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Pfiffig statt mit Verboten: So will Weyarn seine Spielplätze sauber halten

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Von: Christine Merk

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Verbotsschilder erachtet der Weyarner Gemeinderat noch nicht als angebracht, um auf den Spielplätzen im Gemeindegebiet für das richtige Verhalten zu sorgen.
Verbotsschilder erachtet der Weyarner Gemeinderat noch nicht als angebracht, um auf den Spielplätzen im Gemeindegebiet für das richtige Verhalten zu sorgen. © Thomas Plettenberg

Freundlich bleiben: Um einen Saustall an Spielplätzen zu verhindern, setzt Weyarn auf nette HInweise, statt auf Verbotsschilder.

Weyarn – Raucher, die ihre Kippen wegwerfen, späte Besucher, die Bierflaschen hinterlassen, oder auch frei laufende Hunde – all das ist auf Spielplätzen nicht gern gesehen. Mit Verboten können sich die Weyarner Gemeinderäte aber nicht anfreunden. Sie wollen erst mal mit freundlichen Schildern zu vernünftigem Verhalten animieren.

Es ist so ähnlich wie bei Hundebesitzern: Der weitaus größte Teil räumt die Häufchen seiner Tiere weg, ein kleiner Teil kümmert sich nicht drum und erzeugt damit viel Ärger. Ebensolche Unvernünftige gibt es auf Spielplätzen. Ob man ihnen mit einer Spielplatzverordnung Einhalt gebieten soll und ob das überhaupt der richtige Weg ist und funktioniert, das war nun Thema in der Sitzung des Weyarner Gemeinderats. Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) erläuterte die Problematik. Immer wieder würden Besucher auf Spielplätzen rauchen, was zum einen ein „schlechtes Vorbild“ sei. Manche werfen die Zigarettenstummel zudem unbedacht weg – eine Gefahr für kleine Kinder, die diese verschlucken können. Sollte man das Rauchen also verbieten und ebenso das Trinken von Alkohol oder freilaufende Hunde?

Verbote kann man aussprechen, muss sich aber auch kontrollieren

Der Bürgermeister machte keinen Hehl daraus, dass er sich mit einer Spielplatzverordnung, die dafür Grundlage ist, anfreunden könnte. Viele Gemeinderäte hatten aber Zweifel, ob Verbotsschilder, die man aufstellen müsste, der richtige Weg sind. „Wenn etwas verboten wird, dann muss man es auch durchsetzen“, sagte Zweiter Bürgermeister Franz Demmelmeier (SPD). Das müsse aber nicht die Gemeinde machen, erläuterte Wöhr. Jeder Spielplatzbesucher könnte einen anderen auf sein Verhalten ansprechen und habe dann ein Grundlage dafür. Und wenn jemand nicht einsichtig sei und beispielsweise dennoch rauche, könne man sogar die Polizei rufen. Auf ein Schild könne man sich berufen, fand auch Anian Rutz (UWG): „Es gibt ja außerdem schon noch Bürger, die sich an Schilder halten, und wenn jemand zum Rauchen dann vom Spielplatz rausgeht, ist das ja auch schon ein positiver Effekt.“

Verwaltung soll sich jetzt um Inhalt der Schilder kümmern

Betty Mehrer (SPD) hielt eine Spielplatzsatzung für sinnvoll, „auch wenn es immer welche gibt, die sich nicht daran halten“. Anschi Hacklinger (Grüne) brachte schließlich eine Alternative zu Verbotsschildern ins Gespräch. Sie hätte schon „pfiffige Schilder“ gesehen, die auf nette Weise zu richtigem Verhalten animieren. Der Vorschlag fand letztlich bei der Mehrheit Zustimmung. „Vielleicht erreicht man die Leute damit besser“, hoffte Angelika Viellechner (FW). Auch Rutz fand diese Alternative einen „guten Kompromiss“. Es gebe ja Spielplätze, die nicht abgegrenzt seien, warf er ein, etwa am Klosteranger. „Wenn da jemand auf der Bank abends ein Bier trinkt oder einen Spritz, das ist doch eigentlich nicht schlimm.“

Gegen zwei Stimmen beschloss der Gemeinderat, dass die Verwaltung einen Vorschlag für ein positives Schild erarbeiten soll, das zu korrektem Verhalten anhält. Bürgermeister Wöhr und Mehrer wären für eine Satzung gewesen. Sie kommentierten ihre „Niederlage“ mit Humor. „Da kommt mein ehemaliger Beruf durch“, meinte Ex-Polizist Wöhr. Mehrer fügte an: „Und bei mir die Oma, die mit den Enkeln auf den Spielplatz geht.“

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