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Das grüne Herz des Klosterangers: Ein Hoch auf die Weyarner Bürgerbeteiligung

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Von: Christine Merk

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Zwei Esskastanienbäume pflanzten Leonhard Wöhr (M. mit Spaten), Max von Bredow (l.) und Landtagspräsidentin Ilse Aigner am Klosteranger. © cmh

Eine grüne Oase im Ort wurde mit einem Festakt der Gemeinde Weyarn übergeben: die öffentlichen Flächen am Klosteranger. Bei deren Gestaltung haben die Bürger viele Ideen eingebracht.

Weyarn – Die Einweihung des Klosterangers in Weyarn zeigte einmal mehr, was die Gemeinde so besonders macht: die Beteiligung der Bürger, wenn es um die Gestaltung ihrer Heimat geht. Denn auch dank des Engagements von Arbeitskreisen ist am Klosteranger ein Wohngebiet entstanden, das Familien Raum zum Wohlfühlen, Kindern Platz zum Spielen und allen Bürgern eine grüne Oase mitten im Ort bietet.

Mit einem Festakt wurde diese Oase am Samstagnachmittag eingeweiht. Beim Café am Supermarkt im Norden des Klosterangers kamen die Gäste zusammen und machten sich gemeinsam auf den Weg in die Mitte des neuen Wohngebiets. Anwohner stießen unterwegs dazu, und unter den Augen der großen Schar pflanzten Bürgermeister Leonhard Wöhr, Landtagspräsidentin Ilse Aigner und Max von Bredow, Vorstandsvorsitzender der Quest AG als Bauherrin, zwei Esskastanienbäume.

Feierlich wurden damit die öffentlichen Flächen von der Quest AG an die Gemeinde übergeben und im Anschluss in einer ökumenischen Zeremonie von Pater Wolfgang und Pfarrerin Melanie Striebeck gesegnet, bevor es weiter ging in den Pfarrsaal.

Rückblick auf das Projekt Wohnen am Klosteranger: Zunächst herrschte Skepsis

Dort erinnerte Bürgermeister Wöhr an die Anfänge des Projekts Wohnen am Klosteranger. Die liegen mehr als zehn Jahre zurück, als Michael Pelzer Bürgermeister war. Die grundlegende Frage sei damals gewesen: Kann man die Klosterwiese bebauen? Die Gemeinderäte seien zwar skeptisch gewesen, sagte Wöhr, waren sich aber auch einig. „Die Klosterwiese ist ein ungeschliffener Diamant, den man nicht einfach zubauen kann.“ Lange bevor Quest ins Spiel gekommen sei, habe deshalb festgestanden, dass der Klosteranger ein grünes Herz brauche. Die Frage “Bebauen oder nicht?“ klärte ein Bürgerentscheid.

Bei den Planungen wurde die Hälfte der Fläche für die Öffentlichkeit zurückbehalten, viele Ideen verschiedener Arbeitskreis seien eingeflossen, resümierte Wöhr. Eine davon ist der Gemeinschaftsgarten, wo das Miteinander gut funktioniere. Der Klosteranger sei ein schöner Ort für den Sonntagsspaziergang, sagte Wöhr. „Ich hoffe, dass er sich mit Leben erfüllt und zu dem m Treffpunkt wird, den wir uns als Gemeinderäte gewünscht haben.“

Lob von Ilse Aigner für Bürgerbeteiligung in Weyarn 

Ein großes Lob für den gegangenen Weg sprach Landtagspräsidentin Ilse Aigner der Gemeinde aus. Es sei ein Alleinstellungsmerkmal Weyarns, dass Bürger so intensiv beteiligt würden, sagte. Sie kenne keine andere Kommune in Bayern, wo es wie in Weyarn ein „Mitmachamt“ gebe. Etwas gemeinsam zu entwickeln, bedeute, dass man auch Kritik aushalten müsse. Aber, so Aigner: „Der Aufwand sich gelohnt.“ Bei der Quest AG sei die Planung außerdem in den richtigen Händen gewesen. Das Unternehmen habe „aus einem historischen Bestand etwas gestaltet, das Funktionalität erfüllt und Lebensraum ist – auch für Kinder“.

Mit launigen Worten berichtete Max von Bredow, dass die Quest AG dabei durchaus auf manche Unvorhersehbarkeiten gestoßen sei. Er selbst habe in Weyarn eine unerwartete Streitkultur kennen und schätzen gelernt, wo die Gemeinderäte am Ratstisch heiß diskutierten und nach der Sitzung gemeinsam zum Wirt gingen.

In den Arbeitskreisen habe er erlebt, dass „der Weyarner“ überzeugt werden will, man aber mit dem Segen eines Arbeitskreises im Gemeinderat kein Problem mehr habe. Sein Resümee war durchaus positiv. „Erhalten Sie sich das“, sagte er. Und bei Problemen jeder Art empfahl Bredow einen besonderen Ort in Weyarn: die Klosterkapelle. Dort habe er in seiner Verzweiflung wegen einer Bauverzögerung eine Kerze angezündet und um einen milden Winter gebeten. Die Bitte wurde erhört. „Es war der viertwärmste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.“

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