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Nigerianer (31) in zweitem Verfahren von Gericht freigesprochen

Spektakuläre Wende in Vergewaltigungsprozess

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Weyarn – Im Mai vorigen Jahres verurteilte das Landgericht München II einen Nigerianer (31) wegen Vergewaltigung zu sieben Jahren Haft. Nun die spektakuläre Wende:

In einem zweiten Verfahren sprach das Gericht den Angeklagten frei. Er wird für die Zeit, die er seit November 2014 in Untersuchungshaft in Stadelheim verbracht hat, entschädigt.

Der Mann hatte am 24. November 2014 in der Miesbacher Bahnhofshalle eine junge Frau, die an Autismus und Epilepsie leidet, angesprochen und anschließend SMS mit ihr ausgetauscht. Am nächsten Tag trafen sie sich wieder und fuhren gemeinsam in seine Unterkunft in Weyarn. Im ersten Verfahren waren die Richter zu dem Ergebnis gekommen, dass er die Frau dort vergewaltigt hatte. Erschwerend bei der Strafhöhe wirkte, dass er sich mit einer Autistin ein für jeden erkennbar leichtes Opfer ausgewählt habe und die Frau nun erheblich traumatisiert sei. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil allerdings auf, da es von einer unzureichenden Beweiswürdigung ausging.

Der Fall musste ein zweites Mal, nun allerdings von einer anderen Kammer, verhandelt werden. Der Staatsanwalt ging in seinem Plädoyer erneut von einer Schuld des Angeklagten aus und forderte fünfeinhalb Jahre Haft. Verteidigerin Birgit Schwerdt aus München allerdings kämpfte für Freispruch. Und hatte Erfolg.

Das Landgericht München II folgte am Ende der Verteidigerin. Es hatten sich nicht genügend Beweise für eine Gewaltanwendung des Nigerianers ergeben. Außerdem hatte sich die junge Frau immer wieder in Widersprüche verstrickt und im Laufe der Zeit mehrmals verschiedene Versionen des Vorfalls geschildert.

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