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Natur pur erleben Wanderer am wildromantischen Mangfallknie. Zuletzt häuften sich entlang der Flussschleife aber verbotene Zeltlager und Lagerfeuer. Die Polizei kündigte weitere Kontrollen an. 

Polizei kontrolliert am Mangfallknie

Lagerfeuer und Schwarzfischen: Wildes Zelten bedroht Fluss-Idylle

  • Andreas Höger
    vonAndreas Höger
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Am Mangfallknie hat sich eine wildromantische Oase erhalten, ein Stück bayerischer Urwald. Die Zivilisation scheint hier weit weg. Doch das Idyll an der Flussschleife ist kein Geheimtipp mehr: Zwischen Grubmühle und Niederaltenburg hat wildes Zelten, inklusive Lagerfeuer und Schwarzfischerei, überhandgenommen. Jetzt griff die Polizei ein.

Weyarn – Eine kleine Gemeindestraße führt am Ortsende von Grub (Gemeinde Valley), kurz vor der Kamelfarm von Konstantin Klages, hinunter ins Paradies. Jenseits der Mangfall-Brücke – die Grenze zwischen den Gemeinden Valley und Weyarn – zweigt ein Wanderpfad nach Osten ab. Der Wald reicht hier bis ans Ufer, eine Szenerie wie im Regenwald, verwunschen und idyllisch.

Doch auch im Paradies gelten Regeln: Wandern und Baden ja, staunen gerne, aber Zelten, Lagerfeuer und Fischen sind verboten. „Bei schönem Wetter muss es da dort richtig zugehen“, sagt Hauptkommissar Matthias Büch von der Holzkirchner Polizei. 

Schwarzfischer hängen Lege-Angeln in die Mangfall

Grundstücksbesitzer klagen über kleine Zeltlager und deren Hinterlassenschaften. Und einem Fischereiverein aus München, der den Gewässerabschnitt seit drei Jahren gepachtet hat, missfallen die vielen Lege-Angeln aus Weidenruten, die regelmäßig in der Mangfall hängen.

Gemeinsam mit Kollegen aus Bad Aibling sah eine Streife der Holzkirchner Polizei jetzt nach dem Rechten. „Wir haben etliche Lagerplätze gefunden“, sagt Büch. Das Gelände sei sehr unwegsam, „aber darum ist es vielleicht auch so attraktiv“, vermutet der Beamte. 

Kalkstein-Terrassen wurden offenbar mutwillig zerstört

Rücksicht auf die besondere Natur am Mangfallknie nehmen nicht alle Besucher. So zerstocherte jemand, dem Vernehmen nach ein Vater mit zwei Kindern, die streng geschützten „Sinter-Terrassen“ am Steilufer. Vielleicht sogar aus Unwissenheit, sagt Büch.

Die seltenen Kalkstein-Formationen mit ihren kleinen Becken sind jedenfalls unwiederbringlich zerstört. Das Landratsamt, dem der Schutz dieses FFH-Gebiets mit seinen Biotopen obliegt, stellte jetzt Hinweisschilder auf. „Es dürfte aber sehr lange dauern, bis sich die Sinterterrassen erholen, wenn das überhaupt möglich ist“, fürchtet Büch.

Polizei will Kontrolldruck erhöhen

Im Zuge der Kontrollen ertappte die Polizei einige wilde Camper und erfasste deren Personalien. Ob es Strafen gibt und wie hoch die ausfallen, hat laut Büch das Landratsamt zu entscheiden. „Wir werden jetzt öfters am Mangfallknie vorbeischauen“, kündigt Büch an, der betont, dass laut Bayerischem Waldgesetz jegliches Feuer, das Aufstellen von Zelten und von März bis November sogar das Rauchen untersagt ist. Die Bußgelder reichen bis zu 25 000 Euro. Fischwilderei gilt gar als Straftat. „Schon das Mitführen einer Angelrute erfüllt den Tatbestand“, betont Büch.

Können Landkreis-Ranger helfen?

Vor etlichen Jahren, sagt Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr, habe die Gemeinde an der Brücke Warnschilder aufgestellt. „Wildes Campen und Lagerfeuer am Mangfallknie, das wollen wir nicht.“ Über eine eigene Handhabe verfüge das Rathaus aber nicht. Polizei und Landratsamt seien gefordert, die Einhaltung der Gesetze und Naturschutz-Verordnungen zu überwachen und zu ahnden. „Wirksam wären regelmäßige Kontrollen“, sagt Wöhr, „vielleicht wäre das auch ein Einsatzgebiet für einen Landkreis-Ranger?“

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