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Die Frauen der ersten Jahren: Rosmarie Huber (o.), Margot Greis, Claudia Weinzierl, Ursula Rummel (Mitte v.l.) sowie Christl Feicht (u.) in dem Pfahlhaus, das sich der katholische Kindergarten St. Peter und Paul von den Spenden zur Beerdigung von Pfarrer Emmeram Oberberger leisten konnte.

Zum 40-Jährigen Bestehen 

St. Peter und Paul: Ein Kindergarten für die ganze Familie

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Weyarn - Aus dem Pfarrheim in Weyarn ist in den vergangenen Jahren Stück für Stück ein Kindergarten geworden, der Platz für 90 Kinder bietet. Familiär geht es hier zu – im wahrsten Sinne. Nun feiert St. Peter und Paul sein 40-jähriges Bestehen.

„Ich war lästig“, sagt Margot Greis, wenn sie an die Zeit vor 40 Jahren zurückdenkt. Die Mutter eines drei Monate alten Sohnes hatte damals eine Idee, vielleicht sogar eine Vision. In ihrem Heimatort Weyarn gab es weit und breit keinen Kindergarten. Ein Zustand, der sich unbedingt ändern sollte, wie die damals 35-Jährige dachte. Geworden ist aus ihrer Idee der katholische Kindergarten St. Peter und Paul in Weyarn, eine Einrichtung, die an diesem Freitag ihr 40-jähriges Bestehen feiert. 

1973 war es, als Greis ihre Stelle beim Landratsamt kündigte, um Zeit für ihr Kind zu haben. „Ich war eine ganz konservative Mama.“ In den Kindergarten wollte sie ihren Sohn ohnehin erst mit fünf Jahren geben – für das Pflichtjahr vor der Schule. „Für meinen Sohn habe ich das nicht gemacht“, sagt die heute 78-Jährige. Und doch stellte sich die Frage, wohin mit dem Kind, wenn es denn alt genug ist. Zwischen Miesbach und Holzkirchen gab es einfach keine Betreuungseinrichtung. 

Als engagiertes Pfarrgemeindemitglied führte der Weg Greis direkt zum Pfarrer. Der hörte sich das Anliegen an. Danach passierte erst einmal nichts. Doch so schnell wollte Greis nicht aufgeben – rief im Ordinariat an und sprach bei der Gemeinde vor. Die war gerade damit beschäftigt, eine Turnhalle zu planen und hatte keinen Sinn für Kinderbetreuung. Und schon gar nicht, ohne vorher den Bedarf zu kennen. „Also bin ich in Weyarn von Haus zu Haus gegangen und habe 40 Unterschriften für den Kindergarten gesammelt.“ Alleine. Eine Einzelkämpferin. 

Und nicht nur das: Greis erkundigte sich, wie die Gemeinde, staatlich und kirchlich, günstig an Spielsachen kommen könnte. „Damals gab es noch Busse mit Spielgeräten, die die Kindergärten regelmäßig angefahren haben.“ Sie sammelte Prospekte über andere Einrichtungen, um zu zeigen, wie diese eingerichtet sind. „Ich habe nichts anbrennen lassen.“ 

Nur drei Jahre später – „ich hab’s als lang empfunden“, sagt Greis – zog in den Saal des Pfarrheims tatsächlich die erste Kindergartengruppe ein. Eine sogenannte Wechselgruppe: 25 Kinder am Vormittag, nochmal so viele am Nachmittag. „Eigentlich war der Kindergarten bei der Eröffnung schon zu klein“, erinnert sich Ursula Rummel. Das habe sie schon bei der Anmeldung im Alten Wirt gemerkt. „Die Darchinger und Valleyer wollten ihre Kinder auch hier unterbringen“, sagt die erste Leiterin des Kindergartens. Die heute 62-Jährige war damals allein mit einer Kinderpflegerin. Fünf Jahre lang, dann hat sie die Einrichtung verlassen, um eigene Kinder zu bekommen. Sechs weitere Frauen sind ihr bislang nachgefolgt. Derzeit leitet Heike Blume den Kindergarten in Weyarn. „Das Besondere ist, dass es hier so familiär ist. Wenn ich mal einen Namen nenne, sagt immer eine: Ach, den kenne ich.“ 

Familiär ist auch das Stichwort für die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen: Christl Feicht und Claudia Weinzierl – beide sind schon seit den 80er-Jahren im Kindergarten tätig – sind Cousinen und Kolleginnen. Tochter Andrea Feicht hat zehn Jahre den Kindergarten und gemeinsam mit ihrer Mutter eine Gruppe geleitet. Sohn Maxi Weinzierl absolviert gerade ein Praktikum als Kinderpfleger bei St. Peter und Paul. Überhaupt hat jede von jeder schon einmal ein Kind betreut. Und das, obwohl der damalige Pfarrer zunächst keine Erzieher aus dem Ort in dem Kindergarten haben wollte. Der Nähe wegen. 

Deswegen ist auch Rosmarie Huber hier. Die 44-Jährige lebt in Warngau und könnte sich nicht vorstellen, dort als Erzieherin zu arbeiten. 1999 ist sie daher an den Ort zurückgekehrt, an dem sie 1978 ihre Kindergartenkarriere begonnen hatte. 

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