1. Startseite
  2. Lokales
  3. Holzkirchen
  4. Weyarn

Kleine Entlastung für Sturzflut-Opfer - Notdamm in Stürzlham bleibt vorerst

Erstellt:

Von: Andreas Höger

Kommentare

Notdamm Stürzlham Unwetter 26. Juli 2021
Ein schnell aufgeworfener Notdamm verhinderte, dass noch mehr Wasser die Stürzlhamer Unterlieger flutete. © Albert Zinsbacher/Kilian Westner

Das Wasser ist weg. Doch wohin mit dem Müll, den die Sturzfluten vom 26. Juli zurückließen? Die VIVO bietet Geschädigten an, zwei Kubik Sperrmüll kostenlos zu entsorgen. Während die Aufräumarbeiten weitergehen, wird der Notdamm in Stürzlham vorerst nicht beseitigt, denn es drohen neue Unwetter.

Valley/Warngau/Weyarn – Es ging alles sehr schnell. Innerhalb weniger Minuten hatte der Hagelschlag am Montagabend (26. Juli) besonders in den Weyarner Ortsteilen Gotzing, Stürzlham und Seeham Dächer beschädigt, Vorgärten zerhäckselt und Bäume entlaubt. Der nachfolgende Starkregen setzte über 70 Keller unter Wasser, speziell in Stürzlham (Gemeinde Weyarn) und Oberdarching (Gemeinde Valley) schwammen sogar die Möbel im Erdgeschoss der Häuser.

Um die Betroffenen beim Entsorgen des Flutmülls wenigstens finanziell zu entlasten, können sie zwei Gratis-Kubikmeter bei der VIVO, dem Abfallunternehmen des Landkreises, im Warngauer Gewerbegebiet Birkerfeld anliefern. „Wir brauchen dafür nur eine kurze Bestätigung der Gemeinden“, sagt VIVO-Vorstand Thomas Frey.

Zwei Extra-Kubikmeter Flutmüll sind kostenlos

Die Bürgermeister Leonhard Wöhr (Weyarn), Klaus Thurnhuber (Warngau) und Bernhard Schäfer (Valley) kündigten an, diese Bescheinigungen in den Rathäusern unbürokratisch auszustellen. „Wir wissen ja, wo die Probleme waren und wen es getroffen hat“, sagt Thurnhuber. Valleys Rathauschef will sich an einer Liste der Feuerwehr orientieren. In Weyarn organisierte die VIVO erweiterte Öffnungszeiten für die Grüngut-Entsorgung am Wertstoffhof, wo das entsorgt werden konnte, was vom Hagel übrig blieb.

In Stürzlham war es auch durch das beherzte Zugreifen von Anwohner Albert Zinsbacher gelungen, noch in der Nacht einen Bagger zu organisieren, um südlich seiner Schreinerei, neben der Straße nach Neukirchen, einen bis zu zwei Meter hohen Erdwall aufzuwerfen. Der Wall fing die Sturzbäche aus den Wiesen ab und staute einen See auf. Gegen 23 Uhr war der weitere Zufluss ins Unterdorf gestoppt. Der Bürgermeister will den Erdwall vorerst nicht einebnen lassen. „Die Böden sind voll durchnässt. Wer weiß, was in den nächsten Tagen noch passiert“, sagt Wöhr, „alles ist noch Gewehr bei Fuß.“

Rückhaltebecken Oberdarching wird 2022 erhöht

Um Oberdarching künftig besser zu schützen, soll der Damm des Rückhaltebeckens erhöht werden. „Anfang oder Mitte 2022 wollen wir da anpacken“, sagt Schäfer. Straßen und Wege in den drei Gemeinden sind mittlerweile freigeräumt. „Die Hauptwege am Taubenberg sind begehbar“, sagt Thurnhuber, „und wir sind dabei, auch die kleineren Pfade wieder herzurichten.“ Unpassierbar ist immer noch der steile Hohlweg von Oberdarching hinunter ins Mangfalltal Richtung Bruckmühle.

In Valley, Warngau und Weyarn säubern Bauhof-Mitarbeiter verstopfte Straßenabläufe, damit der fürs Wochenende angesagte Regen nicht weitere Schäden anrichtet. „Mich freut, dass sich die Leute gegenseitig so gut helfen“, sagt Wöhr, der sich zur nachhaltigen Entspannung „ein paar trockene Tage am Stück“ wünscht.

Weitere Infos zum Unwetter finden Sie hier

Auch interessant

Kommentare