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Angeregter Austausch: (v.r.) Regierungsdirektor Thomas Eberherr informierte Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr und zahlreiche Vertreter aus Landwirtschaft und Forst über die Pläne für das Wattersdorfer Moor.

Auftaktveranstaltung zum FFH-Gebiet

Schutzgebiet Wattersdorfer Moor: Das sind die Folgen für Grundstücksbesitzer

Bereits seit 2016 gelten das Wattersdorfer Moor und der Seehamer See als Europäisches Naturerbe. Welche Folgen das für die Grundbesitzer hat, wurde nun bei einer Veranstaltung erörtert.

Weyarn – Als „landesweit bedeutsam“ wird das Wattersdorfer Moor im Arten- und Biotopschutzprogramm bewertet. Deshalb hat es das Bayerische Umweltministerium vor gut zwei Jahren als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) im europaweiten Biotopverbundnetz „Natura 2000“ festgesetzt. Damit geht eine Verpflichtung gegenüber der Europäischen Union einher: Die Lebensräume im Moor, das sich zwischen Weyarn, der A 8 und dem ebenfalls im insgesamt 328 Hektar großen Schutzgebiet enthaltenen Seehamer See erstreckt, müssen in ihrem Zustand erhalten bleiben. Welche Maßnahmen dafür notwendig sind, wird derzeit geprüft. Ziel ist die Erarbeitung eines sogenannten Managementplans.

Bei einer Auftaktveranstaltung im Landgasthof Neukirchen diskutierten nun Vertreter der federführenden Regierung von Oberbayern, der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt und des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) mit einigen der 98 betroffenen Grundstückbesitzer über mögliche Folgen für die Bewirtschaftung der Flächen im Schutzgebiet. Thomas Eberherr, Regierungsdirektor und Teamleiter von „Natura 2000“, betonte, die Veranstaltung diene dazu, die Grundbesitzer zu informieren und in die Erarbeitung des Managementplans einzubeziehen.

Zu Beginn stellte Beate Geiger-Udod von der Regierung von Oberbayern die Grundsätze des Plans dar: Ziel sei es, das Artenvorkommen von Tieren und Pflanzen in den Schutzgebieten zu erhalten. Der Managementplan liefere eine Bestandsaufnahme und sei eine Handlungsanweisung dafür, wie die Behörden Hand in Hand mit den Nutzern die Erhaltung der Natur gewährleisten könnten.

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Zuerst erfolge die Kartierung der Lebensräume sowie die Bestandsaufnahme im Offengelände und im Wald, um festzustellen, welche Lebensraum- und Artentypen vorhanden sind. Dem folge eine Bewertung des Zustandes besagter Gebiete. Auf dieser Grundlage würden die zuständigen Behörden mögliche Maßnahmen ausarbeiten, um den Naturraum bestmöglich zu erhalten und zu pflegen.

Eberherr betonte immer wieder, dass der Plan nur ein Vorschlag sei. Die Umsetzung sei ausschließlich für staatliche Flächen verpflichtend. Den privaten Grundbesitzern bleibe es selbst überlassen, ob sie sich daran halten. Die bisher ausgeübte ordnungsgemäße Land- und Forstwirtschaft und Fischerei bleibe weiterhin möglich – solange sich keine Nachteile für die Erhaltungsziele ergeben. Im Klartext: Es bestehe ein „Verschlechterungsverbot“, aber kein Veränderungsverbot oder gar eine Verbesserungspflicht.

Dennoch blieben einige Grundbesitzer skeptisch. „Wie schaut es denn mit Drainagen und trockengelegten Flächen aus?“, fragte etwa Landwirt Hans Würmseer. Eberherr versuchte, zu beruhigen. Auch im FFH-Gebiet dürfe oder solle das, was an Entwässerungsanlagen bereits besteht, weiter unter- und erhalten werden. Der Regierungsdirektor forderte alle Betroffenen dazu auf, im Falle von Zweifeln oder Fragen das Gespräch mit den zuständigen Behörden zu suchen. Ziel sei es, eine Lösung zu finden, mit der beide Seiten einverstanden sind.

Bislang fühlten sich die Grundstücksbesitzer jedoch wenig gehört und informiert. Sie hätten weder einen Bescheid erhalten, noch wären sie über den Plan und die Maßnahmen aufgeklärt worden, kritisierten einige. Josef Faas von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt räumte einen „Fehler in der Planung“ ein. Ab sofort sollten Nutzer und Bewirtschafter des FFH-Gebiets aber nicht mehr außen vor gelassen werden.

Der erste Entwurf des Managementplans werde vier Wochen vor dem endgültigen Beschluss in voraussichtlich einem Jahr im Landratsamt und den betroffenen Gemeinden Weyarn und Irschenberg für alle ersichtlich ausliegen, kündigte Eberherr an. Man wolle Missverständnisse vermeiden und mit Diplomatie eine gute Zusammenarbeit erreichen.

von Marina Birner

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