Spenglermeister Stefan Lex und Kristina Becker stehen vor dem neuen Dach der St. Dionysius-Kirche in Neukirchen.
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Von Hand graviert ist der Schieferstein, den Kristina Becker aufs Dach der Kirche St. Dionysius nagelte. Fast 19 000 Schieferplatten haben Spenglermeister Stefan Lex und seine Mitarbeiter dort verlegt.

SANIERUNG - St. Dionysius hat ein neues Schieferdach – Putzarbeiten folgen

Der Schlussstein ist gesetzt

Mit dem Einbau der letzten Schieferplatte ist das Dach der Pfarrkirche St. Dionysius in Neukirchen nun fertig. Es ist ein Kunstwerk des Handwerks geworden. Ein Zick-Zack-Muster zieht sich quer über die Dachfläche. Umgesetzt haben es Spenglermeister Stefan Lex und seine Mitarbeiter.

Neukirchen – Kristina Becker vom Staatlichen Bauamt Rosenheim war die Ehre zuteil, den Schlussstein am First an der Nordseite des Kirchendaches festzunageln. Sie ist zuständig für die Sanierung der 1472 erbauten Kirche, die im März begonnen hat (wir berichteten). Den Schlussstein hat Spenglermeister Lex von Hand graviert: „Pfarrkirche St. Dionysius, Außeninstandsetzung, Juli bis November 2020, Staatliches Bauamt Rosenheim“ ist darauf zu lesen.

Die Sanierung des spätgotischen Bauwerks ist aufwendig. Die Dachdeckung sei mit Schadstoffen belastet gewesen, erklärt Becker, und habe komplett abgebrochen und entsorgt werden müssen. „Genau 18 970 Naturschieferplatten wurden auf dem Hauptkirchenschiff, der Apsis und den Anbauten verlegt.“ Anders als am First seinen die Platten des übrigen Daches nicht genagelt, sondern mit Klammern befestigt und übereinander geschoben worden.

Dabei ging die Spenglerei nach einem genauen Verlegeplan vor, erklärt Lex. „Wir haben die Farben der noch bestehenden Ornamentik auf dem Hauptkirchenschiff aufgegriffen und die blauen, roten und grünen Schieferplatten im historischen Muster, über das Dach verlegt.“

Mit der Fertigstellung der Dachdeckung kann nun das Wetterschutzdach rückgebaut werden. Das übrige Arbeitsgerüst bleibt noch stehen. „In einem nächsten Schritt wird der Putz, vor allem an der Westseite der Kirche, großflächig erneuert“, sagt Becker. Die Vorarbeiten haben schon begonnen. Im Frühjahr 2021 werden die abschließenden Putz- und Malerarbeiten ausgeführt.

Der Freistaat Bayern investiert in den Erhalt der Kirche mindestens 700 000 Euro. Da der Freistaat Baulastträger der Kirche St. Dionysius ist, trägt er die überwiegenden Kosten der Außeninstandsetzung. Das Bauamt rechnet damit, dass die Sanierungen im zweiten Quartal 2021 abgeschlossen sind.

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