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Der Ausbau des Rathaus-Dachbodens, auf dem Bürgermeister Leonhard Wöhr hier steht, schlägt mit 130 000 Euro zu Buche.

„Dieses Jahr leben wir auf großem Fuß“

Weyarns Haushalt 2018: Auf die Pflicht folgt wenig Kür

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Der Gemeinderat Weyarn hat das Finanzpaket für 2018, randvoll mit teuren Investitionen, genehmigt. Ein Blick auf die Zahlen verrät: Die Gemeinde zehrt von ihren Rücklagen.

Weyarn – Heuer schmilzen die Rücklagen. Um den Haushalt für 2018 stemmen zu können, entnimmt die Gemeinde Weyarn knapp 485 000 Euro vom kommunalen Sparbuch. Anders gesagt: Sie gibt mehr aus, als sie einnimmt (siehe untern). Das Geld fließt vornehmlich in Pflichtaufgaben. Überfällige Straßensanierungen, die notwendige Erweiterung des Rathauses, die großflächige Breitbandversorgung, ein Kita-Umzug. Viel Platz für die Kür bleibt da nicht.

Bis das Finanzpaket, das Kämmerin Christel Altenweger nun im Gemeinderat vorgestellt hat, geschnürt war, brütete der Finanzausschuss in diversen Sitzungen darüber. Und musste die ein oder andere unpopuläre Entscheidung treffen. „Die Wünsche der örtlichen Vereine und Organisationen auf Zuschüsse können wir nicht in voller Gänze und Schönheit erfüllen“, sagte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). „Das ist nicht immer gut angekommen.“

Jedoch müsse die Gemeinde Prioritäten setzen. Manche (Groß-)Projekte ließen sich nicht aufschieben, „sodass wir andere Vorhaben aufteilen oder aufschieben müssen“, sagte Wöhr. Die gute Nachricht für alle Verein: Obwohl sie den Rotstift hat ansetzen müssen, überweist die Gemeinde noch immer gut 244 000 Euro an Förderungen.

Auf gemeindlicher Seite ist derweil ein Puffer vorgesehen. Für einen Grundstückskauf ist eine halbe Million Euro in den Haushalt eingestellt. „Können wir machen, müssen wir aber nicht“, sagte Wöhr zu der Investition.

Dass die Gemeinde heuer überhaupt derart risikofrei über ihre Verhältnisse leben kann, verdankt sie der finanziellen Vorarbeit vergangener Jahre. „Wir haben positiv gewirtschaftet“, verdeutlichte Rathauschef Wöhr. Eine Aussage, die von Zahlen gestützt ist. Die Kämmerei kalkulierte in den Vorjahren vorsichtig, prognostizierte stets ein negatives Jahresergebnis (2016: minus 667 112 Euro), durfte sich letztlich aber über ein sattes Plus freuen (2016: 357 542 Euro). Und so wuchsen die Rücklagen bis Jahresbeginn laut Kämmerin Altenweger auf 6,1 Millionen Euro an, wovon man nun profitiert.

Angeklungen war es bereits in den vergangenen Sitzungen. „Der Haushalt für 2018“, kündigte Wöhr an, „das wird ein Rekord-Haushalt. Einer, der an die Substanz geht. Aber auch einer, der die Ausnahme bleiben soll. „Dieses Jahr leben wir auf großem Fuß – und das durchaus bewusst“, sagte Ernst Weidl, Fraktionsvorsitzender der UWG. Kopfnicken am Tisch. „Leisten können wir uns solch einen Haushalt nicht jedes Jahr.“

Und auch Kämmerin Christel Altenweger richtete einen Appell an den Gemeinderat. „Wir müssen mit den Investitionen, gerade bei den Straßensanierungen, auf ein normales Maß kommen“, sagte sie. Ihr Wunsch: „Einfach ein bisserl weniger.“

Der Haushalt auf einen Blick

-Die wichtigsten Einnahmen: Einkommenssteuer 2,58 Mio. Euro; Gewerbesteuer 1,2 Mio. Euro; Grundsteuer A und B 407 000 Euro; Erträge aus Zuweisungen und Zuschüssen 1,65 Mio. Euro; Auflösung von Sonderposten (Fördermitteln) 366 151 Euro; privat-rechtliche Leistungsentgelte (Mieten/Pachten) 304 200 Euro. 

-Die wichtigsten Ausgaben und Investitionen: Kreisumlage 1,87 Mio. Euro; Breitband 735 051 Euro; Erwerb für sozialen Wohnungsbau 670 000 Euro; Straßenunterhalt 530 200 Euro; Umbau für Eltern-Spiel-Kreis 517 000 Euro; Umzug Bauhof 310 000 Euro; Neubau Feuerwehrhaus Sonderdilching 324 500 Euro; Gewerbesteuerumlage 290 000 Euro; Straßenbau 265 000 Euro; Förderungen (Vereine/Organisationen) 243 900 Euro; Wasser-/Heizungsanlage Mehrzweckhalle 135 000 Euro, Rathaus-Ausbau 130 000 Euro. 

-Kredite, Schulden, Rücklagen: Eine Kreditaufnahme ist heuer nicht vorgesehen. Die Schulden sinken auf 1,86 Mio. Euro, die Rücklagen auf 5,6 Mio Euro.

fp

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