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Der Künstler und sein Werk: Karl-Jakob Schwalbach lehnt am Christophorus-Brunnen in Weyarn.

Kunst im öffentlichen Raum

Schwalbach: Kunstwerke, die sich durch den ganzen Landkreis ziehen

Die Kunstwerke des Valleyer Künstlers Karl-Jakob Schwalbach sind im ganzen Landkreis zu finden. Ein Element hat es dem Künstler besonders angetan.

Weyarn Er soll einst einen Buben über einen Fluss getragen haben. Als dieser immer schwerer wurde, sagte der Mann zu dem Kind, dass er so schwer sei wie die Last der Welt. Darauf entgegnete ihm der Junge, er sei derjenige, der Himmel und Erde erschaffen habe – Christus. Mit dieser Legende wurde Christophorus zum Ersten der 14 Nothelfer und Schutzpatron der katholischen Kirche. Dieser Überlieferung bediente sich der Künstler Karl-Jakob Schwalbach (81) aus Valley. Er gestaltete für die Sparkasse Weyarn eine Christophorus-Skulptur. Nicht das einzige Werk des Künstlers, das im Landkreis zu bestaunen ist. Und auch in München und außerhalb Bayerns sind Kunstwerke von Schwalbach im öffentlichen Raum zu finden.

Die Ikone Christophorus

Die ikonographische Darstellung des Christusträgers ist ein junger Mann, der ein Kleinkind auf den Schultern trägt und einen Stab in der Hand hält. Christophorus ist Patron für Autofahrer, Reisende, schwangere Frauen und Lastträger. Vor der Sparkasse in Weyarn befindet sich seit 2006 eine Darstellung des Schutzheiligen, eingebettet in ein Skulpturensemble. Die Bronzefigur richtet den Blick auf die viel befahrene Miesbacher Straße, was seine Wirkkraft als Schutzpatron für Reisende und Autofahrer unterstreichen soll. Nach mittelalterlichen Überlieferungen soll der Anblick des Heiligen Christophorus zudem vor plötzlichem Tod bewahren.

Auf Tour: Die stählernen Pferde waren unter anderem schon in Holzkirchen und beim Schlierseer Kulturherbst (hier bei der Anlieferung) zu sehen.

Die Kunstfigur

Mit der Namensgebung „St. Christophorus schreitend über zwei Säulen“ hat sich Schwalbach der katholischen Mythologie bedient. Die besondere Darstellung des Heiligen ist die eigene Interpretation des Künstlers. Dabei sitzt das Christuskind nicht auf den Schultern, sondern steht als erwachsener Mann auf der Hand des Trägers. Es hält sinnbildlich eine Weltkugel in der linken Hand. Die Darstellung entspricht einer Art „Majestas Domini“, die laut Schwalbach die „Erhabenheit des Herrn“ zum Ausdruck bringen soll.

Der Sockel bildet einen kreisförmigen Granitblock, der mit einem kleinen schlangenförmigen Rinnsal an der nördlichen Bronzesäule verziert ist. Dort fließt das Wasser hinein. Dabei ist auf einer Platte über der Auslaufstelle eine Inschrift angebracht. Darauf steht: Trinkwasser – in neun verschiedenen Sprachen. Außerdem sind um die Bronzestatue weitere Granitblöcke im Kreis aufgestellt. Dieses Skulpturensemble lädt zum Verweilen zwischen Verkehr, Parkplatz und Spaziergängern ein. Das Kunstwerk hat sich gut in den Vorplatz der Sparkasse eingefunden, da sich auch die Pflastersteine farblich anpassen.

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Auf Tour: Die stählernen Pferde waren unter anderem schon in Holzkirchen und beim Schlierseer Kulturherbst (hier bei der Anlieferung) zu sehen. 

Das Wasser in der Kunst

Das Thema Wasser spiegelt sich in vielen Kunstwerken Schwalbachs wieder. Einerseits hat er viele Brunnen gestaltet, zum anderen benutzt er diese „Lebensader“ oft als verbindendes Element – meist für Figuren mit Gegenständen. Ein gestalterisches Element, auf das Karl-Jakob Schwalbach gerne zurückgreift.

Bei seinen Kunstwerken, so erklärt Schwalbach, beschäftige er sich immer mit einem bestimmten Thema. „Die Werke sollen eine Geschichte erzählen.“ Und sie sollen den Betrachter zum Nachdenken anregen. In Weyarn zum Beispiel wird das Wasser zum Bindeglied. Menschen verschiedener Nationalitäten können barrierefrei an das Trinkwasser gelangen.

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Blickfang am Wanderweg: Das Ensemble „Tränen der Erde“ unweit des Trinkwasserbrunnens Thalham-Nord. 

Schwalbach im Landkreis

Weitere Skulpturen oder Platzgestaltungen von Schwalbach im Landkreis Miesbach sind unter anderem zu sehen in Thalham („Tränen der Erde“), Hohendilching, (Schöpfbrunnen im Friedhof), Otterfing (Floriansbrunnen vor dem Feuerwehrhaus), Weyarn (Platzgestaltung am südlichen Rathausplatz), Hohendilching (Totenbrett im Kirchhof) sowie in Miesbach (Taubenbrunnen).

Zu dieser Serie

Wie und durch wen gelangt Kunst in den öffentlichen Raum? Das ist die Frage, der wir in einer Serie in den kommenden Wochen nachgehen. Wir stellen Kunstwerke, Künstler und die Anlässe vor, die dafür verantwortlich sind.

Von Amelie Knaus

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