Schilderwäldchen: Nina Frare hat mit Mitstreitern junge Bäume am Klosteranger gekennzeichnet.
+
Schilderwäldchen: Nina Frare hat mit Mitstreitern junge Bäume am Klosteranger gekennzeichnet.

AK Gemeinschaftliches Garteln

Baumschilder auf dem Klosteranger: Damit jeder weiß, was da wächst

  • Christine Merk
    vonChristine Merk
    schließen

Wer durch das Wohngebiet am Klosteranger spaziert, entdeckt an den jungen Bäumen kleine Schildchen. Was hat es damit auf sich? Wir haben uns auf Spurensuche begeben.

Weyarn - Was wächst denn da? Nina Frare (58) hat mit weiteren Mitgliedern des Arbeitskreises Gemeinschaftliches Garteln dafür gesorgt, dass die Obstbäume auf dem Weyarner Klosteranger nicht nur irgendwann hoffentlich viele Früchte tragen, sondern auch Wissen vermitteln. Wir haben nachgefragt, was es mit der „Baum-Beschilderung“ auf sich hat.

Frau Frare, was kann man auf den Schildchen lesen?

Zum einen, um welchen Obstbaum es sich handelt, und dann noch die Sorte, soweit wir die wussten. Die Sorte ist bis jetzt nicht auf allen Schildern zu lesen. Es gab zwar mal einen Plan, welcher Baum auf dem Gelände wohin soll, aber der wurde beim Anpflanzen nicht ganz eingehalten.

Die Beschilderung lässt sich aber sicher noch vervollständigen.

Ja, das wollen wir auch alle Fälle tun. Jetzt sind die Bäume zum Teil noch sehr jung. Aber wenn sie mal Früchte tragen, hoffe ich, dass sich jemand findet, der die Sorten dann erkennt.

Sind es besondere Obstbaumsorten, die gepflanzt wurden?

Ich gehe davon aus, dass es Sorten sind, die in der Region heimisch sind, mit dem Klima gut zurechtkommen und eine gewisse Resistenz gegen Krankheiten aufweisen. Die Sorten hat Quest (Anm. d. Redaktion: Bauträger des Wohnprojekts) ausgewählt. Sie haben sich dabei von einem Gartenbauer beraten lassen.

Verraten Sie uns ein paar Namen?

Bei den Äpfeln gibt es die Sorten „Jakob Fischer“, „Geflammter Kardinal“ und den „Sternapi“, der hat wirklich sternförmige Äpfel. An Birnen haben wir „Schöneberger“ und „Frühe von Trevoux“. Und dann noch Hauszwetschgen. Das Obst gehört übrigens allen Weyarnern. Wenn es mal so weit ist, darf jeder etwas pflücken.

Sie haben eine Fortbildung zur Streuobstwiesenführerin gemacht.

Das ist ein Kurs, den ich an einem Wochenende an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising besucht habe. Ich könnte jetzt Führungen etwa für Schulklassen oder Seniorengruppen anbieten und denen die Vielfalt der Pflanzen, Insekten und anderer Tiere in Streuobstwiesen nahebringen. Bei der Ausbildung war auch Gesundheit ein Thema. Es gibt zum Beispiel Menschen, die die gängigen Apfelsorten aus dem Supermarkt nicht vertragen, aber die alten Sorten ohne Probleme essen können.

Solche Führungen mussten 2020 leider ausfallen.

Ja, das ist sehr schade. Aber sobald es wieder geht, werde ich auf die Schulen zukommen. Das Thema muss nur in den Lehrplan passen. Vielleicht werde ich die Führungen dann aber in einem älteren Obstgarten machen. Die Bäume am Klosteranger sind doch noch sehr klein.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare