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Idyllisch aber teilweise holprig ist der Radweg durch das Mangfalltal zwischen Weyarn und Miesbach. Hier ist die Etappe am Spiralschacht bei Thalham zu sehen. Eine al ternative Route soll an der Staatsstraße entstehen. 

Radweg Weyarn-Miesbach hängt in Warteschleife

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Die Gemeinde Weyarn und die Stadt Miesbach warten auf den Bescheid vom Staatlichen Bauamt Rosenheim, ob der Radweg an der Staatsstraße 2073 vom Freistaat gefördert wird

Weyarn– Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) sitzt auf glühenden Kohlen: Im Januar hatten sich er und und seine Miesbacher Amtskollegin Ingrid Pongratz (CSU) mit dem Staatlichen Bauamt Rosenheim getroffen, um den geplanten Radweg zwischen Weyarn und Miesbach zu präsentieren. Wie berichtet wollen die Klostergemeinde und die Kreisstadt den Radweg im Förderprogramm des Freistaats für 2020 bis 2024 unterbringen. Im Juni, spätestens Juli, sollten die beiden Kommunen laut Wöhr eigentlich Rückmeldung vom Staatlichen Bauamt bekommen.

Doch die Mühlen der Verwaltung mahlen langsam: „Der Meldeprozess an unsere vorgesetzte Dienststelle ist noch nicht abgeschlossen“, teilte Baudirektor Stefan Högenauer vom Staatlichen Bauamt auf Nachfrage mit. Wann Weyarn und Miesbach Bescheid bekommen, könne er nicht beantworten, allerdings gehe er nicht davon aus, dass das sehr zeitnah geschehe. „Derzeit laufen die Vorbereitungen für die Aufstellung von Radwegeprogrammen an Bundesstraßen und Staatsstraßen 2020 bis 2024. Die neuen Programme sollen rechtzeitig vor Auslaufen der aktuellen Programme verkündet werden.“

Auch wie die Chancen stehen, dass der Radweg zwischen Weyarn und Miesbach im Förderprogramm erscheint, kann Högenauer nicht beurteilen. „Wir machen dem Verkehrsministerium Vorschläge und leisten Vorarbeiten, aber wir entscheiden darüber nicht abschließend.“ Über eine Priorisierung könne man nur spekulieren.

Wie berichtet wollen Weyarn und Miesbach einen asphaltierten Radweg neben der Staatsstraße 2073 bauen. Bislang müssen sich Radler auf Schotterpisten durch das zwar idyllische, aber unwegsame Mangfalltal strampeln, wenn sie nicht auf der stark und schnell befahrenen Staatsstraße selbst radeln wollen. „Würden wir in das Förderprogramm kommen, würde der Freistaat die Kosten zu 100 Prozent übernehmen“, sagt Wöhr. „Nur wenn wir Sonderwünsche haben, wie dass der Radweg auch von Traktoren befahren werden kann, müssten wir zuzahlen.“ Das heiße allerdings nicht, dass der Radweg Weyarn gar nichts koste. „Wir müssten natürlich unsere Grundstücksflächen zur Verfügung stellen.“ Auch der Unterhalt samt Räumdienst obliege den Gemeinden.

Wöhr ist zuversichtlich, dass der Radweg in das Förderprogramm rutscht, denn momentan werde der Ausbau der Radinfrastruktur sehr forciert. Allerdings sei denkbar, dass nicht sofort die gesamte, acht Kilometer lange Strecke gebaut werde. „Das ist auch abhängig von Grundstücksangelegenheiten.“ Zwar habe Weyarn einen hohen Eigenanteil, ganz ohne Grunderwerb gehe es aber nicht. Verhandlungen mit Grundeigentümern müssten geführt werden. Unter Umständen realisiere man den Radweg in Teilabschnitten. „Mir liegt besonders die Strecke zwischen Thalham und Weyarn am Herzen“, sagt Wöhr. Insbesondere die Etappe am Stürzlhamer Berg sei für Radler nicht sicher befahrbar. Ungut – und deshalb bevorzugt als Radweg auszubauen – ist seiner Meinung nach auch das Teilstück zwischen Pienzenau und Miesbach.

Für den gesamten Radweg rechnet Wöhr mit Kosten im siebenstelligen Bereich. Zu den kostspieligen Maßnahmen gehört seiner Einschätzung nach der Stürzlhamer Berg zwischen Thalham und Weyarn. An dieser Engstelle müsste man circa einen Meter in den Hang hineingraben, um den Weg breiter zu machen.

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