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Bis hierhin und nicht weiter: der beliebte Wiesenweg hinunter zur Mangfall ist abgesperrt. 

Wanderweg im Mangfalltal mit Schafzaun versperrt

Wegen unverschämten Wanderern: Landwirt blockiert Weg

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Ein Schafzaun blockiert den beliebten Wanderweg von Kleinhöhenkirchen hinunter ins Mangfalltal. Der Grundbesitzer reagiert damit auf unschöne Erfahrungen mit Wanderern und Hundebesitzern. 

Weyarn – Der Weg zwischen Kleinhöhenrain (Gemeinde Weyarn) und Hohendilching (Gemeinde Valley) hat eine lange Tradition. Kirchgänger nutzten ihn, einst sogar Schulkinder. Die Trasse führt über eine Wiesenspur, vorbei an einer kleinen Kapelle, in den Wald hinein, wo es in Serpentinen teilweise steil hinunter zur Mangfall geht. Wanderer nutzen den Pfad gerne, etwa für eine Runde durch den Teufelsgraben ums Mangfallknie.

Der Weg mag alt sein, öffentlich gewidmet ist er allerdings nicht. „Der Besitzer hat die Nutzung bisher geduldet“, sagt Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr, den die plötzliche Sperrung vor wenigen Tagen auch überraschte. Der Grundbesitzer, der unmittelbarer Anwohner am Leonhardsweg ist, kam jetzt ins Rathaus, um sein Vorgehen zu erklären. „Er sagt, dass der Verkehr auf dem Weg stark zugenommen habe“, berichtet Wöhr. Der Bürgermeister führt das auch auf das neue „Mangfalltal-Café“ zurück, das seit einiger Zeit verstärkt Besucher in den Ort lockt. Unmittelbar neben dem Café beginnt der Weg.

Gesperrter Weg und die Alternativroute: Der grüne Abschnitt ist öffentlich gewidmet, der rote allerdings nicht. 

Dem Grundbesitzer sei der Andrang gerade an Wochenenden zu viel geworden, sagt Wöhr. Der Kleinhöhenkirchner habe sich über manche Radler, Reiter und Wanderer mit Hunden geärgert, die ihn schwach anredeten oder gar beleidigten. In der kleinen Kapelle am Wegesrand, die ebenfalls dem Grundbesitzer gehört, finde sich regelmäßig Unrat von Wanderern. „Deswegen duldet er die Nutzung des Wegs künftig nicht mehr“, sagt Wöhr.

Die Blockade durch den Schafzaun, der ein Durchschlüpfen kaum ermöglicht, schafft Fakten. Die landwirtschaftliche Nutzung, die der Zaun dokumentiert, hebelt in diesem Fall das freie Betretungsrecht der Natur aus. „Der Zaun wird den ganzen Sommer bleiben“, sagt Wöhr. „Ich habe nicht den Eindruck, dass noch Verhandlungsbereitschaft besteht.“ Die Gemeinde habe der Grundbesitzer gebeten, ein Sackgassenschild aufzustellen, um zu verhindern, dass Autofahrer den Leonhardweg hinunterfahren und dort umständlich wenden müssen. Und in Sachen Weg wünschte sich der Zaunbauer, dass sich das Rathaus eine alternative Wegführung überlegt.

Tatsächlich zweigt kurz nach dem Ort ein öffentlich gewidmeter Gemeindeweg ab, der weiter oberhalb in Richtung Süden führt und an einer anderen Stelle in den Hangwald abknickt. „Die dann folgende Waldpassage des Wegs ist aber wieder in Privatbesitz“, sagt Wöhr; es gebe im Wald sogar mehrere Besitzer. Unklar ist, ob dieser bisher selten begangene Waldpfad ertüchtigt werden muss. Die steile Waldpassage des jetzt gesperrten Wegs hatte die Gemeinde Weyarn übrigens im Vorjahr auf eigene Kosten sanieren lassen. „Ein dringender Wunsch der Bevölkerung“, sagt Wöhr.

Der Bürgermeister kündigte eine Ortsbesichtigung in Kleinhöhenrain an. „Wir schauen uns das in aller Ruhe an. Die Sache soll nicht eskalieren.“

avh

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