1. Startseite
  2. Lokales
  3. Holzkirchen
  4. Weyarn

Neukirchen: Interesse am Pfarrhof – und viele Ideen

Erstellt:

Von: Christine Merk

Kommentare

Momentan gesperrt: Der denkmalgeschützte Pfarrhof in Neukirchen darf aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden. Eine Sanierung steht an.
Momentan gesperrt: Der denkmalgeschützte Pfarrhof in Neukirchen darf aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden. Eine Sanierung steht an. © Thomas Plettenberg

Der Pfarrhof in Neukirchen darf nicht mehr betreten werden. Er müsste saniert werden, doch das kann der Pfarrverband nicht finanzieren. Sollte es zum Verkauf kommen, will die Gemeinde nicht untätig zusehen.

Weyarn – Der Pfarrbrief tat es kund: Der örtliche Pfarrverband kann den Pfarrhof Neukirchen nicht mehr finanzieren. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde deshalb an die Eigentümerin, die Pfarrpfründe-Stiftung in München zurückgegeben, welche nach Erkenntnissen der Gemeinde die Verwertung beabsichtigt. Der Zutritt ist derzeit aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Vereine mussten ihre Fahnenschränke aus dem Pfarrhof entfernen. Auch Ministrantenstunden und das jährliche Pfarrfest in dem Gebäude sind nicht mehr möglich. Nun denkt die Gemeinde Weyarn über einen Kauf nach – wenn ein solcher zur Frage steht und sie es sich leisten kann. Der Gemeinderat beschloss jedenfalls in seiner jüngsten Sitzung den Erlass eines Vorkaufsrechts.

Eigentümerin des denkmalgeschütztes Pfarrhof sei im Moment noch die Pfarrpfründe-Stiftung, erklärt Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Das Gebäude sei sehr renovierungsbedürftig. „Das Dach ist kaputt, es müssten wohl 1,5 Millionen Euro reingesteckt werden.“ Hört sich nach einer großen Investition ab, doch es ist klar, dass die Kommune das Haus und die dazugehörende Fläche nicht einfach dem freien Markt und damit eventuell ortsfremden Investoren überlassen will. Dafür ist das Areal zu sensibel.

So grenzt etwa südlich ein Grundstück der Gemeinde an, auf dem das Private Sonderpädagogische Förderzentrum Irschenberg untergebracht ist. Vor dem Pfarrhof an der Pienzenauer Straße sind öffentliche Parkplätze ausgewiesen, von denen es in Neukirchen sonst keine gibt. Sie sind vor allem für die Besucher der Kirche und des Friedhofs sehr wichtig. Der Pfarrhof prägt außerdem das Ortsbild durch seine zentrale Lage und soll der Öffentlichkeit möglichst zugänglich bleiben, so der Wunsch der Gemeinde.

Ideen für eine Nutzung gibt es viele

Ideen, wie man Haus und Grundstück nutzen könnte, gibt es bereits. Der Pfarrhof könnte ein Treffpunkt werden – für die Bürger allgemein, aber auch für Vereine, die dort proben oder ihre Fahnen lagern könnten. Im weitläufigen „Garten“ wäre die Schaffung bezahlbaren Wohnraums vorstellbar, beispielsweise auch für Bedienstete der Gemeinde und ihrer Einrichtungen. Und ein Teil der baumbestandenen Fläche könnte künftig den Kindern der Förderschule zur Verfügung stehe.

Alles in allem ist das Ziel der Überlegungen eine sinnvolle Ortsentwicklung, die der Allgemeinheit zugute kommt. Eine Umsetzung von Ideen verlange allerdings auch bei der weltlichen Gemeinde eine „Gegenfinanzierung der Maßnahmen“, da die Kommune das Geld für Kauf des Geländes und die Renovierung nicht auf der hohen Kante habe, schränkt der Bürgermeister allzu große Erwartungen ein.

Kann sich die Gemeinde den Kauf leisten?

Ob die Kirche ihre Immobilie verkaufen will oder eventuell Erbpacht in Frage kommt – das weiß Bürgermeister Wöhr noch nicht. Der Beschluss für das Vorkaufsrecht sei ein Eingriff in den Grundstückshandel, dessen sei sich der Gemeinderat bewusst, erklärt er. Aber das Gremium sehe darin das geeignete und erforderliche Mittel, um die städtebauliche Entwicklung zu sichern. „Wir wollen handlungsfähig sein, ob wir es uns dann wirklich leisten können, das ist noch nicht klar.“

cmh

Auch interessant

Kommentare