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Der Weyarner Gemeinderat hat sich mit Wohnraumvergrößerung beschäftigt. 

Neue Gemeinderäte - neue Sitten

Nachverdichtung sorgt für Diskussion

Der Gemeinderat diskutierte über Wohnraumvergrößerung und Nachverdichtung. Ausgangspunkt war ein Standgiebel, mit dem ein Hausbesitzer Wohnfläche gewinnen will. 

Weyarn– Die neuen Mitglieder im Weyarner Gemeinderat bringen auch neue Sichtweisen in das Gremium. Beim Thema Wohnraumvergrößerung durch Nachverdichtung etwa sehen einige mehr Spielraum, um den Wünschen von Bauwerbern entgegen zu kommen. Das wurde in der jüngsten Sitzung deutlich.

Ausgangspunkt war ein Standgiebel, mit dem ein Hausbesitzer in Großseeham Wohnfläche gewinnen will – zusätzlich zum Dachausbau. Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) erklärte, dass der alte Gemeinderat bei den Beratungen zur Wohnraumverdichtung solche Standgiebel als praktikable Möglichkeit für gut befunden habe – auch in Rücksprache mit dem Landratsamt. Es solle aber immer im Einzelfall entschieden werden, ob ein solcher Standgiebel mit der umgebenden Bebauung und hinsichtlich der Größe passe, so die damalige Entscheidung.

Im konkreten Fall habe der Bauausschuss zwei Änderungen an den Plänen in Großseeham befürwortet, erklärte Wöhr. Der First des Quergiebels solle 30 Zentimeter niedriger sein als der des Hauptdachs. Der Antragsteller hatte ihn in der gleichen Höhe gewünscht, da dies ja bei einer Mansarde entscheidend die Größe des Wohnraums beeinflusst. Außerdem war dem Ausschuss der Dachvorbau am Standgiebel zu groß. Geplant ist dieser mit 70 Zentimetern, der Bauausschuss plädierte für die Hälfte. Grund für die gewünschten Änderungen sei, dass der Anbau so, wie er vom Antragsteller geplant sei, dem Hauptbau „nicht untergeordnet erscheint“, zitierte Wöhr aus der Empfehlung des Bauausschusses. Und das war die Richtlinie des alten Gemeinderats: Der Anbau sollte dem Hauptgebäude untergeordnet sein.

Philipp Eikerling (Grüne) stellte die Frage, warum das so sein müsse. Auch Florian Holzmann-Penzenstadler (CSU) bekundete sein Verständnis für den Bauwerber: „Er gibt ja viel Geld aus. Ich verstehe, dass er so viel Wohnraum wie möglich schaffen will.“ Zudem sollte doch jeder Antrag individuell beurteilt werden. Schon zuvor war erwähnt worden, dass dieser Anbau wegen seiner Lage gar nicht einsehbar sei. Zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier (SPD) und Georg Grabichler (CSU) warnten davor, einen Präzedenzfall zu schaffen. „Wir müssen schon aufpassen, dass uns das dann nicht auf die Füße fällt“, sagte Grabichler. Hans Holzinger (FWG) brachte ein, dass man dem Bauwerber mit einer schnellen Entscheidung jetzt entgegenkomme, denn der warte auf die Genehmigung und habe die vom Ausschuss vorgeschlagenen Änderungen in einer zweiten Planung umgesetzt. Albert Huber (UWG) wollte festgehalten haben, dass auch künftig jeder Antrag individuell beurteilt werde und beispielsweise die Forderung, dass der First eines Quer- oder Standgiebels 30 Zentimeter niedriger als der des Hausdachs sein müsse, nicht Standard werde.

Der Seehamer Hausbesitzer muss diese Änderung aber akzeptieren. Nach langer Diskussion stimmte mit 15:2 Stimmen doch die Mehrheit dafür, dass der Standgiebelfirst 30 Zentimeter niedriger sein soll als ursprünglich beantragt. Den Dachvorbau darf der Hausherr aber wie gewünscht realisieren: mit 70 Zentimetern statt der vom Bauausschuss gewünschten 35 Zentimeter.   (cmh)

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