+
Heupressen am Traktor sind nur schwer zu überblicken. Ein Weyarner musste nun deshalb vor Gericht.

Jetzt stand er vor Gericht

Mit seinem Traktor: Mechaniker erwischt Motorradfahrer

Weyarn – Diese Fahrt vor einem Jahr zum Heupressen hatte sich ein 23-jähriger Weyarner sicher anders vorgestellt: Er erwischte einen Motorradfahrer - und saß jetzt auf der Anklagebank.

Er bog bei Weyarn nach links in ein Feld ein, kollidierte dabei mit einem Motorradfahrer und fand sich nun auf der Anklagebank des Miesbacher Amtsgerichts wieder. Der Vorwurf lautete fahrlässige Körperverletzung.

"Die sicht nach hinten war schon etwas schwierig"

„Ich bin mir aber keiner Schuld bewusst“, verteidigte sich der Landmaschinenmechaniker zunächst. „Ich bin sehr langsam gefahren, habe regelkonform den Blinker gesetzt und bin nach links abgebogen – Also hab ich alles richtig gemacht.“ Umgesehen habe sich der junge Mann auch. Doch das sei gar nicht so leicht gewesen, wo die Heupresse doch ein so monströses Teil war. „Die Sicht nach hinten war schon etwas schwierig“, fügte der junge Mann an.

"Motorrad mit hohem Tempo angerast"

„Dann“, berichtete der 23-Jährige weiter, „kam von hinten plötzlich mit hohem Tempo ein Motorrad angerast“. Kurz darauf war es auch schon passiert: Beim Abbiegevorgang streifte der Traktor des Weyarners das Motorrad – auch die Beifahrerin bekam etwas ab. Später stellte sich heraus, dass sie mehrere Prellungen von der Kollission davon trug. „Nachdem ich ins Feld abgebogen bin, hab ich aber sofort meinen Traktor abgestellt und nach den beiden geschaut“, erzählte der Landmaschinenmechaniker.

"Ohne Geständnis keine Verhandlungspause"

Der Rechtsanwalt des Angeklagten, Ulrich Fuchs, fragte Amtsrichter Walter Leitner nach einer Einstellung des Verfahrens. Der verneinte jedoch, „denn ohne Geständnis können wir nicht über eine Einstellung verhandeln“, erklärte Leitner. Fuchs bat um eine kurze Verhandlungspause, in der er sich seinen Mandanten zur Brust nahm. Die Pause schien auch geholfen zu haben. Denn danach kam die Kehrtwende des Beschuldigten: „Ich bin mir dessen bewusst, dass ich doch eine Mitschuld an dem Unfall habe.“ Als Linksabbieger hat man ohnehin die Pflicht, sowohl auf den entgegenkommenden Verkehr, als auch auf den zurückliegenden Verkehr auf der eigenen Seite zu achten.

Der Amtsrichter und die Staatsanwältin zeigten sich daraufhin gnädig und stellten das Verfahren vorläufig gegen die Zahlung einer Geldauflage von 1000 Euro an den Kreisjugendring Miesbach ein. Somit wurden die Geschädigten auch gar nicht mehr vernommen. Fuchs sagte zu dem Vorfall abschließend: „Leider hat mein Mandant die Heupresse schon verkauft, sonst hätte er ein Foto davon machen und zeigen können, wie schwer es mit so einem riesigen Teil ist, nach hinten eine klare Sicht zu haben.“ 

Philip Hamm

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Pharma-Riese Hexal feilt weiter an seinem Campus im Gewerbegebiet in Holzkirchen
Der Pharma-Konzern Hexal plant einen Parkplatz für 540 Autos direkt neben dem neuen Firmen-Campus. Die Gemeinde hofft, dass der Grund langfristig nicht nur mit …
Pharma-Riese Hexal feilt weiter an seinem Campus im Gewerbegebiet in Holzkirchen
Schwerer Unfall: Schaftlacherin (19) kracht frontal gegen Baum
Ein schwerer Unfall ereignete sich am Freitagvormittag: Eine Schaftlacherin (19) verlor die Kontrolle über ihren Alfa Romeo und krachte frontal gegen einen Baum.
Schwerer Unfall: Schaftlacherin (19) kracht frontal gegen Baum
Hundehasser in Otterfing: Polizei sucht mit Spürhund nach weiteren Giftködern
Die Jagd auf den Hundehasser von Otterfing geht weiter. Die Polizei sucht nun mit einem Spürhund nach weiteren Ködern und Spuren. Derweil kursieren Gerüchte, dass auch …
Hundehasser in Otterfing: Polizei sucht mit Spürhund nach weiteren Giftködern
Sportlerwahl 2017: Hier können Sie abstimmen
Wir suchen die Landkreissportler des Jahres 2017. Ab sofort können Sie hier in vier Kategorien abstimmen. Wir haben Kandidaten vorgeschlagen, aber es dürfen je auch …
Sportlerwahl 2017: Hier können Sie abstimmen

Kommentare