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„Gott will es“: Der Kreuzritter-Spruch verunziert den Klettertrum auf dem Spielplatz an der Ignatz-Günther-Straße.

5000 Euro Schaden

Hakenkreuz und Ku-Klux-Klan: Sprayer verschandeln Weyarn

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Überall in Weyarn haben unbekannte Vandalen Schmierereien mit kruden „Botschaften“ hinterlassen. Die Polizei ermittelt, hat aber noch keine Anhaltspunkte.     

Weyarn – Wahrscheinlich hätte sich Leonhard Wöhr leichter getan, wenn er vergangenen Woche einfach eine Standleitung zwischen seinem Büro und der Polizeidienststelle Holzkirchen installiert hätte. Fast täglich, so berichtete der Bürgermeister von Weyarn im Gemeinderat, seien Meldungen über Sachbeschädigungen im Rathaus eingetrudelt. Wöhr wiederum hat jeden einzelnen Vorfall bei der Polizei angezeigt.

Um Allerheiligen seien unbekannte Vandalen wohl einmal quer durch den Ort gezogen, stellte Wöhr fest. Die unerfreuliche Bilanz: Eine eingeschlagene Scheibe im Kinderland sowie Graffiti an der Grundschule, am Skaterpark, am Spielplatz an der Ignatz-Günther-Straße und auf dem Summstein in der Weyarner Ortsmitte.

Besonders die Grundschule und der nagelneue Kletterturm auf dem Spielplatz sind schwer verschandelt. Den Eingangsbereich der Schule zieren die drei Buchstaben „KKK“, die Abkürzung für den „Ku-Klux-Klan“, einer rassistischen und gewalttätigen Gruppierung aus den USA.

Auch auf dem Kletterturm finden sich Signets mit rechtsradikalem Hintergrund. Etwa ein Hakenkreuz, das nachträglich zwar zu einem Rechteck umgestaltet wurde, aber immer noch zu erkennen ist. Auf der Rückseite des Holzturms steht der Spruch „Deus Vult“, lateinisch für „Gott will es“. Mit diesem Kampfruf machten sich im Mittelalter die Teilnehmer der Kreuzzüge auf den Weg nach Jerusalem; auf ihrer Reise und am Ziel, so sie es denn bis ins Heilige Land schafften, hinterließen die „Pilgerhaufen“ meist Tod und Verwüstung.

Der Schaden beläuft sich laut Bürgermeister Wöhr auf mindestens 5000 Euro. Nicht eingerechnet die Zeit, die der Bauhof nun damit verbringt, die Schmierereien zu entfernen.

Schon vor einigen Monaten hatte die Gemeinde Ärger mit Vandalen: Damals wurde die elektrische Anzeige neben dem Rathauseingang eingeschlagen. Über die Täter ist nichts bekannt. Der Bürgermeister tippt auf „eine Gruppe“. Die Polizei hat allerdings noch keine Anhaltspunkte, auch was Motiv und politische Gesinnung betrifft.

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