreibung darf die nicht erwähnt werden – verlangt das Recht.

Der Betrag sorgte im Gemeinderat für Aufruhr. Franz Demmelmeier (SPD) stellte die Frage in den Raum, ob das für so eine kleine Feuerwehr nicht zu viel Geld sei. Sonderdilching hat etwa 40 Wehrler, die rund 15 Einsätze im Jahr haben. „Das ist eine kleine Feuerwehr“, stimmte Riblinger zu. „Aber die machen ihre Arbeit gut.“ Daran zweifelte niemand, trotzdem teilten einige Ratsmitglieder Demmelmeiers Bedenken.

Für Rupert Meier, den Sonderdilchinger Kommandanten, ist das ein herber Rückschlag. „Eigentlich ist soweit alles fertig, wir haben uns viel Arbeit gemacht“, sagte er im Gemeinderat zu der aktuellen Ausschreibung. Er versicherte auch, soweit es möglich sei, Kosten durch Eigenleistung zu sparen. „Nur festlegen können wir uns halt nicht.“ Vor zwei Jahren hat Meier den Kommandantenposten übernommen und damit auch die Neubau-Pläne.

Zu den teuren Baukosten sagte Bürgermeister Leonhard Wöhr noch: „Im Bauwesen hat es eine Preissteigerung von 20 bis 25 Prozent gegeben, da dürfen wir uns nichts vormachen.“ Preiserhöhung und Rechtslage hin oder her – die Baukosten sind dem Gemeinderat zu hoch. Man will nun in einem eigenen Ausschuss eine Lösung finden. Wöhr will mit der Ausschreibungsstelle im Detail klären, was gemacht werden darf und was nicht. Die Feuerwehr kann nur hoffen, dass es nicht wieder zwei Jahre dauert, bis es weiter geht.

nip

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