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Einen Lärmschutz (hier Wöllkam Gemeinde Irschenberg) soll es auch in Weyarn und Großseeham geben. Doch auch weitere Anwohner hoffen auf ein Bollwerk 

Bürgermeister zufrieden mit Schreiben aus Ministerium

Türe für weiteren Lärmschutz an der A8 bleibt offen

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Weyarn - Lärmschutz an der A8: Bürgermeister Leonhard Wöhr ist zufrieden mit einem Schreiben aus Verkehrsministerium. Demnach seien Maßnahmen später baulich anpassbar. 

Heuer im September beschloss der Gemeinderat Weyarn, in seiner Stellungnahme zum Lärmaktionsplan zu fordern, dass auch nicht berücksichtigte Anwesen in der Gemeinde einen Lärmschutz bekommen sollen (wir berichteten). Auf Bitte von Bürgermeister Leonhard Wöhr hatte sich Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan in Sachen Lärmschutz an der A 8 an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt gewandt. Radwan griff die Forderung auf und bat um Prüfung, ob eine Ausdehnung des Lärmschutzes möglich ist, heißt es jetzt in einer Pressemitteilung der Gemeinde. „Man muss einen langen Atem haben“, ergänzt Wöhr.

Mittlerweile liege eine Antwort der Staatssekretärin Dorothee Bär vor. Dort steht zunächst Bekanntes: Demnach soll der Lärmschutz im Rahmen der nachträglichen Lärmvorsorge gemäß der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes von 2007 verbessert werden. Das Konzept der Straßenbauverwaltung sieht Wälle, Wände und Wall-Wand-Kombinationen auf Höhe des Hauptortes Weyarn und im Bereich des Ortsteils Großseeham südlich der A 8 sowie den Einbau eines lärmmindernden Fahrbahnbelags vor. „Von den 76 anspruchsberechtigten Anwesen können so insgesamt 51 geschützt werden“, heißt es. Und: „Die übrigen 25 anspruchsberechtigten Anwesen werden nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums aus Gründen der Wirtschaftlichkeit mittels passiver Maßnahmen vor Lärm geschützt.“ Die Beantragung des Planfeststellungsverfahrens erfolgt Anfang 2017. Im Rahmen des Planfeststellungverfahrens können alle Betroffenen ihre Bedenken einbringen.

Zudem erinnert das Ministerium in seinem Schreiben daran, dass mit dem geplanten achtspurigen Ausbau der A 8 zwischen dem Autobahnkreuz München-Süd und dem Autobahndreieck Inntal die Lärmsituation erneut überprüft wird. „Grundsätzlich kann an Gebäuden ein neuer Anspruch auf Lärmvorsorge entstehen“, so das Ministerium. „Der Personenkreis könnte sich also erweitern“, meint Wöhr. Der Autobahnausbau steht im vordringlichen Bedarf des neuen Bundesverkehrswegeplans, den das Bundeskabinett im August beschloss (wir berichteten). Sofern der Bundestag die Einstufung des Projekts bestätigt, bestehe ein Planungsauftrag, so das Ministerium. Die derzeit geplanten Anlagen seien so konzipiert, dass sie, falls erforderlich, später an die neuen Gegebenheiten angepasst werden könnten. Für die Bundesregierung ist laut Staatssekretärin der Schutz der Anwohner vor Straßenverkehrslärm „ein wichtiges Anliegen“.

Auch wenn keine Festlegung für eine Ausweitung aktiver Maßnahmen für alle Anwesen seitens des Ministeriums zu erhalten war, so beinhalte die Antwort doch erfreuliche Aussagen, findet Bürgermeister Wöhr. Positiv bewertet er, dass in „naher Zukunft“ eine Verbesserung erfolgen soll. Das interpretiert er „als rasche Umsetzungsankündigung bei erfolgreicher Planfeststellung“. Erfreulich ist aus seiner Sicht außerdem, dass laut Ministerium die Maßnahmen baulich später flexibel um- und ausgebaut werden können. Damit bleibe „die Türe für die von Gemeinde und Bürgern erwünschte Weiterführung aktiver Maßnahmen in zusätzlichen Ausbauschritten weiterhin offen“. Auch der lärmarme Fahrbahnbelag sei eine wünschenswerte Verbesserung. Den Termin mit der Autobahndirektion Südbayern zur öffentlichen Vorstellung der Maßnahmen in der Gemeinde gebe man rechtzeitig bekannt.

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