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Tempo 30 am Klosterweg in Weyarn?  Der Gemeinderat will erst wissen, ob dort wirklich zu viel zu schnell gefahren wird.

Gemeinderat fasst Grundsatzbeschluss

Tempo 30: Keine Debatten mehr ohne Daten in Weyarn

Tempo 30 in der eigenen Straße – das wünschen sich viele Bürger. Entsprechende Anträge landen oft auf der Tagesordnung der Gemeinderäte. In Weyarn läuft das künftig einen geregelten Weg: Erst holt die Verwaltung wichtige Daten ein und erarbeitet Vorschläge, dann berät das Gremium.

Weyarn – Gemeinderäte beraten oftmals in ihren Sitzungen über Anträge von Bürgern, die sich auf der Straße vor der eigenen Haustüre Tempo 30 wünschen. So auch am Donnerstagabend in Weyarn. Geschwindigkeitsbegrenzungen im Klosterweg in Weyarn und in der Seestraße in Großseeham standen zur Debatte. Erstere wird noch geprüft, letztere wurde abgelehnt.

Um solche Debatten aber künftig effizienter zu gestalten, fasste das Gremium einen Grundsatzbeschluss: Bevor Anträge auf eine Temporeduzierung beraten werden, ermittelt die Verwaltung die für eine Entscheidung relevanten Daten. Sprich: Wie viele Autos fahren auf der betreffenden Straße? Wann sind sie unterwegs, und wie schnell fahren sie wirklich?

Vorausgegangen war der Entscheidung zunächst ein Antrag der WiGW-Fraktion auf Verbesserung der Verkehrsregelung im Klosterweg. Nach der abgeschlossenen Sanierung, während der die Straße teilweise gesperrt war, häuften sich nun Beschwerden, dass das Verkehrsaufkommen gestiegen sei und die Autos oft zu schnell fahren würden, berichtete Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU). Ein Fall, wie er immer wieder auftaucht - etwa in Wattersdorf, wo Bürger vor einigen Jahren auf Gefahren hinwiesen, die Behörden aber keinen Handlungsbedarf erkannten.

WiGW-Sprecher Sebastian Mayer, der sich bei Anwohnern umgehört hatte, erklärte: „Im Klosterweg wohnen jetzt viele Familien, Kinder spielen auf der Straße, und die Fahrer sind teilweise sehr schnell unterwegs.“ Wie Betty Mehrer (SPD) berichtete, habe sich bereits der Arbeitskreis (AK) Ortsgestaltung und Verkehr mit dem Thema beschäftigt und den Verkehrsreferenten Horst Hablowetz zurate gezogen. Der Sprecher des Arbeitskreises, Uli Mehrer, bestätigte dies. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der AK bald sinnvolle Vorschläge machen könne. Um die Diskussion abzukürzen, schlug Wöhr vor, die Gemeindeverwaltung Daten zum Verkehrsaufkommen und zu möglichen Maßnahmen ermitteln zu lassen. Das Gremium stimmte zu.

Tempo 30: Anwohner blitzen mit Antrag im Gemeinderat ab

Denselben Vorschlag unterbreite der Bürgermeister zum nächsten Tagesordnungspunkt. Bernhard Fuidl hatte sich eine Tempo-30-Zone für die Seestraße in Großseeham gewünscht. Wöhr hatte sich für diesen Antrag extra als Filmemacher betätigt und aus dem fahrenden Auto heraus einen kurzen Streifen gedreht – vom Beifahrersitz aus natürlich, wie er betonte, und bei 20 km/h. 

Der Film veranschaulichte, dass man in der schmalen, einspurigen Straße ohnehin kaum schneller als 30 km/h fahren kann; das eigentliche Problem liegt in den hohen, dichten und teilweise in die Straße ragenden Hecken, die die Straße für die Anlieger uneinsehbar machen, wenn sie ihre Grundstücke verlassen. Ein hausgemachtes Problem also. Wöhr bot dennoch an, einen Geschwindigkeitsmesser aufzustellen. Die Gemeinderatsmitglieder sahen das nicht als notwendig an und lehnten den Antrag einstimmig ab.

Lesen Sie auch: Tempo-30-Testlauf auf der Holzkirchner Ortsdurchfahrt - Jetzt wird geblitzt

Nach den beiden Diskussionen unterbreitete Albert Zinsbacher (CSU) den Vorschlag, derlei Anträge nur mehr zu beraten, wenn bereits relevante Daten vorliegen. Beim Bürgermeister stieß das auf offene Ohren. „Wenn wir dazu einen Grundsatzbeschluss fassen“, sagte Wöhr. Das einstimmige Votum des Gremiums folgte.

Alle Sperren und Baustellen auf den Straßen, Wegen und Schienen im Landkreis Miesbach finden Sie laufend aktuell im News-Ticker.

Christine Merk

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