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Weyarner Senioren dürfen kostenlos Bus fahren

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Von: Christine Merk

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Die Busse des RVO sind für manche Senioren die einzige Möglichkeit beispielsweise zum Arzt zu kommen. Weyarn will diese unterstützen und übernimmt probeweise für ein Jahr die Kosten für die Seniorenkarte.
Die Busse des RVO sind für manche Senioren die einzige Möglichkeit beispielsweise zum Arzt zu kommen. Weyarn will diese unterstützen und übernimmt probeweise für ein Jahr die Kosten für die Seniorenkarte. © Thomas Plettenberg

Weyarner Bürger über 70 Jahren dürfen künftig kostenlos das Seniorenticket für die RVO-Busse nutzen. Die Gemeinde übernimmt die Kosten – vorerst für ein Jahr. Das Projekt ist zudem auf 20 000 Euro für diese zwölf Monate gedeckelt.

Weyarn - Den Antrag für die Finanzierung des Seniorentickets hatte die SPD-Gemeinderätin und Seniorenbeauftragte Betty Mehrer gestellt. In der Sitzung des Gemeinderats vor der Sommerpause betonte sie den sozialen Aspekt. „Es geht nicht so sehr darum, dass die Leute einen Ausflug machen wollen, sondern dass sie zum Beispiel zum Facharzt nach Miesbach müssen“, erklärte sie.

Der Landkreis biete zwar an, dass seine Bürger über 65 Jahren das Seniorenticket bekommen, wenn sie ihren Führerschein abgeben. Aber gerade unter den Senioren, die auf den RVO angewiesen seien, seien viele Witwen, die nie einen Führerschein hatten, erklärte Mehrer. Und für manche mit einer kleinen Rente seien diese Tickets viel Geld.

„Wir sind nicht das Sozialamt“

Albert Zinsbacher (CSU) fand den Antrag zwar eine „gute Idee“. „Aber wir sind nicht das Sozialamt“, sagt er. Die Gemeinde habe viele Pflichtaufgaben, die sie finanzieren müsse. Wenn ein Seniorenticket bezahlt werde, sollte das im Haushalt eingeplant sein. Philipp Eikerling (Grüne) fand, dass die Vergünstigung nur Leute bekommen sollten, die wirklich bedürftig sind. Kathi Wacker (SPD) verteidigte das Seniorenticket. Gerade wegen Corona und den „zwei blöden Jahren“, welche die Senioren hinter sich hätten, könne man ihnen auch gönnen, wenn sie mal einen Ausflug machen. „Wir sollten das jetzt testen“, sagte sie. „Wir müssen nicht, aber wir können.“

Franz Demmelmeier (SPD) stimmte zu und machte einen konkreten Vorschlag zur Finanzierung. Man könnte einen Teil der 15 000 Euro verwenden, welche die Gemeinde im Haushalt eingestellt habe, um Blühwiesen zu pflanzen. Bei dieser Maßnahme werde der Boden mit großem Aufwand ausgetauscht, damit Magerflächen entstehen. „Pflanzen wir stattdessen Apfelbäume“, schlug Demmelmeier vor, „die blühen auch und kosten weniger.“

Probephase läuft ein Jahr

Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) stellte schließlich fest, wenn die Gemeinde die Bedürftigkeit prüfen solle, dann brauche es eine Regelung, die in der Verwaltung organisierbar sei. Mehrer fand das überflüssig. „Die Senioren sind so anständig“, sagte sie. Wer nicht darauf angewiesen sei, werde das Angebot nicht in Anspruch nehmen.

Angelika Viellechner (FW) überzeugte dieses Argument. „Es gibt so viele arme ältere Frauen, die nirgendwo hinkommen“, sagte sie. „Lasst es uns einfach mal ausprobieren, wie viele für das Ticket kommen.“ So fiel letztlich auch mehrheitlich die Entscheidung für einen einjährigen Probebetrieb. Mehrer bedankte sich dafür im Namen der Senioren.

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