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Michael Pelzer (r.) feiert am Freitag 70. Geburtstag. Vor Kurzem wurde er von Bürgermeister Leonahrd Wöhr und dem Gemeinderat zum Altbürgermeister ernannt

„Ich bin nicht der Mensch, der daheim sitzt“

Polit-Altmeister Michael Pelzer wird 70 Jahre alt

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Michael Pelzer feiert am Freitag seinen 70. Geburtstag. Der ehemalige Weyarner Bürgermeister hat sich aber noch lange nicht zurückgezogen. Er ist im Unruhestand schwer aktiv.

Weyarn– Er ist ein Mann, der Hummeln im Hintern hat. Michael Pelzer gibt es ganz offen zu: „Ich bin nicht der Mensch, der daheim sitzt und nur seinen Hobbys nachgeht.“ Obwohl er eine neue Freizeitbeschäftigung für sich entdeckt hat: das E-Bike. „Seitdem fahre ich so viel Rad wie nie zuvor.“ Ein bisschen Pilates und Yoga macht er auch.

Meistens aber widmet sich der ehemalige Weyarner Bürgermeister, der seit über 40 Jahren in der Politik tätig ist und der seit Kurzem den Ehrentitel „Altbürgermeister“ trägt, ehrenamtlichen Dingen. Von Ruhestand kann da gar keine Rede sein. Obwohl er heute 70 Jahre alt wird.

Zum einen sitzt er für die FWG im Kreistag. Außerdem ist er Vorsitzender der Leaderarbeitsgemeinschaft, die hauptamtliche Koordination hat Stephanie Stiller von der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) inne. Pelzers Lieblingsprojekt ist hier das „Da-und-dort-Projekt“ in Zusammenarbeit mit Österreich, das seit gut einem Jahr laufe. „Jede teilnehmende Gemeinde soll von der anderen lernen“, erklärt Pelzer. Es gibt Themenschwerpunkte wie die Ökomodellregion. Auch die Themenwanderwege am Wendelstein gefallen ihm gut. Momentan gebe es zudem die Idee, die alten Klosterterrassen an der Mangfall in Weyarn zu rekultivieren. „Wir hoffen, dass wir das über das Leaderprogramm machen können.“

Davon abgesehen ist der 70-Jährige Beauftragter für die Bildungsregion Landkreis Miesbach, auch hier gibt es einen hauptamtlichen Partner bei der SMG, namentlich Johann Holzinger. Was etwas abstrakt klingt, äußert sich in konkreten Projekten. Zum Beispiel sei heuer im Herbst im Waitzinger Keller in Miesbach unter dem Motto „Stuzubi“ eine Messe geplant. Hier können sich Firmen vorstellen, die Fachkräfte suchen. „Junge Menschen sollen sich klar machen, was es für qualifizierte Arbeitsplätze im Landkreis gibt.“ Bewährt hätten sich die Ausbildungstouren, ihm Rahmen derer Azubis Firmen besuchen. Außerdem sei ein neues Projekt in der Pipeline. Hierbei sollen Mittelschüler zeigen, wie man eine Geschäftsidee umsetzen kann. Nicht zuletzt liegt Pelzer die Kooperation mit der Erwachsenenbildung am Herzen, etwa mit Volkshochschulen und Katholischem Bildungswerk. Pelzer ist also zufrieden mit der Bildungsregion. Jetzt wäre es schön, wenn der Freistaat, der das Projekt ins Leben rief, dafür Geld locker machen würde, findet er. „Bislang gibt es keinen Pfennig dafür.“

Pelzers Beschäftigungsliste geht noch weiter. Er ist viel mit Vorträgen zum Thema Bürgerbeteiligung, Baukultur und Bodenpolitik unterwegs. Nebenbei arbeitet er als Rechtsanwalt. „Es macht Spaß“, sagt er.

Zeit zum Geburtstagsfeiern bleibt trotzdem. Seine drei Kinder, sieben Enkel, Geschwister und Freunde sind eingeladen. „Wenn man keine feste Funktion mehr hat, steht die Familie mehr im Mittelpunkt.“ Trotzdem habe sich der ein oder andere externe Gast angemeldet. Pelzer sagt: „Wer kemma wui, soll kemma. Dann schau ma mal.“

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