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Andenken: Bürgermeister Wöhr (l.) überreicht Thoma ein Bild von Weyarn, das entstand, bevor die Klosterwiese bebaut wurde – gegen den Willen der WiGW.

Gemeinderat Weyarn 

Nach Ausscheiden des Fraktionsvorsitzenden: Stühlerücken bei der WiGW

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Der Fraktionssprecher scheidet aus, der erste Nachrücker verzichtet, und der zweite darf nicht: Die Gemeinderatsfraktion der Gruppierung Wir in der Gemeinde Weyarn (WiGW) ist im Umbruch.

Weyarn – Die Zeit nach Weihnachten wird ja gerne genutzt, um in sich zu gehen, die zurückliegenden zwölf Monate Revue passieren zu lassen und sich gegebenenfalls im neuen Jahr neu auszurichten. Peter Thoma hat die staade Zeit intensiv genutzt, sich Gedanken gemacht – und seine Entscheidung getroffen.

Er legt sein Mandat als Gemeinderat nieder. Aus beruflichen Gründen, wie der Fraktionsvorsitzende der WiGW in der jüngsten Sitzung erklärte. „Ich bin sehr eingespannt“, sagte der selbstständige Unternehmer, „und das wird sicherlich nicht weniger.“ Schon in den vergangenen Monaten tauchte der Name „Thoma“ immer häufiger auf, wenn der Bürgermeister zu Beginn der Sitzung die Abwesenheitsliste durchging. Mit seinen politischen Ambitionen ließe sich das nicht vereinen. „Wenn ich was mache, dann zu 100 Prozent“, sagte Thoma. „Das kann ich nicht mehr leisten.“

Seinen Antrag auf Entlassung aus dem Gemeinderat hat er bei der Verwaltung eingereicht, die März-Sitzung war seine letzte. Das Gremium verliert mit Thoma einen kritischen Geist, die WiGW ihren Fraktionsvorsitzenden. Nun muss sich die Gruppierung neu sortieren. Kein leichtes Unterfangen, wie sich zeigt.

Scheidet ein Gemeinderatsmitglied aus, nimmt für gewöhnlich der Listennachfolger den Platz ein. Doch die beiden WiGW-Nachrücker können das Mandat nicht übernehmen. Armin Schlickenrieder, erster Nachrücker, verzichte aus „persönlichen Gründen“, sagte Rathauschef Leonhard Wöhr (CSU) in der Sitzung. Und der zweite, Hans Fuchs, darf nicht. Er bewirtschafte zwar noch den Hof seiner Eltern, wohne aber nicht mehr in der Gemeinde. „Damit verliert er seinen Listenplatz“, so Wöhr. Wer rückt also nach?

Nachdem der Gemeinderat sein Okay gegeben hat, darf die WiGW ihre Gemeinderatsliste von 2014 abarbeiten. Mit Johannes Wieser (26) und Kaspar Riesenberger junior (27) folgen zwei junge Kandidaten. „Die Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber einer von beiden wird’s machen“, sagt Gemeinderat Sebastian Mayer, der den Fraktionsvorsitz übernimmt.

Mit „jungem Blut“ will man den politischen Kurs beibehalten. Die WiGW hatte sich gegründet, um gegen die massive Bebauung der Klosterwiese eine Front zu formieren, setzt sich seither verstärkt für mehr Transparenz in gemeindlichen Angelegenheiten ein. Mit ihrer Agenda luchste die damals neu gegründete Gruppierung bei der Wahl 2014 CSU und SPD drei Gemeinderatssitze ab. Und: „Es gibt noch genug zu tun“, sagt Mayer. „Wir machen definitiv weiter.“ 2020 wolle man daher erneut für den Gemeinderat kandidieren.

Zunächst gilt es aber, Thomas Nachfolge zu regeln. Lang soll’s nicht dauern. „Beim nächsten Mal“, versprach Mayer in der jüngsten Sitzung, „sind wir wieder komplett.“

fp

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