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„Gut Ding will Weile haben“: Nach jahrelanger Planungs- und Bauphase wurde das neue Pfarrheim in Weyarn gestern von Weihbischof Wolfgang Bischof (l.) und Pater Michael de Koninck (r.) eingeweiht. Der Pfarrsaal trägt den Namen von Altpfarrer Oberberger. 

Mit Kopf, Herz und fleißigen Händen: Weyarns neues Pfarrheim eingeweiht

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Lange Jahre haben sich die Gläubigen der Weyarner Pfarrei St. Peter und Paul gedulden müssen. Nun haben sie endlich ein eigenes Zuhause. Das neue Pfarrheim ist gestern eingeweiht worden. 

Weyarn – Die eine Frage blieb ungeklärt. Wann haben die Planungen für den Umbau des ehemaligen Pfarrhofs in Weyarn denn nun begonnen? Altbürgermeister Michael Pelzer glaubt, dass erstmals vage Pläne geprüft wurden, bevor er 1990 auf dem Chefsessel im Rathaus gegenüber Platz nahm. Wieder andere sprachen von 16 Jahren Planungszeit. Und Weihbischof Wolfgang Bischof gar von „einer halben Ewigkeit“.

Wie lange es letztlich gedauert hat, wird sich wohl nicht mehr zweifelsfrei klären lassen. Die Diskussion zeigt aber: Es hat seine Zeit gebraucht, bis der Weihbischof stand, wo er gestern stand: inmitten des Pfarrsaals im neuen Weyarner Pfarrheim. Dem langersehnten eigenen Zuhause für die gut 850 Katholiken der Pfarrei.

Der Blick zurück war bei der Einweihung des neuen Gebäudes durchaus legitim angesichts der langen Vorgeschichte des Projekts und der noch viel längeren Historie des einstigen Pfarrhofs. 1708 erbaut, diente er dem inzwischen verstorbenen Altpfarrer Emmeram Oberberger lange als Zuhause. Bis dieser vor acht Jahren hatte ausziehen müssen. Der Pfarrhof war marode und unbewohnbar. Feuchte Wände, wackeliger Dachstuhl. „Es war viel ruiniert“, sagte Hermann Thurner, der Architekt, der den Räumlichkeiten den neuen Glanz verliehen hat.

An damals erinnert heute nur noch wenig. Die Pfeiler im Pfarrsaal, der Altpfarrer Oberberger gewidmet wird, sind die letzten Überbleibsel. Ansonsten ist alles neu: der helle Eingangsbereich, das Pfarramt sowie die Gruppenräume und Besprechungszimmer im ersten Stock, in denen die Firmvorbereitung stattfinden und der Pfarrgemeinderat tagen kann. Gut 3,1 Millionen Euro hat der Umbau laut Architekt Thurner gekostet, den Löwenanteil – knapp 95 Prozent – trägt die Erzdiözese München und Freising, 140 000 Euro steuert die Pfarrei bei.

Leicht war der Umbau nicht, wie Thurner erklärte. Brandschutz und Denkmalschutz mussten in Einklang gebracht werden. Die Charakteristika des alten Pfarrhofs, die historische Substanz sollte erhalten bleiben. Viel Zeit floss daher in die Vorbereitung. Gebaut wurde laut Thurner anderthalb Jahre und das unter kräftiger Mithilfe vieler Ehrenamtlicher aus der Gemeinde, wie der Architekt hervorhob: „Hier ist mit Kopf, Herz und Händen gearbeitet worden, um dieses Gebäude zu realisieren.“

Das Resultat überzeugt. Egal mit wem man sprach, das Pfarrheim wurde reihum gelobt. „Ein Schmuckstück“, schwärmte etwa Bürgermeister Leonhard Wöhr, als er den Pfarrsaal betrat. Und sein Vorgänger sah eine alte Weisheit bestätigt: „Gut Ding will eben Weile haben“, sagte Pelzer.

Bei der Einweihung konnten die Weyarner ihr neues Schmuckstück also schon einmal besichtigen. Ab sofort sollen sie es mit Leben füllen. „Wir haben es nun in der Hand, dieses Haus zu einem lebendigen Haus zu machen“, sagte Pater Michael de Koninck. Während der Rede des Pfarrverbandsleiters wuselten hinten im Pfarrsaal zwei kleine Mädchen, beide im Dirndl, durch die Reihen der Gäste. Fast schon symbolisch: Der Nachwuchs, er soll die unbestritten lange Geschichte des Pfarrheims schließlich ja weiterschreiben.

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