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Der geheimnisvolle Garten: Waltraud Lechner (l.) und ihre Tochter Lisi Maier in ihrem grünen Paradies in Esterndorf. Das Grundstück gliedert sich in viele verwunschene Inseln, das meiste ist zu dieser Jahreszeit leider schon verblüht.

Serie: Zu Gast im grünen Paradies

Garten Eden mit Marien-Grotte

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Esterndorf - Waltraud Lechner arbeitet täglich mehrere Stunden in ihrem Garten in Esterndorf, Dort gibt es eine Marien-Grotte, Brunnen mit Putten, lauschige Lauben und vieles mehr. 

Marien-Grotte: Die Figur hat Lechner von ihrem Großvater geerbt, der ebenfalls eine Marien-Grotte besaß.

Selbst die Jungfrau Maria hat in diesem Paradies ein Zuhause. Waltraud Lechner, hellblonde Haare, weiße kurze Hose, eilt ein paar Stufen hoch, schlüpft durch hineinragende Sträucher. Da ist es: „Unsere Marien-Grotte“, sagt sie. Und tatsächlich faltet eine Lourdes-Madonna in einer steinernen Höhle die Hände zum Gebet. „Die Figur ist 105 Jahre alt und gehörte meinem Großvater.“ Auch er besaß eine Grotte in Thalham. Die Kerzen zündet Lechner bei sich immer am 13. eines Monats an. Weil Maria am 13. Juli 1917 drei Hirtenkindern in der portugiesischen Stadt Fátima erschienen sein soll. Solche Schätze finden sich in Lechners Garten in Esterndorf. Und das ist noch längst nicht alles.

Der Garten

Lechners Garten umfasst circa 2000 Quadratmeter und erstreckt sich über zwei Stockwerke. Dahinter schweigt der Wald. „Der geheimnisvolle Garten“, haben ihre Kinder früher immer gesagt. Überall lauern verwunschene Genussinseln, schattige Lauben mit Tischen und Stühlen, Brunnen, in denen Putten das Wasser in den Trog schütten und wo die Lechners früher Milchkübel kühlten. Die Brunnen haben Trinkwasserqualität. „Esterndorf hat eine eigene Wasserreserve“, erklärt Lechner. In Lechners Garten gibt es ein Häuschen mit gemütlicher Stube plus Herrgottswinkel, einen Pizzaofen – und über dem Swimmingpool weht die amerikanische Flagge. „Die haben wir von texanischen Verwandten.“ Bei so vielen Highlights vergisst man leicht das Wichtigste: Die schönen Geranien, Azaleen, Rhododendren, die Schneeheide und den Flieder etwa. Lechners Lieblinge aber sind die Rosen. „Weil sie einfach schön sind.“ Sie hat sie alle. Bodenrosen, Baumrosen, über einem Toreingang wuchert eine Bobby James. Die Rosen sind überall und, das macht sie ein wenig traurig, zu dieser Jahreszeit wie das meiste leider verblüht. „Die beste Zeit ist im Mai und Juni.“ Aber die Königin der Blumen macht auch Zicken, „sie macht viel Arbeit.“ Außerdem fiel heuer zu viel Regen. „Die Blätter waren krank.“ Es ist kein gutes Gartenjahr.

Die Gärtnerin

Monstertomaten: In den Hochbeeten wachsen außerdem Gurken, Salat, Dill, Peperoni und vieles mehr.

Lechner schuftet jeden Tag mindestens von 7 bis 12 Uhr in ihrem Garten. Die Saison geht von Februar bis November. Das Mähen übernimmt ein kleiner Roboter, der über den Raden flitzt. „Früher hat mein Schwiegervater den Grund mit der Sense gemäht.“ Damals war der Garten landwirtschaftlicher Grund. Vor 25 Jahren, als die Lechners die Landwirtschaft aufgaben, begannen sie, den Garten aufzubauen. Lechner blättert in einem Fotoalbum, das den Entstehungsprozess bis heute dokumentiert. Auf einem Bild richtet ihr inzwischen verstorbener Mann Kaspar gerade die Hochbeete ein. Hier wachsen heute üppige „Monstertomaten“, wie Lechner sie nennt, Gurken, Peperoni, Dill, Salat und noch viel mehr. Ihre Ideen für den Garten – sie kommen einfach. Manchmal holt sie sich Anregungen aus Zeitschriften. „Aber das ist oft schwer nachzumachen.“

Der besondere Tipp

Trotz der vielen Zeit, die Lechner in ihrem grünen Paradies verbringt, sagt sie: „Eigentlich ist es ein pflegeleichter Garten.“ Ihr Tipp: Viele Sträucher, wenig Stauden, weil Erstere pflegeleichter seien. „Praktisch muss es sein“, meint sie. Und dann gehört da natürlich noch viel Liebe mit dazu.

Zu dieser Serie

Sommerzeit ist Gartenzeit. Wer ein grünes Paradies sein Eigen nennt, braucht oft gar nicht in den Urlaub fahren. In unserer kleinen Serie schauen wir begeisterten Hobby-Gärtnern im Landkreis über die Schulter

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