Nina Frare, Garten, Enten, Weyarn
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Ein kaum sichtbarer Zaun reicht, damit Helge (l.) und Berta nicht weglaufen. Im Garten von Nina Frare, Mitglied im Arbeitskreis „Gemeinsam garteln“, waren die beiden schon im Einsatz gegen die Schneckenplage.

Trotz Schneckenplage

Gemeinderat will keinen Zaun: Laufenten vom Weyarner Klosteranger ausgesperrt

Berta und Helge sind das perfekte Mittel gegen Schnecken. Doch im Gemeinschaftsgarten am Weyarner Klosteranger dürfen sich die beiden Laufenten nicht satt essen. Wegen eines Zauns.

Weyarn – Sie heißen Berta und Helge, sind ihrer Art zwei Indische Laufenten, und im Garten ihrer Besitzerin Anschi Hacklinger haben sie schon viele Schnecken vertilgt. Im Gemeinschaftsgarten am Weyarner Klosteranger sollten die beiden Federtiere auch zum „Schnecken-Einsatz“ kommen, doch daraus wird nichts. Der Gemeinderat hat das Ansinnen des Arbeitskreises „Gemeinsam garteln“ abgelehnt, mit einer sehr knappen Entscheidung von 9:8 Stimmen.

Dabei waren es nicht die Enten an sich, an welchen sich die Mehrheit der Gemeinderäte störte, sondern der Zaun, der notwendig gewesen wäre, damit Berta und Helge ihr vorübergehendes Refugium nicht verlassen. Vorübergehend deshalb, weil die beiden nicht auf Dauer am Klosteranger wohnen sollten, sondern nur für zwei Mal zwei Wochen in diesem Sommer.

Während ihres Aufenthalts am Klosteranger hätten sie fleißig Schnecken fressen sollen, denn die machen zurzeit den Hobbygärtnern, die dort in gemeinsamen Beeten Salat und Gemüse anbauen, arg zu schaffen. Mit einem Zaun aber konnte sich die Mehrheit der Räte inklusive Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) nicht anfreunden. Martin Fertl (UWG) zweifelte zudem an der Kompetenz der Laufenten. „Ich hatte auch mal welche“, erklärte er. „Die fressen alles andere, aber keine Schnecken.“ Betty Mehrer (SPD) sah in dem Zaun ein Zeichen nach außen, dass hier keiner rein dürfe. Florian Holzmann-Stadler (CSU) befürchtete, dass die Tiere den Zaun überwinden könnten, da wäre der „Ärger mit den Anwohnern vorprogrammiert“.

Schließlich ergriff Grünen-Gemeinderätin Hacklinger das Wort: „Ich bin befangen“, gab sie zu, „denn es sind meine Enten.“ Zu deren Verteidigung wolle sie aber anmerken: „Ich kann garantieren, dass sie Schnecken fressen, und sie kommen sogar über einen niedrigen Zaun nicht drüber – der wäre vielleicht weniger abschreckend.“ Und mit Blick auf den umweltfreundlichen Einsatz der Enten meinte sie: „Schneckenkorn ist ja auch keine gute Alternative.“

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Pro Enten war auch Hacklingers Fraktionskollege Philipp Eikerling. Er wollte den beiden Schneckenfressern wenigstens eine Chance geben. „Wenn der Arbeitskreis das will, warum nicht?“, fragte er in die Runde. „Man kann es doch einfach mal ausprobieren und dann sehen, was passiert.“ Diesen Vorschlag unterstützte auch Albert Huber (UWG), doch die Idee einer „Laufenten-Probephase“ fand dennoch nicht genügend Befürworter im Gemeinderat. Die Klosteranger-Gartler werden also die Schnecken anderweitig vertreiben müssen, und Berta und Helge müssen ihr Futter in anderen Gärten suchen.

Von Christine Merk

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