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Sparkasse pumpte 193.000 Euro in Weyarner Saal

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Der Weyarner Sitzungssaal taucht auch in dem Bericht auf. © tp

Weyarn - Auch die Gemeinde Weyarn hat Geld von der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee bekommen und dafür den Sitzungssaal des Rathauses renoviert. Jetzt ist die genaue Summe bekannt.

Der Raum bekam einen neuen Besprechungstisch samt Bestuhlung sowie eine Multimediaanlage. „Weiterhin wurde ein Kunstwerk erworben“, heißt es in dem Bericht. Die Kosten beliefen sich auf insgesamt 193 061 Euro. Diese setzen sich wie folgt zusammen: Die Baukosten nahmen 93 061 Euro ein, der Tisch und die Anlage 84 000 Euro. Das Kunstwerk, das Triptychon von dem Heimatkünstler Herbert Klee, das am Kopf des Saales hängt, kostete 16 000 Euro. Die Sparkasse übernahm die Kosten für Tisch, Anlage und Kunstwerk, „buchte sie als Sachausstattung in das Vermögen der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee ein und stellte die Gegenstände der Gemeinde Weyarn als Dauerleihgaben zur Verfügung“. Zunächst stemmte die Gemeinde die Baukosten selbst; später übernahm diese ebenfalls die Sparkasse „in Form von drei Geldspenden zum Zwecke der Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege“. Die Gemeinde habe Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Weitere neue Details aus dem Prüfbericht lesen Sie hier

Die Regierung von Oberbayern hat den Sachverhalt rechtlich geprüft. Das Ergebnis: Die Übernahme der Baukosten sei „gemeinnützig und damit vom öffentlichen Auftrag“ der Kreissparkasse gedeckt gewesen. Aber: „Die weiteren übernommenen Kosten für den Konferenztisch, die Bestuhlung und die Multimediaanlage stimmen jedoch nicht mehr mit dem öffentlichen Auftrag“ überein und „sind somit materiell rechtswidrig“, heißt es. Daher müsse die Sparkasse nun diese Kosten von der Kommune zurückfordern „sowie Schadenersatzansprüche wegen Pflichtverletzungen der damals handelnden Organe prüfen“.

Weyarns neuer Bürgermeister Leonhard Wöhr reagiert überrascht: „In der Höhe höre ich das zum ersten Mal“, sagt er auf Anfrage. Ihm seien nur rund 100 000 Euro bekannt gewesen. Diese Summe hatte er im März 2014 gegenüber dem Holzkirchner Merkur genannt, er las sie damals für einen Zeitungsartikel aus dem Haushalt 2010 heraus. Von den Rückforderungen habe er bislang nichts gehört. Kämen diese, wird es eng in der Kasse. „Das Budget ist schmal.“ Im Ernstfall wolle er „rechtlichen Beistand“ einholen. Sein Vorgänger Michael Pelzer sagt: „Ich habe nur von den gut 100 000 Euro gewusst. Schon das habe ich für eine stolze Summe gehalten.“ Nur diese Summe würde in den Büchern der Gemeinde auftauchen. „In den Rest hatten wir keinen Einblick. Nur ein Teil der Rechnungen kam bei uns an.“ Will heißen: Nur die Sparkasse habe die gesamte Summe gekannt. So stellt es Pelzer dar. Das Gemälde ist laut Pelzer bereits im Vorfeld der Renovierung angeschafft worden. Dass die Bank Kunst zur Verfügung stellte, sei üblich gewesen. Er räumt ein, dass im Weyarner Rathaus zwei weitere solche Kunstwerke hängen.

Von Marlene Kadach

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