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Oben Büros, unten Spielkreis: Kindergarten und Hort ziehen in das Untergeschoss des Gebäudes.

In die Ziegelstraße 

Spielkreis zieht um: Mit gutem Stress ins neue Quartier

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Nach Monaten der Ungewissheit ist der Umzug des Weyarner Eltern-Kind-Spielkreises in trockenen Tüchern. Gemeinde und Eltern sind erleichtert – auch wenn sich der Einzug ins neue Quartier verzögert.

Weyarn – Hinter Patricia Grabmaier liegen Monate des Hoffens und Bangens – und das in doppelter Hinsicht. Sie ist die Zweite Vorsitzende des Trägervereins, der den Eltern-Kind-Spielkreis betreibt. Zwei ihrer drei Kinder besuchen selbst die Weyarner Betreuungseinrichtung. Allerdings war seit Sommer klar, dass die Kita aus dem Haus an der J.-B.-Zimmermann-Straße aus- und irgendwohin umziehen muss. Die Suche nach einem Alternativ-Standort war getrieben vom Zeitdruck. Eine Last, die nun endlich abfällt – von allen Entscheidungsträgern.

Im Gebäude in der Ziegelstraße 1 in Wattersdorf hat der Spielkreis eine neue Heimat gefunden. „Wir Eltern haben immer gehofft, dass es gut ausgeht, und sind natürlich alle erleichtert“, sagt Grabmaier. Auch Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) betont: „Alle Beteiligten sind froh, dass das Projekt endlich auf der sicheren Spur ist. Auch wenn wir sicherlich noch Hausaufgaben zu erledigen haben.“

Monatelang hatten Trägerverein und Gemeinde an der Lösung getüftelt. Hinter verschlossenen Türen wurde beratschlagt und diskutiert. Im Gemeinderat wurde gar einen Sonderausschuss gegründet. Die Anstrengungen hatten Erfolg: Die Planung steht auf festen Beinen. Die Betriebserlaubnis hat das Jugendamt erteilt. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat nun auch dem Bauantrag einstimmig sein Einvernehmen erteilt.

Der vorläufige Entwurf für die neue Kita in Wattersdorf.

Die Räume in Wattersdorf, ehedem genutzt als Büros, müssen nämlich umfangreich umgebaut werden. Die Raumeinteilung wird modifiziert, und beim Brand- und Schallschutz muss nachgebessert werden. „Da haben wir noch ein bisserl was zu tun“, sagt Wöhr. Nach dem Umbau ist für die Kinder auf 300 Quadratmetern genug Platz zum Spielen und Toben, zudem steht ihnen künftig ein großer Garten zur Verfügung. Geplant sind unter anderem zwei große Gruppenräume für je 15 Kinder, ein Schlafraum sowie ein Essensraum, in dem nachmittags der Hort für Grundschüler untergebracht wird. „Die Kinder haben dann einen eigenen Raum, wo sie Hausaufgaben machen können“, sagt Wöhr.

In den Umbau fließen gut 300 000 Euro vom Gemeindekonto. „Eine grobe Prognose“, räumt Wöhr ein. Nicht enthalten sind darin die Kosten für die Ausstattung des Innen- und Außenbereichs, die aktuell ermittelt werden. Ob sich die Gemeinde in das Gebäude eingemietet oder es (teilweise) erworben hat, wollte Wöhr nicht kommentieren. Nur so viel: „Wir haben sichergestellt, dass wir es die nächsten 25 Jahre nutzen können.“

Für den Aus- und Umzug hat der Spielkreis indes mehr Zeit, als bislang angenommen. Der derzeitige Vermieter, der fristgerecht Eigenbedarf angemeldet hatte, habe zugesagt, dass der Betrieb auch nach der Kündigungsfrist aufrecht erhalten werden könne, berichtet Wöhr. Eben solange, bis die neue Einrichtung fertig sei. Das wiederum dauert länger als erhofft. „Die Planer haben uns den Zahn gezogen, dass wir es bis September schaffen“, sagt Wöhr, „das war zu ehrgeizig.“ Anvisiert ist nun ein Termin um Weihnachten.

Damit der Zeitplan auch eingehalten wird, helfen die Eltern bei der Gestaltung der Ausstattung tatkräftig mit. „Wir haben eine Mama, die ist Innenarchitektin und hat viele Ideen“, sagt Grabmaier. Vom neuen Standort ist sie begeistert: „Eine riesige Verbesserung, besonders der Garten.“ Die weitere Planung bereitet ihr kein Kopfzerbrechen mehr. Schön langsam stellt sich Vorfreude ein. „Das“, sagt Grabmaier, „macht jetzt total Spaß und ist ein guter Stress.“

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