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Die Edelweißpiraten aus Weyarn 

Motorradclub mit Herz

Dicke Bikes und schwarze Kutten: Auf den allerersten Blick sind die Edelweißpiraten aus Weyarn ein Motorradclub wie alle anderen. Aber ganz anders als das Klischee, das viele da vor Augen haben: Sie sind ein Motorradclub mit Herz - für alle Menschen. Auch für Mofafahrer. 

Weyarn – Die Edelweißpiraten waren eine von 15 Organisationen, die sich aktiv am Ostermarsch in Miesbach beteiligt haben. Beim Zerstören eines nachgebauten Atomsprengkopfs – nicht wie zunächst berichtet der Attrappe einer Atomrakete – griffen zwei von ihnen zum Hammer. Manche mögen sich da gefragt haben: Wer sind diese Edelweißpiraten? Wir sprachen mit Robert Bruckmeier aus Weyarn, der den Club 2015 initiiert hat.

Herr Bruckmeier, Edelweißpiraten ist ja für einen Motorradclub ein eher ungewöhnlicher Name. Woher kommt er?

Robert Bruckmeier: „So wie es in München während des Nationalsozialismus’ die Weiße Rose gab, gab es in Köln die Edelweißpiraten – eine Gruppe von Jugendlichen, die gegen die Nazis Widerstand leisteten. An die möchten wir erinnern und mit dem Namen darauf aufmerksam machen, für wie wichtig wir Zivilcourage halten.“

Auf der Facebook-Seite des Clubs steht ja, dass es den Edelweißpiraten nicht nur ums Biken geht, sondern auch um soziale Belange.

Bruckmeier: „Ja, genau. Wir fahren zum Beispiel am 29. April nach Dachau zum Jahrtag der Befreiung des KZs und legen dort einen Kranz nieder. Und am 22. Juli geht’s zur Benefiz-Tour Drive4Animals, da werden für einen Gnadenhof Spenden gesammelt. Das sind Projekte, die uns wichtig sind und die wir unterstützen wollen. Wir sind also nicht ausschließlich politisch, aber Politik ist bei uns schon ein wichtiger Nebenaspekt.“

Typisch für einen Motoradclub ist aber die „Kutte“ als Erkennungszeichen.

Bruckmeier: „Die Kutte ist eigentlich eine Weste, ganz bikermäßig angelehnt an die Rockercliquen. So was gehört einfach dazu (lacht). Hintendrauf haben wir unser Edelweißpiraten- Emblem und dazu noch Patches von befreundeten Clubs oder welche mit politischen Statements.“

Die Edelweißpiraten wurden im Dezember 2015 gegründet, also vor gut zwei Jahren. Wie viel Zulauf hat der Club seitdem?

Bruckmeier: „Das ist schwierig zu sagen, weil wir ja kein Verein oder so sind, sondern eher ein Freundeskreis, dem man sich zugehörig fühlt. Es dürften so etwa 40 bis 50 Biker sein, die mehr oder weniger regelmäßig dabei sind. Zum harten Kern gehören etwa 25.“

Und bei den Edelweißpiraten darf jeder Motorradfahrer mitmachen?

Bruckmeier: „Die Marke des Motorrads spielt jedenfalls keine Rolle. Wir sind da keine Dogmatiker. Zu uns dürfen auch Moped- oder Mofafahrer kommen. Nur gewisse politische Gesinnungen sind ausgeschlossen: keine Nazis, keine Rassisten und keine AfDler.“

Wie können interessierte Biker die Edelweißpiraten kennenlernen?

Bruckmeier: „Die Infos über den Club stehen auf unserer Facebook-Seite, oder man kommt zu unserem Stammtisch. Der nächste ist am 20. April in der Weyhalla in Weyarn. Die Termine später stehen immer auf der Facebook-Seite. Wir freuen uns immer über neue Leute, auch über die, denen es hauptsächlich ums Motorradfahren geht.“

Christine Merk

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