Spielkreis sucht Raum für Schulkinder
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Für die Hausaufgaben-Betreuung braucht der Spielkreis in Weyarn ab dem neuen Schuljahr dringend neue Räume. Die jetzigen wären dann angesichts der vielen Anmeldungen zu eng.

Hausaufgabenbetreuung 

Spielkreis sucht Raum für Schulkinder

  • Marlene Kadach
    vonMarlene Kadach
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Weyarn - Der Spielkreis braucht mehr Platz für die Betreuung der Schulkinder. Seinen Antrag, dafür das Bürgergewölbe dafür zu nutzen, lehnte der Gemeinderat nun ab. 

Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) findet, dass seine Gemeinde gut aufgestellt ist, was Kinderbetreuung angeht. Insgesamt gebe es 246 Plätze, verteilt auf die drei Einrichtungen Kinderland, Katholischer Kindergarten sowie den Eltern-Kind-Spielkreis. Letztgenannter sei „die kleinste und familiärste“. Von den 142 Grundschülern würden 68 nachmittags betreut – also knapp 50 Prozent. „Das ist eine hohe Quote“, findet Wöhr. Grundsätzlich wachse der Bedarf an Nachmittagsbetreuung am meisten.

Daher hatte der Spielkreis nun auch beantragt, das Bürgergewölbe im Ortskern für die Hausaufgabenbetreuung der Schulkinder zu nutzen. Mit diesem Antrag beschäftigte sich der Gemeinderat jetzt in seiner Sitzung.

Die Gemeinde hatte sich im Vorfeld im Landratsamt erkundigt. Zum einen müsste sich der Spielkreis dafür eine Betriebserlaubnis gemäß dem Bayerischen Kindergartengesetz einholen, berichtete Johann Walser, Geschäftsleiter im Rathaus. Zum anderen wäre eine Nutzungsänderung für das Bürgergewölbe nötig. Momentan sei es nur als Versammlungssaal genehmigt.

Wöhr hielt es „für illusorisch“, letztere durchzuboxen. Eben weil dann die Eigentümergemeinschaft der ehemaligen Klosterbrauerei zustimmen müsste. Neben dem Bürgergewölbe befinden sich dort Eigentumswohnungen. Und wer wolle schon einen Kindergarten bei sich im Haus? Außerdem stünde der Raum dann weniger für andere Veranstaltungen zur Verfügung. „Müsste man auch bauliche Veränderungen machen?“, wollte Betty Mehrer (SPD) wissen. Da sei noch nicht geprüft, erklärte Walser.

Pädagogische Leiterin Marion Osterloher und erste Vorsitzende Alexandra Krysinski vom Spielkreis stellten die Situation kurz dar. Ihre Anfrage beim Deutschen Orden nach einem Raum sei erfolglos verlaufen. Aktuell betreue die Einrichtung acht Kinder nach dem Schulgong. Für das nächste Schuljahr gebe es 17 Anmeldungen. Dann reichen die jetzigen Räume an der Johann-Baptist-Zimmermannstraße nicht mehr aus. Es gibt dort laut Osterloher zwei Gruppenzimmer sowie einen Ess- beziehungsweise Multifunktionsraum, wo die Schulkinder ihre Hausaufgaben erledigen.

Das Konzept des Spielkreises basiere auf altermäßig gemischten Gruppen. Daher sollten die Schulkinder nur ihre Hausaufgaben getrennt von den Kleineren machen, die restliche Zeit aber mit ihnen verbringen. Deshalb missfiel den beiden der Vorschlag von Klaus Pelikan (CSU), der abklopfen wollte, ob in der Schule noch Kapazitäten vorhanden wären. Nach Ansicht von Osterloher müssten Kinder dann gleich ganz in der Schule bleiben.

„Müssen Sie Schulkinder aufnehmen?“, fragte Franz Demmelmeier (SPD). Falls sich kein anderer Raum finde, müsse man einigen Kindern absagen, so Osterloher. Dadurch könnte man Geschwisterkinder verlieren. Osterloher befürchtet 20 Prozent weniger Buchungen, was an den Finanzen des Spielkreises nagen könnte. Andreas Frei (UWG) wandte ein: „Für Schulkinder ist die Gemeinde doch nicht betreuungspflichtig.“ Wöhr entgegnete, dass die Fesseln zwar nicht so eng wie bei Krippenkindern – die einen Rechts-Anspruch haben – seien. Dennoch sei es Aufgabe der Gemeinde. Und Ganztagesklassen hätten in den Ferien zu.

Kornelia Schlickenrieder (WIGW) erkundigte sich danach, wie viel Zeit noch bleibe. „April wäre gut“, meinte Osterloher. Damit sich Eltern darauf einstellen können. 20 Quadratmeter würden reichen. Mehrer hatte die Idee, von Privatleuten Zimmer zu mieten. Demmelmeier schlug vor, dass der Bürgermeister noch mal beim Deutschen Orden nachfrage. Wöhr gefiel der Gedanke, am besten man schaue sich mögliche Räume dann gleich mit dem Landratsamt an. Der Gemeinderat stimmte geschlossen für diese Lösung. Der Antrag für das Bürgergewölbe wurde abgelehnt.

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