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Der Mangfallsteg bei Thalham liegt auf einem gut frequentierten Wanderweg, aber er ist einem schlechtem Zustand

Die Perle bröckelt

Mangfallsteg: Gemeinde will Neubau

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Weyarn - Der alte Mangfallsteg bei Thalham bröckelt, inzwischen darf ihn nur noch eine Person betreten. Eine Sanierung birgt laut Bürgermeister Leonhard Wöhr einige Risiken. Der Gemeinderat Weyarn sprach sich nun für einen Neubau aus.

Die graue Maus war einst eine richtige Perle. Seit 1910 wölbt sich die etwas unscheinbare Brücke bei Thalham über die Mangfall. Und damals war sie eine echte Sensation – gehörte sie doch weltweit zu den ersten Modellen aus Stahlbeton – einem Verbundwerkstoff aus Beton und Bewehrungsstahl. Heute gilt sie als Industriedenkmal. Mehr noch: „Der alte Mangfallsteg liegt auf einem frequentierten Wanderweg“, sagte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU).

Doch die Fassade bröckelt längst, und inzwischen darf nur noch eine Person auf einmal die Brücke betreten. Deshalb hat sich der Gemeinderat Weyarn in seiner Sitzung nun erneut mit dem Bauwerk – das sich in Besitz der Kommune befindet – befasst. Es gebe zwei Möglichkeiten, schickte Wöhr voraus. Nummer eins: „Wir können das alte Ding ein paar Jahre am Leben erhalten.“ Und sanieren. Dies sei allerdings sehr kostspielig. Oder aber man entscheide sich für einen Neubau.

Wie berichtet, untersuchte sogar ein Team der TU München den maroden Steg. Vor allem an der Unterseite bröckelt der Beton, stellten die Wissenschaftler damals fest. Dadurch sei Wasser an die Stahlteile im Inneren gelangt. „Der Stahl rostet und löst sich langsam auf“, sagt Wöhr auf Anfrage. Die Sanierungsfähigkeit sei äußerst fraglich. Zudem müsse man zuvor die Fundamente intensiver überprüfen. „Die wurden wohl nicht so gebaut wie geplant.“ Komme dann raus, dass es unmöglich ist, das Bauwerk zu retten, so habe man womöglich umsonst Geld investiert. „Da besteht das Risiko, dass wir am Ende gar nicht sanieren können.“ Und selbst durch eine Sanierung könne man die Lebensdauer der Bogenbrücke unterhalb des Klosters ohnehin nur verlängern – vielleicht um zehn oder 20 Jahre. Von Heilung ist also gar nicht die Rede. Durch ein Provisorium stützen lassen – davon hält der Bürgermeister auch nichts. „Das reißt mir das Hochwasser weg“, sagt er.

Bei einem Ortstermin mit Naturschutz und Wasserwirtschaftsamt haben die Beteiligten einen alternativen Standort etwa 50 Meter nördlich vom bisherigen ins Auge gefasst, berichtete der Bürgermeister dem Gemeinderat. „Dann könnte sich auch die Natur erholen.“

Doch nicht nur das: Der Zugang von Weyarn her sei beim alten Steg eigentlich zu steil, was bei der Sanierung durchaus schwierig werden könnte. Das fand auch Franz Demmelmeier (SPD). „Der Zuweg hat noch nie gut funktioniert“, bemerkte er. „Wir sollten unbedingt Richtung Neubau gehen.“ Allerdings hätte er gerne vorher die Kosten gewusst.

Ernst Weidl (UWG) sagte: „Der Finanzausschuss hat einen Neubau empfohlen, weil es die beste Lösung ist.“ Thomas Spiesl (SPD) nickte. „Der Neubau ist die einzig sinnvolle Variante“, meinte er. Neulich habe er mal wieder einen Reiter mit Pferd und viele Leute auf einmal auf dem Steg gesehen. Trotz der Beschränkung auf eine Person. Albert Zinsbacher (CSU) wurde schon konkreter, ihm schwebte eine Hängebrücke vor.

Am Ende stimmte der Gemeinderat einmütig dafür, einen Neubau zu verfolgen. Laut Wöhr hat der Gemeinderat für den Mangfallsteg in der mittelfristigen Finanzplanung für 2017 200 000 Euro reserviert. „Das wäre mit einem Neubau eventuell machbar“, schätzt er. Eine Sanierung hingegen würde um die 350 000 Euro verschlingen. Vielleicht gebe es auch Zuschussmöglichkeiten. Jetzt stehen weitere Prüfungen an. Das dauert. „Heuer wird nicht mehr viel passieren.“

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