Schanuk bei „Mein Lokal, Dein Lokal – spezial“ 
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M it Untertiteln übersetzte der Sender Schanuks (r.) Aussagen vom Bairischen ins Hochdeutsche. Der Fernsehkoch Mike Süsser (l.) gab dem Wirt aus dem Gasthof Lindl in Fentbach genau wie seine Kollegen volle Punktzahl. 
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„I am the Potato-Warrior...“ - Mit Link zur ganzen Sendung

Weyarner Wirt Schanuk siegt „Mein Lokal, Dein Lokal“

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Mit dem Fernsehen hat es der Schanuk eigentlich nicht. Vielleicht hat er gerade deshalb bei „Mein Lokal, Dein Lokal“ so eingeschlagen. Der Link zur Sendung, was hinter der Kamera passierte - und wer gewonnen hat:

Fentbach -  Der Schanuk zieht in den Kochkrieg. Seine Waffen: Kartoffeln, Speck und Steinpilze. Ins Gesicht schmiert er sich zwei schwarze Striche, die Kriegsbemalung. „I am the potato-warrior“, sagt er auf Englisch in die Kamera, schließlich wuchs er in den USA auf. Er ist also der Kartoffel-Krieger. „Und aus meinen Konkurrenten mache ich Püree“, meint er auf Bairisch. Drunter läuft der Untertitel – die Übersetzung ins Hochdeutsche. Denn: „Wer versteht mich schon?“, scherzt er.

Mit klaren Ansagen hat der schrullige Wirt aus dem Gasthof Lindl in Fentbach bei der Kabel 1-Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal – Spezial“ mitgemacht. Wie berichtet, drehte der Sender im November 2016 in seiner Küche. Am Donnerstagabend lief der Kochwettbewerb jetzt im Fernsehen. Und siehe da: Der Schanuk (58), der mit bürgerlichem Namen Thomas Sterczela heißt, und seinen Spitznamen von den Aborigines hat, hat diesen Kochkrieg gewonnen. Allerdings muss er sich den ersten Platz mit dem italienischen Ristorante Galleria in München teilen. Der dritte Mitbewerber, ebenfalls aus München, war die Tagesbar Ballabeni. In der Jury saßen Fernseh-Koch Mike Süsser, Food-Journalistin Katja Mutschelknaus und Carsten Höppner, der in Augsburg eine Kochschule betreibt. Sie entschieden darüber, wer die beste Kartoffelsuppe macht. 

Bevor sein Auftritt zu sehen war, bereitete der Schanuk alles vor. „Wir mussten das Fernsehkabel von der Küche ins kleine Stüberl verlegen.“ Dort verfolgten Gäste die Show. Der Schanuk selbst konnte nur kurz ein Auge drauf werfen. „Ich musste ja kochen.“ Während der Sendezeit – 18 Uhr – hatten viele Gäste Hunger. „Aber ich hab alles aufgezeichnet.“

Danach schaute er sich alles in Ruhe an. „Ich war überrascht.“ Positiv überrascht. „Es war echt nett gemacht.“ Dabei wollte er erst gar nicht mitmachen. Wer braucht schon das Fernsehen? Einige Kollegen rieten ihm ab. „Die zerreißen Dich da“, warnten sie ihn. Doch der Schanuk antwortete: „Wenn die mich zerreißen, ist es mir wurscht.“

Positiv überrascht haben ihn die beiden Konkurrenten. „Wenn da jetzt eine Tankstelle oder eine Frittenbude mitmachen, braucht man sich hinterher nichts einbilden, wenn man gewinnt“, dachte er sich im Vorfeld. Doch die anderen seien gut gewesen. Das Ristorante Galleria zauberte eine Suppe mit Kartoffeln samt Kopfsalat und Oktopus. Die Tagesbar präsentierte sich modern, mit einer veganen Süßkartoffelsuppe samt Mangoessenz und Popcorn. Der Schanuk mags lieber traditionell. Er machte eine Alt-Wiener Kartoffelsuppe mit scharfen Debrezinern, so wie er es in der Berufsschule in der österreichischen Hauptstadt lernte.

Die Kamera läuft: Den TV-Koch Süsser nimmt Schanuk auf dem Traktor mit ins Wirtshaus. „Ich bin eigentlich der Koch, aber ich bin zuständig für alles“, sagt der Wirt. „Klofrau bin ich, Psychologe bin ich.“ Sein Motto: „No Bull-Shit-Cooking“, und genau das steht auf seinem T-Shirt. Das bedeutet frei übersetzt: Kein Firlefanz, keine große Show, keine Molekularküche. Süssers Blick fällt auf Schanuks Kopftuch, die „wilden Haare“. „Das ist so ein Viel- Gereister“, spekuliert er. In der Küche verstehen sich die beiden gut. 

Schanuk zeigt, wie er seine Suppe macht. Seine Geheimzutat: getrocknete Steinpilze. Diese beäugt Juror Höppner skeptisch, hält es für Verschwendung, die „Königspilze“ eine Nebenrolle spielen zu lassen. Auch den Preis von 6,50 Euro bekrittelt er, viel zu hoch für eine Wirtschaft, die nicht in Stadtnähe liegt. Doch hinter den Kulissen steckte Höppner dem Wirt, dass er den bösen Bullen spielen musste, behauptet der Schanuk. Um Pfeffer in die Show zu bringen. Mutschelknaus lobte seine Suppe. „Die riecht total lecker hausgemacht, wahnsinnig würzig.“ Am Ende aber gab Höppner wie seine Kollegen volle Punktzahl: 30 Punkte, die auch das Galleria erreichte. Schanuk ist stolz: „Die beste Punktzahl mit einer einfachen Suppe.“ Beide Lokale bekamen den goldenen Suppenteller der Sendung. „Den häng ich mir an die Wand.“ Nach der Show waren die Zugriffe auf seiner Homepage so gut wie nie: 1145. „Sonst sind da nur ein paar Gurken da.“ Ins Fernsehen kommen lohnt sich also doch.

Hier geht‘s direkt zur ganzen Kabel-1-Sendung mit Schanuks Auftritt bei „Mein Lokal, dein Lokal - Kartoffelsuppe-Spezial“.

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