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Rainer Kathan will sich nun verstärkt auf seinen Stammsitz in Bad Wiessee konzentrieren. 

„Kein Racheakt“

Ohne Kathan geht’s nicht: Gemeinderat hebt Beschlüsse auf

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Nachdem die Vertragsverhandlungen wegen den Grundstückseigentümern platzten, und das Autohaus Kathan doch nicht nach Weyarn kommt, hat der Gemeinderat Konsequenzen gezogen.

Weyarn – Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) kündigte den Tagesordnungspunkt als „unerfreuliche Sache“ an. Es ging um das Autohaus Kathan. Die Gemeinde sei sehr daran interessiert gewesen, Arbeitsplätze zu schaffen. Um Hindernisse aus dem Weg zu räumen, gab es sogar einen Runden Tisch mit dem Landratsamt. Jetzt aber habe der Bauwerber Rainer Kathan seinen Antrag zurückgezogen.

In der jetzigen Sitzung hob der Gemeinderat daher einstimmig die alten Beschlüsse zur Änderung des Bebauungsplans Nummer 25 „Erlacher Weg Nord“ und des entsprechenden Flächennutzungsplans auf. Alles andere macht aus Wöhrs Sicht keinen Sinn. „Weil der Bebauungsplan auf Kathan zugeschnitten war.“ Dieser Änderung hatte das Gremium in der Vergangenheit unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass gewisse vertragliche Vereinbarungen eingehalten werden. Da diese nun nicht vorliegen, habe sich die Sache erledigt.

Wie berichtet, wollte Kathan sein Autohaus von Miesbach nach Weyarn verlegen, nachdem sein Pachtvertrag in der Kreisstadt nicht verlängert wurde. Die Weichen für den Neubau im Gewerbegebiet Am Weiglfeld waren schon gelegt: Der Gemeinderat hatte der Bebauungsplan- und Flächennutzungsplanänderung zugestimmt. Kathan hatte seine Pläne schon in der Schublade liegen. Doch kurz vor der Ziellinie platzten die Vertragsverhandlungen mit den Grundeigentümern. Das enttäuschte Unternehmen will sich nun wieder verstärkt auf seinen Stammsitz in Bad Wiessee konzentrieren.

Um einen Racheakt gegenüber den Grundeigentümern handle es sich bei der Beschlussaufhebung nicht, betont der Rathauschef auf Nachfrage. Er glaubt, dass es unter diesen Bedingungen schwierig wird, wieder einen Investor für die Fläche zu finden. Allein Kathan habe „erhebliche Summen“ in Vorleistungen investiert. „Dieses Geld kann er nun abschreiben.“

Die Gemeinde wolle das Gewerbegebiet zwar weiterentwickeln, „aber nicht um jeden Preis“, sagt Wöhr. Planungen strebe die Kommune nur an, wenn ihr der Grund gehört oder „wenn wir wissen, was konkret hinkommt“. Eben, um Einfluss zu bekommen. Die Gemeinde besitzt noch drei Parzelle östlich der bestehenden Neubauten, die Gesamtfläche umfasst circa 6000 Quadratmeter. Den Bebauungsplan gibt es schon. „Es besteht Baurecht“, sagt Wöhr. Im Moment verhandle die Gemeinde mit Bewerbern. Um wen es sich dabei handelt, will Wöhr erst verraten, „wenn die Tinte auf dem Papier ist“. Immerhin: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das heuer hinkriegen.“

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