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Brotbacken in der Pfanne: Bei Anschi Hacklinger ist es schöne weihnachtliche Tradition, dass die Freunde beim „Kochen“ mithelfen, ehe miteinander gegessen wird.

„Was Besseres als frisches Brot gibt es nicht“

Unser Advents-Rezept des Tages: Brot mal anders - Dampfende Kringel aus der Pfanne

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Brot wird im Ofen gebacken – normalerweise. Dass es auch anders gehen kann, zeigt Anschi Hacklinger. Wie es zu einem adventlichen Ritual rund um Pfannenbrot kam, lesen Sie hier.

Weyarn Staade Zeit? Von wegen. Am Zweiten Weihnachtsfeiertag, drei Jahre ist es her, hatte Anschi Hacklinger Freunde zu sich nach Weyarn eingeladen. Das Menü stand; unter anderem stand Pfannenbrot drauf. „Das Rezept hatte ich aus einem arabischen Kochbuch“, erzählt Hacklinger. Als es 30 Minuten, bevor die Gäste kamen, an der Tür klingelte und eine Bekannte davor stand, „da war ich dann richtig im Stress“, sagt Hacklinger.

Nun muss man wissen, dass Hacklinger Musikerin von Beruf ist – und als solche Improvisieren gewohnt ist. Und so machte sie aus der Not eine Tugend. Der Teig für das arabische Brot – eine Mischung aus Dinkelmehl, Hefe, Wasser und Salz – war schon aufgegangen und wartete in einer Schüssel. „Dann habe ich meine Freundin einfach eingespannt.“ Und als die Gäste eintrudelten, arbeiteten auch die mit. Jeder knetete sein eigenes Brot. Seither hat das gemeinsame Brotbacken am Zweiten Weihnachtsfeiertag Tradition.

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Wobei das arabische Pfannenbrot, wie der Name sagt, gar nicht gebacken, sondern in einer Pfanne gebraten wird. Zuvor muss der fertig angerührte Teig aber noch ziehen, Hacklinger schätzt eine halbe Stunde.

Deutlich unkomplizierter ist das Rausbraten. Ist der Teig aufgegangen, wird das Brot zunächst in Form gebracht – in welche, das ist jedem selbst überlassen. Kringel, Sterne, Noten oder die klassische Fladenbrot-Variante, egal. Nur nicht allzu dick sollte es sein: „Damit es beim Braten innen durch wird“, erklärt Hacklinger. Das geschieht dann in Rekordzeit. Gerade einmal drei Minuten müssen die Teiglinge in der mit Olivenöl benetzten Pfanne schwitzen, bis sie goldbraun angebraten sind.

„Was Besseres als frisches Brot gibt es nicht“, schwärmt Hacklinger und schneidet einen der knusprigen Kringel auf. Das Brot dampft noch, als es die Weyarnerin mit dem knallpinken Aufstrich bestreicht. Auch hier lautet die Devise: „Der ist einfach zu machen, und die Zutaten sind saisonal.“ Für den Aufstrich hat Hacklinger eine rohe Rübe gewürfelt und in einer Küchenmühle zerrieben, sodass die Masse aussieht wie rotes Sauerkraut. Das vermengt sie mit Topfen und Zitronensaft und schmeckt die Creme mit Salz und Pfeffer ab. Fertig ist der Rote-Beete-Aufstrich, der auf dem fluffigen Pfannenbrot seinen fruchtig-spritzigen Geschmack entfaltet. Alternativ kann man das Brot auch mit Quark oder Marmelade bestreichen oder ganz simpel nur mit Olivenöl beträufeln.

Jahr für Jahr kommt das Pfannenbrot bei Anschi Hacklinger auf den Tisch, wenn an den Feiertagen Freunde zu Besuch kommen. Der große Vorteil des gemeinsamen Backens oder Bratens: „Es muss nicht bierernst zugehen, wenn man Freunde einlädt“, sagt Hacklinger. „Da tut es gut, wenn jeder erst mal einen Brotteig in die Hand gedrückt kriegt.“

fp

Zutaten:

Für zehn Brote nehme man: 

-400 Gramm (g) Dinkelmehl 

-30 g Hefe 

-300 ml lauwarmes Wasser 

-2 Teelöffel Salz

Für den Rote-Beete-Aufstrich nehme man

-eine Rübe 

-125 g Topfen (Rahmstufe) 

-Saft einer halben Zitrone 

-Salz, Pfeffer

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