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Tote Fische hat eine Spaziergängerin in der Nähe des Leitzachzulaufs fotografiert.

Bürger sind beunruhigt

Tote Fische und bestialischer Gestank im Seehamer See

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Ein verstörender Anblick: Eine Fußgängerin entdeckt einen Schwarm toter Fische, die tot im Seehamer See treiben. Dazu stinkt es bestialisch. Was steckt hinter dem Sterben?

Seeham– Das hat ihr den schönen Spaziergang ordentlich vermiest: Am Sonntag war Beate Gött aus Miesbach mit ihrer Tochter am Seehamer See unterwegs. „Wir wurden von einem bestialischen Gestank begrüßt“, erzählt sie. An vielen Stellen lagen im Uferbereich tote Fische herum oder trieben auf dem Wasser. „Es war kein schöner Anblick.“ Sie fragt sich nun auch, ob die Bevölkerung hier überhaupt noch zum Baden hinkommen sollte.

Bei Weyarns Bürgermeister Leonhard (CSU) klingelte in letzter Zeit öfters das Telefon. „Anrufer hatten toten Karpfen am Seehamer See gefunden“, berichtet er. Die Gemeinde habe daraufhin das Landratsamt sowie die Stadtwerke München als Eigentümer des Sees informiert.

Laut Birger Nemitz, Pressesprecher im Landratsamt, ist das Wasserwirtschaftsamt zuständig für den Fall, seine Behörde wurde aber ebenfalls informiert. Bei einem Ortstermin wurde nach Anzeichen gesucht, ob eine Gewässerverschmutzung Ursache für das Absterben der Fische sein könnte. „Es wurden auch Gewässerproben zur Untersuchung genommen“, sagt er.

Nach übereinstimmender Meinung zwischen dem Wasserwirtschaftsamt und den Mitarbeitern des Fachbereichs Wasser, Abfall und Bodenschutz im Landratsamt handle es sich ausschließlich um ältere Karpfen. „Diese können nicht mehr ablaichen und sterben dann“, erklärt Nemitz. „Ein in der Vergangenheit bereits mehrfach aufgetretenes Phänomen.“ Es handle sich also um ein natürliches Vorkommnis, Anzeichen für eine Verunreinigung des Gewässers lägen nicht vor.

Kaum einer kennt den Seehamer See so gut wie Gerhard Kinshofer, der Vorsitzende der Kreisgruppe des Landesbunds für Vogelschutz. Er ist dort fast täglich unterwegs und auch er meint: „Das kommt jedes Jahr mal vor, wenn es warm ist.“ Vor allem alte Karpfen würden dann erkranken und sterben. Sonst käme immer eine Schar Krähen, „um aufzuräumen“. Warum sie heuer ausbleiben, ist Kinshofer ein Rätsel. Aber auch Fuchs und Mittelmeermöwen würden die Kadaver beseitigen.

Um die Fischkadaver schneller als von der Natur entfernen zu lassen, wurde der Gewässereigentümer eingeschaltet. „Eine Beseitigung der toten Fische wurde auch zugesagt“, sagt Nemitz. Die Zustände sollten sich also in Kürze normalisieren. „Falls jetzt noch tote Fische dort zu sehen sind, so sind diese entweder noch nicht gefunden worden oder weitere Tiere sind nach der ersten Reinigung gestorben.“

Das Gesundheitsamt habe routinemäßig ebenfalls Wasserproben an der EU-Badestelle am Seehamer See genommen, die aber nicht in Zusammenhang mit dem Vorfall stehen. „Tote Fische oder andere Auffälligkeiten wurden von der Mitarbeiterin im Bereich der EU-Badestelle nicht wahrgenommen“, erklärt der Pressesprecher. Die Wasserproben würden nun routinemäßig vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit untersucht.

„Eine weitere Beeinträchtigung für Schwimmer ist aber durch die Fische nicht zu erwarten“, beteuert Nemitz. Zumal die EU-Badestelle auf der Nordwest-Seite des Seehamer Sees liege, während die toten Fische vorwiegend im östlichen Teil gefunden wurden.

mar

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