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Eintrag ins Goldene Buch: Bürgermeister Roberto Lodi dokumentiert im Weyarner Rathaus den Neustart der Gemeindepartnerschaft, beobachtet von (v.l.) Alois Killy, William Rivaroli und Rathauschef Leonhard Wöhr.

Aus Terre del Reno

Italienische Delegation zu Gast in Weyarn: La Dolce Vita trifft auf Lebkuchen

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Nach einer Gebietsreform besucht eine italienische Delegation aus der neuen, alten Partnergemeinde erstmals Weyarn. Auf dem Programm standen bayerische Gemütlichkeit und der Christkindlmarkt.

Weyarn – Eine Gemeindepartnerschaft gestaltet sich durchaus schwierig, wenn es eine der beiden Gemeinden gar nicht mehr gibt. So geschehen in Italien, genauer in Mirabello, der Partnergemeinde von Weyarn. Die Ortschaft in der malerischen Provinz Emilia Romagna wurde Anfang des Jahres im Zuge einer Gebietsreform mit der Nachbarkommune San’Agostino zur neuen Großgemeinde Terre del Reno fusioniert.

Für die Weyarner war das jedoch kein Grund, die deutsch-italienische Freundschaft ad acta zu legen (wir berichteten). Und so besuchte am Wochenende der neu ins Amt gewählte Bürgermeister Roberto Lodi mit einer italienischen Delegation erstmals die Kloster-Gemeinde. Ein erstes Kennenlernern ganz nach dem Motto: Bairisches Lebensgefühl trifft auf La Dolce Vita.

„Für uns alle ist es ja eine Art Neuanfang“, sagte Alois Killy, der Sprecher des Weyarner Arbeitskreises Gemeindepartnerschaft, im Vorfeld. Aus der 19-köpfigen Delegation kenne er nur Giancarlo Pincelli, den ehemaligen Bürgermeister von Mirabello, mit dem er den Besuch auf die Beine gestellt hatte. „Wir fangen von vorne an und lernen uns jetzt kennen“, sagte Killy.

Für den Besuch hatte der Arbeitskreis ein straffes Programm organisiert. Am Freitagabend empfing Bürgermeister Leonhard Wöhr die Gäste im Weyarner Rathaus, dabei trug sich sein italienischer Amtskollege ins Goldene Buch der Gemeinde ein. Anschließend ging es zum gemeinsamen Abendessen ins Gasthaus Kreuzmair. Tags darauf zeigte Wöhr seinen Gästen auf einer Rundfahrt den Ort. Dafür wurde extra ein Bus gechartert. Und freilich ging es auch auf den Christkindlmarkt, der am Samstag die Besucher in den Klosterhof lockte. Neben Lebkuchen, Plätzchen und Glühwein entdeckten die Gäste aus dem Süden dort auch Delikatessen aus ihrer Heimat. Seit Jahren werden an einem Standl auch Spezialitäten aus der Emilia Romagna wie Wein, Grappa, Käse und Maroni angeboten. Zum krönenden musikalischen Abschluss besuchte das deutsch-italienische Ensemble das Adventsingen in der Klosterkirche. Einen Teil der Andacht hielt Pater Stefan Havlik gar auf Italienisch.

„Das war bestimmt das Highlight des Besuchs“, sagte Killy. Der Sprecher des Arbeitskreises hat sich angesichts der anstehenden Gebietsreform gemeinsam mit dem italienischen Freundeskreis um Giancarlo Pincelli für die Fortsetzung der Ortsfreundschaft stark gemacht und auch die Gemeindeoberhäupter überzeugt. Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) und die Gemeinderäte gaben ihren Segen. Und auch Wöhrs italienischer Amtskollege Lodi und seine „Giunta“, das Italo-Äquivalent zum Gemeinderat, willigten ein.

Bestand hat die Partnerschaft schon seit 2006. Den Grundstein dafür legte ein Champions League-Spiel des FC Bayern gegen Juventus Turin zwei Jahre zuvor. Giancarlo Pincelli, damals noch Bürgermeister von Mirabello, und sein Stellvertreter William Rivaroli wollten sich die Partie in München anschauen, standen auf der A 8 allerdings im Stau und schafften es nicht mehr rechtzeitig ins Stadion. Also fuhren sie kurzerhand in Weyarn raus, wo Pincellis Geschäftspartner Robert Bruckmeier lebte. Gemeinsam schauten sie das Spiel. Der Anstoß für eine transalpine Gemeindepartnerschaft, die bis heute Bestand hat – wenn auch mittlerweile unter neuen Rahmenbedingungen.

fp

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