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„Ich fahr immer ganz schnell vorbei“: Sybille Klages hat Angst, dass sich die Mangfall immer ins Ufer frisst, und der Hang immer mehr abrutscht. 

Ortstermin in Breitmoos 

Anwohner schlagen erneut Alarm: Mangfall rückt Straße zu Leibe

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Die Mangfall frisst sich ins Ufer und rückt einer Straße in Breitmoos zu Leibe. Anwohner schlagen schon lange Alarm. Jetzt gab’s erneut einen Ortstermin mit Behörden.

Breitmoos – Der Hang rutscht. „Ich fahr immer ganz schnell vorbei“, sagt Anwohnerin Sybille Klages. Ihr Haus in Breitmoos liegt kurz vor dem berühmten Mangfallknie – wo der Fluss einen Knick macht und seine Fließrichtung von Nord nach Süd ändert – und wird nur durch eine einzige Straße erschlossen. Weil sich das Ufer der Mangfall immer weiter nach Osten verschiebt, rückt das Wasser immer näher an diese Straße. Ihre Befürchtung: „Wenn eines Tages ein Öllaster da runterfallen sollte, wäre nicht nur der arme Fahrer verletzt, sondern auch die ganze Mangfall verseucht.“ Ihr Sohn Konstantin, der die Bayern-Kamele in Grub betreibt, beobachtete, dass neulich ein weiteres Stück Hang abgebrochen ist. „Es ist eine Frage der Haftung und der Zeit, bis was passiert“, sagt er. „Wir reden da jeden Tag drüber.“

Jetzt hat erneut ein Ortstermin zu besagtem Weg stattgefunden. Wie Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) nun in der Gemeinderatssitzung berichtete, waren Vertreter von Gemeinde, Umweltministerium, Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, eine Mitarbeiterin aus dem Büro von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) sowie Anwohner und Eigentümer von angrenzenden Waldflächen dabei. Laut Wöhr handelt es sich um einen öffentlichen Wald- und Feldweg. Die Anrainer allerdings seien in der Unterhaltspflicht.

Das Ergebnis des Treffens klingt mau: „Die Positionen haben sich nicht bewegt“, bedauerte Wöhr. Eine Lösung blieb aus. Lediglich ein neuer Aspekt tat sich auf: Der Staat wäre bereit, Flächen abzukaufen, um die Straße erneut zu verlegen. Dies aber würden Eigentümer und Anwohner ablehnen, weil sie fürchten, dass sich der Fluss dann weiter gen Osten bewegt und sich das Spielchen in einigen Jahren wiederholt. Die Familie Klages etwa asphaltierte den Weg vor gut 25 Jahren auf eigene Kosten. „Die Mangfall frisst sich seither kontinuierlich nach mehreren Hochwassern heran und ist noch einen Meter entfernt“, berichtet Sybille Klages. „Man kann nur hilflos zuschauen, bis definitiv eine Katastrophe passiert und die Straße circa 15 Meter nach unten mitgerissen wird.“ Dabei handle es sich um einen frequentierten Wanderweg, auf dem sich viele Schulklassen tummeln.

Franz Demmelmeier (SPD) kommentierte den Ortstermin so: „Es ist also so, wie es vorher war.“ Er wollte wissen, ob eine Verbauung der Mangfall kein Thema wäre. Denn wie Wöhr berichtete, halten es Anwohner für nötig, dass das Flussbett baulich wieder Richtung Westen verschoben wird – um es so in sein ursprüngliches Korsett zu zwingen. Sybille Klages fände das gut: „Die einfachste Lösung wäre, die Mangfall umzuleiten.“ Wie Wöhr aber von den Behörden erfuhr, würde dies gut eine Million Euro kosten. Zudem wäre ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren nötig. Obendrein liege der Bereich in einem FFH-Gebiet, also in einem Natur- und Landschaftsschutzgebiet, was eine Genehmigung schwierig mache.

„Der Bürgermeister hat sich toll für uns eingesetzt“, lobt Sybille Klages. Trotzdem: „Wir sind alle murrend aus dem Treffen herausgegangen.“ Wöhr hofft, dass jetzt alle Beteiligten nochmals über die bestehenden Möglichkeiten nachdenken. Konstantin Klages malt derweil ein Horrorszenario an die Wand: „Irgendwann kommt der große Clash.“

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