Mehr Busse auch zum Bahnhof Mitterdarching wünscht sich der Weyarner Gemeinderat. Vor der jetzt anstehenden Fortschreibung des Nahverkehrsplans hat die Gemeinde einen Forderungskatalog formuliert.
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Mehr Busse auch zum Bahnhof Mitterdarching wünscht sich der Weyarner Gemeinderat. Vor der jetzt anstehenden Fortschreibung des Nahverkehrsplans hat die Gemeinde einen Forderungskatalog formuliert.

Gemeinderat fordert mehr Busse und attraktiveres AST

Neuer Nahverkehrsplan: Weyarn fühlt sich wieder abgehängt

  • Christine Merk
    VonChristine Merk
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Mehr Busse, eine bessere Anbindung der umliegenden Bahnhöfe und ein Anruf-Sammeltaxi, das deutlich attraktiver wird: Die Gemeinde Weyarn ist fest entschlossen, bei der Fortschreibung des Landkreis-Nahverkehrsplans auf den Tisch zu hauen. Die Weyarner sind es leid, von allen Konzepten immer nur abgehängt zu werden.

Weyarn – Vergessen und benachteiligt – so fühlt sich die Gemeinde Weyarn beim Blick auf den Nahverkehrsplan des Landkreises. Und der Gemeinderat rückt dabei nicht nur die eigene Kommune in den Fokus, sondern auch die Nachbarn. „Im Gegensatz zur Auffassung des ÖPNV-Plans ergibt sich im nördlichen Landkreis ein umfassend enttäuschendes Resultat“, heißt es in einem Brief an den Landkreis, dessen Wortlaut der Gemeinderat jetzt absegnete.

Der Nahverkehrsplan des Kreises aus dem Jahr 2019 soll demnächst fortgeschrieben werden. So wie er jetzt ist, wollen ihn die Weyarner nicht stehen lassen. „Wir sind das Schlusslicht“, stellte Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) in der Sitzung enttäuscht fest. Denn laut Planvorlage sei Weyarn momentan die am schlechtesten angebundene Gemeinde im Landkreis.

Der Gemeinderat fordert deshalb Verbesserungen, insbesondere bei der Taktung der Busse und beim Anrufsammeltaxi (AST). Der Brief, an dem der Arbeitskreis Energie und Umwelt mitgewirkt hat, stellt die Problematik und die „Anforderungen an die Fortschreibung des Nahverkehrsplans“ aus Weyarner Sicht dar.

Gefordert wird darin vor allem die Verdichtung des Busverkehrs – insbesondere zu Schwerpunktzeiten. „Ohne vernünftige Busanbindung wird niemand auf das Auto verzichten können“, stellte Martin Fertl (UWG) klar. „Wenigstens zu den Bahnhöfen Mitterdarching, Feldkirchen-Westerham und Kreuzstraße sollte das funktionieren“, ergänzte Wöhr. Außerdem sollen mehr Busse die Zentren Miesbach und Holzkirchen bedienen. Diese Verbesserung fand auch Anschi Hacklinger (Grüne) sehr wichtig. Die Linien müssten zudem besser mit dem landkreisweiten ÖPNV synchronisiert werden, wobei der Schülerverkehr zu beachten sei.

Das Anruf-Sammeltaxi soll attraktiver werden

Für das Anruf-Sammeltaxi (AST) fordern die Weyarner Räte eine „grundlegende Reform“, die sich an den tatsächlichen Anforderungen orientiert. Konkret gehe es darum, eine inselübergreifende Bedienung aufzubauen und die Preise anzupassen. Das AST seit für kleinere Orte die einzig machbare Anbindung an den ÖPNV, stellen die Weyarner fest. Aktuell greife aber an keinem Wochentag das „Inselsystem“, für regelmäßige Nutzer sei das AST zu teuer und eine Abholung zu fixen Zeiten nicht möglich. Das mache deutlich, heißt es im Brief, dass es sich bei einem solchen AST-Modell für regelmäßige Nutzungen zwingend um eine ,Totgeburt’ handeln muss“.

Weiter monieren die Weyarner, dass das Nahverkehrskonzept zwar touristische Linien fördere, dabei aber übersehe, dass die Tagesausflügler erst den Norden des Landkreises passieren müssten. Das Resultat sei „umso unbefriedigender, da Firmen, Pendler und Arbeitnehmer im nördlichen Landkreis maßgeblich am Einkommen des Landkreises“ mitwirken würden. Insbesondere für den nordöstlichen Landkreis seien Verbesserungen weder erkennbar noch in Aussicht gestellt, heißt es weiter.

Wöhr hofft, dass der Brief etwas bewirkt. Wenn der Beitritt zum MVV vollzogen ist, hätte er gerne, dass man mit einem Ticket nach München fahren kann. „Wir wollen nicht wieder vergessen werden, so wie beim letzten Mal.“

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