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Ein Traum am Seehamer See: Für das Grundstück (Wiese rechts) an der Osterseestraße ist ein Hotel genehmigt. Jetzt haben fünf Interessenten verschiedene Konzepte eingereicht, die alle etwas anderes vorsehen.

Luxus für Senioren oder Sozialbauten

Das sind die Pläne für das Hotelgrundstück am Seehamer See 

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Ein Grundstück am Seehamer See wird vermarktet. Fünf Interessenten haben verschiedene Konzepte vorgeschlagen. Doch der Gemeinderat wollte sich noch nicht entscheiden.

Großseeham – Es ist ein Grundstück mit prächtigem Blick auf den Seehamer See. Doch es hat schon viele Gemüter erhitzt. 2011 hatte sich Anton Kathrein, ein Großunternehmer aus Rosenheim, die Fläche angeschaut, nachdem ein Hotel-Projekt in Rosenheim geplatzt war (wir berichteten). Anwohner protestierten gegen ein Hotel, sie fürchteten mehr Verkehr im Ort sowie einen Wertverlust ihrer Immobilien. Am Ende zerschlugen sich die Pläne. Bereits Jahre zuvor hatten Investoren Interesse gezeigt. Schon damals löste sich das Vorhaben in Luft auf.

In der jetzigen Gemeinderatssitzung tauchte das rund 5700 Quadratmeter Grundstück, das südlich der Osterseestraße liegt und für das der Bebauungsplan ein „Sondergebiet Hotel“ vorsieht, erneut auf. Zugleich ging es um eine gut 1200 Quadratmeter große Fläche nebenan, für die ein Einfamilienhaus genehmigt ist. „Wir kommen zu einem etwas komplexeren Thema“, meinte Bürgermeister Leonhard Wöhr. Die privaten Grundstücke würden gerade vermarktet. Er warnte: „Wenn sich jemand findet, der ein Hotel baut, kann er einen Plan einreichen und zu bauen anfangen, wenn er sich an den Bebauungsplan hält.“

Fünf Interessenten haben sich mit verschiedenen Konzepten ans Rathaus gewandt. Sie alle wollen vorab abklopfen, was auf dem Grundstück möglich wäre. Ein Hotel plant keiner von ihnen. Weil alle Vorhaben also von dem genehmigten Plan abweichen, wäre einen Nutzungsänderung oder Änderung im Bebauungsplan nötig.

Eine Baufirma mit Sitz in Österreich reichte einen Antrag auf Bebauungsplanänderung ein, demnach soll das „Sondergebiet Hotel“ in „Residenzwohnen“ umgewandelt werden. Konkret geht es laut Wöhr um Gebäude mit Seniorenwohnungen. Die Firma hat Großes vor. Angedacht sind 50 bis 60 Wohneinheiten mit je 30 bis 50 Quadratmetern. „Es sind Seniorenluxuswohnungen im Vier-Sterne-Bereich.“ Diese würden vermietet oder verkauft werden. Insgesamt möchte die Firma eine rund 10 000 Quadratmeter große Fläche überplanen. Neben dem Hotelgrundstück und dem für ein Einfamilienhaus würden die Pläne einen Grund der Gemeinde miteinschließen, der dazwischen verläuft. Konkret sind beantragt: Zwei Hauptgebäude, 58 Meter lang und 15,50 Meter breit mit drei Vollgeschossen, ein Zwischengebäude mit 15 mal 20 Metern und einem Vollgeschoss sowie ein Nebengebäude mit 25 mal zehn Metern und zwei Vollgeschossen. Unterkommen sollen ferner ein Spa- und Gesundheitsbereich, eine Gastronomie, eine Schwimmhalle samt Fitnessbereich. „Die Firma würde das bauen und einen Betreiber suchen.“

Eine zweite Anfrage stammte von Seehamer Bürgern. Martin Hofer und Karsten Stahl wünschen sich eine gewerbliche Nutzung sowie einen Wohnbereich. Sie würden das Hotelgrundstück in zwei Parzellen teilen. Unter anderem soll eine Firma einziehen, die sich mit Materialforschung beschäftigt.

Ferner gingen drei mündliche Anfragen ein. Eine Firma aus dem Kreis Rosenheim möchte sozialen Wohnungsbau realisieren. Ebenfalls aus dem Raum kommt eine Anfrage eines Betreibers, der ein Altenheim plant. Zudem gibt es Überlegungen von der Eigentümerseite in Richtung Wohnbebauung. Die Gemeinde könnte einen Teil für Einheimischenprogramm nutzen.

Zwar sei in der Gemeinde ein Pflegeheim Thema, aber: „Man muss genau hinschauen, ob das so ist, wie wir uns das vorstellen“, findet Wöhr. Es bestehe kein Rechtsanspruch, dass die Gemeinde planerisch tätig werde. „Es ist ein sensibles Gebiet.“ Zum einen liege es neben einem FFH-Gebiet und am Ende eines Wohngebiets. Daher müsse man mit den Seehamern reden. „Es ist ein kleiner Ort.“ Man könne dort die Bevölkerung innerhalb kürzester Zeit nicht verdoppeln. Albert Zinsbacher (CSU) mahnte: „Es ist kein Gewerbegebiet.“ Angesichts der vielen Angebote beschloss der Gemeinderat ohne Diskussion einstimmig, die Anträge zurückzustellen. Erst sollen nähere Infos zu allen Konzepten vorliegen. Franz Demmelmeier (SPD) meinte, man solle sich Vorschläge genauer anschauen. „Es brodelt und wird uns ständig beschäftigen.“

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