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Trübe Stimmung: Der Landgasthof Neukirchen ist geschlossen. Die bisherige Pächterin hat ihr Gewerbe in der Gemeinde schon abgemeldet. Der Besitzer klagt über ein Chaos, das sie hinterlassen habe.

Plötzlich weg

Landgasthof Neukirchen: Pächterin verschwindet über Nacht

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Über Nacht verließ die alte Pächterin den Landgasthof Neukirchen und hinterließ ein Chaos, berichtet der Eigentümer Klaus Hengler aus Bruck. Wir haben mit dem Eigentümer gesprochen.

Neukirchen – Klaus Hengler traute seinen Augen kaum; „Die hat bei Nacht das Lokal verlassen“, sagt er. Und habe dabei „ein Chaos“ in der ganzen Wirtschaft hinterlassen. „Überall Müll und Dreck.“ In der Fritteuse zum Beispiel klebte noch altes Fett. „Wir haben drei Tage lang die Küche geputzt“, schimpft er. Jetzt sei die Pächterin, die ursprünglich aus Franken kommt, für ihn unauffindbar. Pachtzahlungen stünden auch noch aus, behauptet Hengler. „Ich werde gerichtlich gegen sie vorgehen“, kündigt er an.

Der Landgasthof in Neukirchen ist seit gut drei Wochen geschlossen. Die bisherige Pächterin hat offenbar das Handtuch geworfen. Eigentümer Hengler aus Bruck bei Weyarn hat schon Nachfolger gefunden. Voraussichtlich ab November soll der Gasthof wieder seine Türen öffnen.

Wie Johann Walser, Geschäftsleiter im Weyarner Rathaus berichtet, meldete die alte Pächterin das Gewerbe offiziell zum 7. August bei der Gemeinde ab. Angemeldet hatte sie es am 1. Oktober 2016. Es war also eher ein kurzes Gastspiel in Neukirchen. Die genauen Gründe für ihren Rückzug kennt Walser nicht. „Das Geschäft ging offenbar nicht so gut, der Ertrag war wohl nicht so gut, wie sie es sich vorgestellt hat“, sagt er.

Das sagt auch Eigentümer Hengler. „Es war reines Chaos.“ Eigentlich hätte der Pachtvertrag fünf Jahre lang gegolten. Dann aber habe die Pächterin ihn nach nicht mal einem Jahr um einen Aufhebungsvertrag gebeten. Er stellte eine Bedingung: „Sie hätte die ausstehende Pacht vorher bezahlen müssen“, sagt Hengler. Andernfalls laufe der Vertrag wie ausgemacht weiter, erklärte er ihr. Die Pächterin war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme in unserer Zeitung weder auffindbar noch erreichbar.

Immerhin: Hengler hat in der Zwischenzeit neue Pächter gefunden. Die Resonanz sei sehr gut gewesen, es gab einige Bewerber. Er habe sich am Ende für zwei Frauen aus München entschieden, die schon viel Erfahrung im Gastronomiebereich mitbrächten. Man stehe kurz vor der Vertragsunterzeichnung. Aber erst, wenn alles in trockenen Tüchern ist, will er den Namen der neuen Pächterinnen verraten. Sie würden den Landgasthof „auf bayerische Art“ führen. Voraussichtlich ab November sperren sie den Laden wieder auf.

Hengler gehört der Landgasthof seit 1993. „Wir haben den Gasthof damals renoviert“, sagt er. Er sei nun „top in Schuss“. In den vergangenen Jahren habe es öfters einen Pächterwechsel gegeben. Die Vorgängerin Sylvia Reichl etwa habe die Wirtschaft super geführt, gab dann aber nach fünf Jahren aus privaten Gründen auf, erzählt Hengler. Im Landgasthof Neukirchen gibt es zwei Gaststuben, einen großen Saal, zwei Terrassen sowie eine 200 Quadratmeter große Wohnung. Die Lokalität sei geeignet für Festivitäten aller Art: Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen und so weiter. Auch viele Vereine kämen. Um die Zeit der Schließung zu überbrücken, hat Hengler einen Cateringservice organisiert, damit einige Veranstaltungen trotzdem stattfinden können.

Die Gemeinde hält im Saal in Neukirchen in der Regel ihre Bürgerversammlungen ab. Notfalls könne man auch in die Grundschul-Aula ausweichen, meint Rathaus-Geschäftsleiter Walser. Insgesamt sei die Gemeinde Weyarn mit Gasthäusern gut bestückt, findet Walser. Es gebe etwa das Gasthaus zum Goldenen Tal in Naring, das Gasthaus Kreuzmair in Holzollling, den Alten Wirt in Weyarn, den Gasthof Lindl in Fentbach, die Weyhalla sowie das Seehaus am Seehamer See.

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