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Gähnende Leere herrscht derzeit noch im Dachgeschoss des Rathauses. Damit die Verwaltung um Bürgermeister Wöhr künftig mehr Platz hat, soll der Speicher ausgebaut werden – jedoch ohne das historische Gebälk zu verkleiden.

Rathaus-Ausbau

Historie und Zukunft unter einem Dach

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Die Grenze des Zumutbaren ist erreicht. Die Gemeinde Weyarn braucht  mehr Platz für Angestellte, Gemeindearchiv und Server. Ein ungewöhnliches Bauvorhaben soll Abhilfe schaffen.

Weyarn – Derzeit geht es im im Weyarner Rathaus recht kuschelig zu. Zu Spitzenzeiten drängen sich zwölf Verwaltungsangestellte in den Büros. Die Arbeitsplatz-Kapazität ist ausgereizt, Kopierräume fungieren als Büros, und die Kopierer stehen in den Gängen. Akten und Dokumente werden ob des Platzmangels bereits andernorts verstaut, zählt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) auf: „Hier ist alles mit Arbeitsplätzen vollgepropft. Das ist wirklich an der Grenze der Zumutbarkeit.“

Eben dieses Platzproblem will die Gemeinde nun aus der Welt schaffen. Dafür soll das Dachgeschoß des Rathauses ausgebaut werden. Mit dem Umbau des Speichers würde man gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Zum einen sollen zwei Büroräume geschaffen werden, in denen mehrere Angestellte arbeiten können. „Das schafft hier unten ein bisschen Entspannung“, sagt Wöhr. Außerdem wäre oben unterm Dach Platz für einen Serverraum. Den gibt es noch nicht. Der Gemeinde-Server steht im Treppenhaus, weswegen die gemeindliche EDV der Zeit deutlich hinterherhinkt. „Die EDV-Anlage entspricht nicht mehr den zeitlichen Anforderungen“, erklärt Wöhr, „aber für neue Server haben wir keinen Platz.“

Auch die Zeit der langen Wege soll endlich ein Ende haben. Angesichts des Platzmangels im Rathaus sind das Gemeindearchiv und unzählige andere Akten in angemieteten Räumen im Ortsteils Wattersdorf untergebracht. Braucht ein Verwaltungsmitarbeiter ein bestimmtes Dokumente, muss er erst einmal ins ausgelagerte Archiv fahren. „Das ist natürlich nicht ideal“, sagt Wöhr. Nach dem Umbau zieht die gesammelte Gemeindehistorie zu den modernen Servern ins Dachgeschoss.

Was sich nach umfangreichen Baumaßnahmen anhört, fällt laut Wöhr in der Realität deutlich kleiner aus. Das Hauptaugenmerk beim Umbau liege darauf, das „Schmuckstück“ des Rathauses zu erhalten: den historischen Dachstuhl des Klostergebäudes. „Der Ausbau wird den Dachstuhl nicht verkleiden“, erklärt Wöhr. So sollen nur ein paar „Boxen“ aufgestellt werden, in denen die Büros, Server sowie Akten und Dokumente untergebracht werden. In Sachen Isolierung fallen sowieso keine größeren Maßnahmen an. Bereits vor einigen Jahren, sagt Wöhr, ist das Dachgeschoss energetisch saniert worden. Dabei seien auch große Teile des in die Jahre gekommenen Gebälks ausgetauscht worden, weil es derart stark von Schimmel und Schädlingen befallen war. Rund 350 000 Euro verschluckten die Sanierungsarbeiten laut Wöhr damals.

Wie teuer der anstehende Ausbau des Dachgeschosses wird, kann der Rathaus-Chef noch nicht sagen. Er rechnet mit einem „mittleren sechsstelligen Betrag“. Über das endgültige Ausbau-Budget entscheidet der Finanzausschuss. Und genau hier sieht Bürgermeister Wöhr den entscheidenden Punkt: Er weiß um die Einspar-Freude seiner Gemeinderatsmitglieder und rechnet daher schon jetzt mit einigen Abstrichen, was Ausbau und Ausstattung angeht. „So wie ich unseren Finanzausschuss kenne, wird er noch den Rotstift ansetzen, sodass die Verwaltung wohl nicht alles bekommt, was sie gerne hätte.“

Damit die Gremiumsmitglieder eben diesen Rotstift so wenig wie möglich brauchen, will sich Wöhr vorab noch einmal mit den Architekten zusammen setzen, um abzuklopfen, „wo es noch Sparpotenzial gibt“. Einen konkreten Zeitrahmen gibt es deswegen noch nicht. Bis es soweit ist, heißt es im Weyarner Rathaus also weiterhin: zusammenrücken.

fp

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