Weyarn von oben: Die Gemeinde steht finanziell aktuell gut da, bleibt angesichts Corona aber vorsichtig.
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Weyarn von oben: Die Gemeinde steht finanziell aktuell gut da, bleibt angesichts Corona aber vorsichtig.

Haushalt der Gemeinde

Weyarn: Grünes Licht für Investitionen

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
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Grünes Licht für Investitionen: So lässt sich der Haushalt der Gemeinde Weyarn zusammenfassen. Der Schuldenstand sinkt, die Werte der Kommune wachsen. Die Folgen der Corona-Pandemie wagt aber niemand abzuschätzen.

Weyarn – Geschäftsführerin Christel Altenweger hatte für 2020 vorsichtig geplant und war von 1,2 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen ausgegangen, weniger als die Hälfte des Vorjahres. Immerhin bekam die Gemeinde doch 1,5 Millionen Euro. „Das hat uns gutgetan“, sagte sie nun bei der Haushaltsberatung im Gemeinderat. Für heuer behält sie die Vorsicht aber bei und hat wiederum nur 1,2 Millionen Gewerbesteuereinnahmen angesetzt. Altenweger rechnet mit Rückzahlungen.

Die Corona-Pandemie wirft auch auf die kommunalen Haushalte ihre Schatten. Weyarn fühlt sich noch auf der „glücklichen“ Seite. Weil über die Jahre sorgsam gewirtschaftet worden sei, habe man nun trotz Corona Investitionsmöglichkeiten, sagte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Das sei gut so, denn: „Kommunen sind aufgerufen, antizyklisch zu wirtschaften.“ Der weitere Weg sei aber noch ungewiss. „Man weiß nicht, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird.“

Geschäftsführerin Altenweger hatte für die Gemeinderäte eine übersichtliche Präsentation über den Haushalt vorbereitet, die sie mit einer guten Nachricht eröffnete: „Das Jahr 2020 wird in der Ergebnisrechnung positiv abschließen, trotz 800 000 Euro Abschreibungen.“ Die hohen Einnahmen bei der Gewerbesteuer hätten dies ermöglicht.

Als einzige Gemeinde im Landkreis führt Weyarn wie ein Wirtschaftsunternehmen einen doppischen Haushalt, der Wertverluste aufgezeigt, aber auch Werterhöhungen. So hat die Kommune voriges Jahr einige Investitionen abgeschlossen, darunter den Bau einer Lagerhalle am Bauhof. Einige begonnene Projekte werden ins laufende Jahr mitgenommen. Die Weyarner Feuerwehr etwa bekommt ein neues Fahrzeug. „Es soll im Mai abgeholt werden“, wusste Altenweger. Die größten Investitionen für 2021 sind für Straßenbau, Geh- und Radwege, Erwerbe für sozialen Wohnungsbau und die Fortführung der Breitbandversorgung vorgesehen.

Sehr hoch fällt heuer die Kreisumlage aus: 2,8 Millionen Euro muss Weyarn zahlen. Das sei dem Rekordergebnis bei der Gewerbesteuer im Jahr 2019 geschuldet, erklärte Altenweger. 1,5 Millionen Euro hat sie für kinderbezogene Förderung angesetzt. Auch dieser Posten fällt heuer höher aus als sonst. 2020 wurde Eltern das Recht zuerkannt, ihre Kinder von der Schuleinschreibung zurückstellen zu lassen. Vermutlich wegen Corona hätten das viele getan, sagte Altenweger. Dadurch steigen die Buchungszeiten an den Kitas und für die Gemeinde die Kosten.

Um eine bittere Pille für die Gemeinderäte kam Altenweger am Ende nicht herum. „Wir müssen langfristig darüber nachdenken, die Gewerbesteuer zu erhöhen“, sagte sie. Obwohl die Kassenprüfung am Landratsamt dies seit Jahren anmahnt, hielt Weyarn bisher an einem Hebesatz von 360 Prozent fest. Altenweger befürchtet aber, dass auch der Anteil an der Einkommensteuer sinken wird – wegen Kurzarbeit und dem Wegfall von Jobs für Geringverdiener. Dennoch wollte sie nicht schwarzmalen. Das gute Ergebnis von 2020 „gibt uns etwas Luft“.

Der Haushalt der Gemeinde Weyarn für das Jahr 2021

Weyarn kommt im kommenden Jahr ohne Neuverschuldung aus. Vom Schuldenstand (810 000 Euro) sind nur noch fünf Prozent fremdfinanziert. Sondertilgungen sind eingeplant. Die jeweils größten Posten im Haushalt 2021:

Einnahmen (7,3 Millionen Euro): Einkommenssteuerbeteiligung 2,89 Mio. Euro; Gewerbesteuer 1,2 Mio.; Zuweisungen und Zuschüsse 1,6 Mio.; Grundsteuer 428 000 Euro; Umsatzsteuerbeteiligung 200 000 Euro.

Ausgaben (8,8 Millionen Euro): Kreisumlage 2,84 Mio.; kindbezogene Förderung 1,5 Mio.; Personalaufwendungen 1,2 Mio.; Sach- und Dienstleistungen 1,6 Mio.; bauliche Unterhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen 600 000 Euro.

Investitionen (4,8 Millionen Euro): Straßenbau, Geh- und Radwege 1,46 Mio.; Erwerbe für sozialen Wohnungsbau 850 000 Euro; Fortführung Breitbandversorgung 540 000 Euro.

cmh

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