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Nicht dicht genug ist der Takt der bestehenden Regionalbuslinie zwischen Darching Bahnhof (im Bild) und Weyarn. Zwei Wochen lang verstärkt nun ein kostenloser Shuttle-Bus die Linie. Er wird vom RVO gestellt. 

Termin für Probebetrieb zwischen Weyarn und Bahnhof Darching steht

Der Shuttle-Bus geht an den Start

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Mit dem Bus an den Bahnhof Darching? Bisher weitgehend undenkbar für Pendler aus Weyarn. Jetzt ändert sich das, zumindest vorerst: Der Termin für den Shuttle-Probebetrieb steht.

WeyarnWeyarner Pendler, die vom Darchinger Bahnhof mit der 7.56-Uhr-BOB nach München fahren wollen, müssen mit dem Auto nach Darching fahren – es sei denn, sie sind bereit, sich am Bahnhof fast 40 Minuten lang die Beine in den Bauch zu stehen: Der Takt der RVO-Bus-Linie 9561 zwischen Weyarn und Darching ist nicht dicht genug – und obendrein schlecht auf die Abfahrtszeiten der BOB abgestimmt. Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) sagt, einer Studie des Planungsverbands Oberland zufolge sei Weyarn die Gemeinde im Landkreis Miesbach, die am schlechtesten mit öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt ist.

Das soll sich jetzt ändern. Etwa 4000 Euro steckt Weyarn in den Probebetrieb des Shuttlebusses, der am 1. April startet und bis 12. April läuft. Er fährt an den Werktagen vormittags und abends jeweils drei Stunden lang zwischen Weyarn und Darching Bahnhof hin- und her. Der Fahrplan ist im Weyarner Gmoablattl abgedruckt und hängt an den Haltestellen aus. Diese befinden sich an der Weyarner Schule, dem Alten Wirt, der Münchner Straße, dem Weyarner Berg, dem Gasthof Bruckmühle und dem Fichtweg in Darching. Für die Dauer des Probebetriebs sind die Fahrten kostenlos – Weyarn spendiert den Service.

Freilich nicht ohne Hintergedanken: Die Gemeinde will beweisen, dass ein entsprechender Bedarf besteht. Dann, so hofft Wöhr, könnte der Anschluss Weyarns an den öffentlichen Nahverkehr verbessert werden. Hintergrund ist, dass der Kreistag vergangenes Jahr ein ÖPNV-Konzept aufgesetzt hat (wir berichteten). „Wir wollen da mit ganz konkreten Daten reinkommen“, sagt Wöhr, der auch Kreisrat ist. Der Weyarner Arbeitskreis Energie und Umwelt, der die Idee zum Shuttle-Bus entwickelt hatte, erhebt Fahrgastzahlen und Auslastung der Busse zu verschiedenen Zeiten.

Wöhr rechnet sich gute Chancen auf eine Verbesserung des Busverkehrs aus. „Ich sehe einen gewissen überparteilichen Konsens, dass ein hoher Bedarf besteht.“ Der Kreistag habe zudem eine Firma beauftragt, den Ist-Zustand zu ermitteln. Diese habe festgestellt, dass eine Taktverdichtung notwendig sei. Schon die Befragung der Weyarner Haushalte vor der Inbetriebnahme des Shuttlebusses zeigte großes Interesse. Laut Katja Klee, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde verantwortlich ist, sei man anfangs davon ausgegangen, dass ein Kleinbus mit neun Sitzen reicht. „Aber die Rückmeldungen der Haushalte waren so lebhaft, dass jetzt ein RVO-Bus den Shuttleservice übernimmt.“

Wöhr geht davon aus, dass es zuvor politische Diskussionen geben wird. „Wenn wir einen besseren Busverkehr haben wollen, wird das auch was kosten.“ Neben staatlicher Förderung müssen der Landkreis und damit vor allem die Gemeinde über die Kreisumlage mitzahlen. Diese liegt derzeit bei hohen 53 Prozent. Ob ein dichterer Bus-Takt im Landkreis gar eine Erhöhung der Kreisumlage bedeuten könnte, ist unklar. „Da rührt man mit dem Stock im Nebel“, sagt Bürgermeister Wöhr. Noch könnten keine Aussagen über die Kosten gemacht werden, weil noch keine konkreten Daten vorliegen. Für den Weyarner Bus gelte: „Im besten Fall ist der Andrang so groß, dass sich das selbst trägt.“

Eigentlich hätte der Shuttle-Bus bereits Anfang Februar an den Start gehen sollen. Das Projekt verzögerte sich, weil die Genehmigung der Linie nach dem Personenbeförderungsgesetz durch die Regierung von Oberbayern noch ausstand.

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