1. Startseite
  2. Lokales
  3. Holzkirchen
  4. Weyarn

Neues vom Natur-Philosophen: Der Kräuterwastl bringt ein Buch heraus

Erstellt:

Von: Katrin Hager

Kommentare

In seinem Reich an der Mangfall: Kräuterwastl Sebastian Viellechner hat mit „Dr. Wald und sein Holzknecht“ jetzt seinen dritten Ratgeber veröffentlicht.
In seinem Reich an der Mangfall: Kräuterwastl Sebastian Viellechner hat mit „Dr. Wald und sein Holzknecht“ jetzt seinen dritten Ratgeber veröffentlicht. © Florian Griesberger

Kräuterwastl Sebastian Viellechner hat ein neues Buch herausgebracht. In „Dr. Wald und sein Holzknecht“ erklärt er, was Dr. Wald uns schenkt – ohne Risiken und Nebenwirkungen.

Stürzlham – Im Namen trägt er zwar die Kräuter, der Kräuterwastl. Doch Sebastian Viellechner aus Stürzlham bei Weyarn ist auch ein Freund der Bäume. „Ich bin auf dem Holzweg“, sagt er ganz unverblümt, und bei ihm klingt das nicht negativ. Im Gegenteil: „Im Wald wird man zum Beschenkten“, sagt er. Und darüber hat er ein neues Buch geschrieben: In „Dr. Wald und sein Holzknecht“ erzählt der Kräuterwastl von seiner Beziehung zum Wald, von den Lektionen, die ihm die Natur gelehrt hat, den Kräften des Waldes und von Rezepten, wie man sich diese auch ins Haus holen kann.

Der Kräuterwastl hatte wichtige Wegbegleiter, die ihn früh an die Schätze der Natur heranführten. „Ich hatte eine Großmutter, die mich früh genug auf die Werte hingewiesen hat, die man im Wald findet.“ Und er hatte einen Biologielehrer, der sein Interesse anfachte. Förster – das wäre Viellechner damals gern geworden. Sein Leben schlug zwar andere Wege ein. Doch der Wald blieb sein Refugium. Und ist bis heute ein Lehrmeister, in dessen Hörsaal auch der zertifizierte Kräuterpädagoge immer wieder neues erfährt. „Ich bin in einem ständigen Lernen“, sagt Viellechner, der bald auf die 80 zugeht. „Das gehört dazu, ich lerne bis zum letzten Atemzug.“

Waldbaden: Kräuterwastl glaubt an Wirkung

Sein Wissen teilt der Kräuterwastl gern. In Exkursionen und Seminaren zum Beispiel. Und in seinen Büchern, die er angefangen hat, weil die Teilnehmer so viele Fragen haben. Mit „Dr. Wald und sein Holzknecht“ ist nun sein drittes Ratgeber-Buch erschienen.

Der Kräuterwastl ist nicht nur kräuterkundiger Praktiker, sondern auch ein Natur-Philosoph. Im neuen Buch gibt es sehr persönliche Einblicke in diese Welt. Er erzählt, wie seine Oma Kreszenz mit ihren Fichten-Fußabtretern den Duft des Waldes nach Hause brachte, und von seiner Beziehung zu einer mächtigen alten Silberweide, die ihm über die Jahre eine Freundin geworden ist mit ihrem Beistand und Rückhalt. Und führt damit ein in die vertrauensvolle Beziehung zu „Dr. Wald“.

Freilich: Der Wald ersetzt den Arzt nicht, das betont der Kräuterwastl, auch in seinem Buch. Er will die Ärzte nicht ersetzen oder gar kritisieren, sondern die Kunst der Medizin ergänzen. Mit einem Mittel gegen etwas, das in der heutigen Zeit viele plagt. „Jede Erkrankung wird durch Stress multipliziert“, sagt der Kräuterpädagoge. „Dr. Wald baut den Stress ab. Da geben mir wissenschaftliche Studien recht.“ Hierzulande gibt es da noch Nachholbedarf. In anderen Ländern wird die gesundheitsfördernde Kraft des Waldes seit Langem anerkannt und sogar gelehrt – in Japan etwa, wo man „Forest Medicine“ an der Uni belegen könne. „Die Asiaten sind uns da weit voraus.“ Dort kommt auch das „Waldbaden“ her, das in Kursprogrammen Einzug gehalten hat. Von der Wirkung ist der Kräuterwastl überzeugt – aber Kurs brauche man dafür keinen: „Der soll sich auf einen Baumstamm setzen und eine Ruhe geben – da brauch ich keine Anleitung.“ Menschen mit Problemen, ob seelischen, körperlichen oder psychischen, hilft „Dr. Wald“ ohne Risiken und Nebenwirkungen.

„Die beste Luft zum Atmen“ ist Geschenk des Waldes

Im Buch erklärt der Kräuterwastl, mit welchen sekundären Pflanzenstoffen er sein Corona-Desinfektionsspray anreichert oder wie der Wald Trauernden helfen kann. Er stellt die „Speisekammer“ des Waldes mit Protagonisten wie Holler und Berberitze, Vogelbeere und Waldhimbeere, Milchbrätling und Judasohr vor, dazu Rezeptinspirationen vom Waldsalat über den Fisch im Ahornholz bis hin zum Hagebutten-Tonikum. Auch ein kleines Herbarium hat er angefügt.

Oft braucht es aber gar kein Rezept. Sondern nur die Zeit zu verweilen. „Wenn das Licht durch die Blätter bricht, das ist eine Streicheleinheit für die Seele“, sagt der Kräuterwastl. „Der Wald schenkt, was der Mensch am meisten braucht: die beste Luft zum Atmen.“

Erschienen

ist das Buch „Dr. Wald und sein Holzknecht. Mensch & Wald – eine starke Verbindung“ (160 Seiten) von Sebastian Viellechner im Verlag Frischluft Edition. Es ist für 19,95 Euro im Buchhandel erhältlich. Infos zu Führungen und Seminaren mit Viellechner gibt es auf www.kraeuterwastl.de.

Holzkirchen-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Holzkirchen-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Holzkirchen – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare