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Ein ausgebrannter Traktor war eines der landwirtschaftlichen Fahrzeuge, die den Schaden in die Höhe trieben.

180 Retter im Einsatz

Großbrand in Sonderdilching: Was wir wissen

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Teile des Schnitzenbaumer Hofs in Sonderdilching sind vollständig niedergebrannt. Über 180 Rettungskräfte kämpften stundenlang gegen die Flammen. Eine Chronologie der Ereignisse und der Ermittlungsstand.

Weyarn – Ein Feuerwehrmann schiebt die Atemschutzmaske aus dem verschwitzten Gesicht, hinter ihm steigt dichter Qualm aus dem Schnitzenbaumer Hof- Es ist so viel, dass man die Rauchsäule noch zwei Ortschaften weiter sieht. Über 180 Einsatzkräfte versuchten, den Brand in dem Bauernhof zu kontrollieren, ein Ausbreiten auf die benachbarten Häuser zu verhindern.

Das Feuer überraschte Sonderdilching in der Früh. Der erste Alarm ging um 7.43 Uhr ein. Aus dem Schnitzenbaumer Hof stieg Rauch auf, wurde schnell stärker. 150 Feuerwehrler rückten sofort aus; aus Weyarn, Miesbach und Holzkirchen, aber auch Feldkirchen-Westerham, Hohendilching und Otterfing setzte sich ein Strom an Rettungskräften nach Sonderdilching in Bewegung.

Großbrand Sonderdilching: Alle Ereignisse in unserem News-Ticker zum Nachlesen

Als die Löschkräfte am Schnitzenbaumer Hof eintrafen, brannte der Stall bereits lichterloh. Das Feuer hatte eingelagertes Heu und Stroh entzündet und schnell an Stärke gewonnen. Die Feuerwehr tat ihr Bestes, um das Gebäude zu retten, setzte zwei Kräne und Löschschaum ein. „Dennoch war früh klar, dass da nichts mehr zu machen ist“, berichtet Kreisbrandrat Anton Riblinger. Der Stall brannte vollständig aus, gegen Mittag brach das Balkengerüst zusammen. Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach fiel den Flammen genauso zum Opfer wie die landwirtschaftlichen Maschinen im Inneren. Auch ein in der Nähe geparktes Auto wurde durch die hohe Hitzeentwicklung zerstört.

Großbrand auf Hof in Sonderdilching: Bilder des laufenden Einsatzes

Die Einsatzkräfte wollten jetzt ein Übergreifen der Flammen verhindern. Das verlangte vollen Einsatz, denn der Stall grenzte unmittelbar an ein Wohnhaus. Ein weiteres Haus stand in direkter Nähe.

Dennoch gelang es der Feuerwehr, die Flammen auf den Stall zu begrenzen. Das direkt angrenzende Haus wurde nur leicht beschädigt, das nahe gelegene Gebäude blieb unversehrt. „Damit haben wir unser Löschziel erreicht“, erzählt Riblinger zufrieden. „Verletzt wurde niemand, selbst die Tiere konnten wir alle retten.“ Lediglich ein älterer Bewohner des Hofes wurde wegen des Schocks vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Gegen 10 Uhr hatten die Einsatzkräfte der 14 Freiwilligen Feuerwehren den Brand vollständig unter Kontrolle. Noch den ganzen Freitag waren die Rettungskräfte damit beschäftigt, die Reste des zerstörten Gebäudes zu beseitigen und ein Wiederausbrechen des Brandes zu verhindern. Unterstützt wurden sie von 32 Mann des BRK und sechs Polizisten. „Ein Einsatz dieser Größe ist eine besondere Herausforderung und keineswegs alltäglich“, sagt Riblinger.

Über die Unfallursache ist noch nichts bekannt. Brandfahnder der Kriminalpolizei Miesbach haben die Ermittlungen aufgenomen. Auch ein Sachverständiger des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) ist in die Untersuchungen eingebunden. Bis es Ergebnisse gibt, wird es wohl noch ein wenig dauern. Auch zur genauen Schadenshöhe ist noch nichts bekannt. Sie dürfte laut Polizei im hohen sechsstelligen Bereich liegen.

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