Nach brutaler Vergewaltigung: Dritter Täter verhaftet

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Schwindelerregender Tunnel: Der Radweg führt auch unter der Autobahnbrücke hindurch, weit darunter liegt das Mangfalltal. Er ist die kürzeste Verbindung vom Weyarner Zentrum zum Darchinger Bahnhof. 

Unterführung zwischen Weyarn und Valley 

Eine Abkürzung mit Potenzial

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In dem Weg unter der Autobahnbrücke für Radler und Fußgänger, der zwischen Weyarn und Valley verläuft, sieht Hartmut Romanski großes Potenzial.

Weyarn/Valley – Dieser Weg löst eine Grenze auf. Er ist 2,4 Kilometer lang und verbindet die beiden Gemeinden Weyarn und Valley. „Die ideale Radverbindung“, findet Hartmut Romanski. Vor allem für Pendler. In zehn Minuten könne man vom Weyarner Kloster zum Darchinger Bahnhof strampeln. Mit dem Auto erreiche man dieses Ziel nicht so schnell. Denn Pkws müssten den Umweg über Mühlthal nehmen, hinzu kommt die Parkplatzsuche.

Romanski ist ein Mann, der sich gern in fuzelige Details reinfuchst, und eigentlich ist er der Radlbeauftragte der Gemeinde Holzkirchen. Als Sprecher der landkreisweiten Steuerungsgruppe und der Zukunftswerkstatt Mobilität schielt er über seine Gemeindegrenzen hinaus. Sein Blick fällt dabei auf den genannten Radweg, der hinter der Weyarner Kletterhalle unter freiem Himmel beginnt, unter der Autobahnbrücke tunnelartig hindurchführt und – auf einer Art Feldweg – zum Darchinger Bahnhof führt. Hier sieht er großes Potenzial.

Die Bedeutung des Wegs nehme zu. In beide Richtungen. Zum einen wegen der Neubaugebiete in Weyarn, durch die rund 400 Leute ins Zentrum ziehen. Einige dieser Neubürger würden bestimmt den Weg zum Bahnhof nutzen, um in die Arbeit zu kommen. Zum anderen locke der Supermarkt, der am Weyarner Kreisverkehr entsteht, viele Valleyer an. Einen eigenen Vollsortimenter haben diese nämlich nicht.

Um das Potenzial auszuschöpfen, müsse der Weg ertüchtigt werden, findet Romanksi. Eine Beleuchtung gebe es – außerhalb des Tunnels – nur auf der Weyarner Seite. „Eine Asphaltierung fehlt.“ Die spiele für Alltagsradler eine Rolle. Regnet es, werde der Fahrer vom Bodendreck angespritzt. „Ein Pendler will nicht versaut in die Arbeit kommen.“ Zudem könne der Winterdienst besser auf Asphalt arbeiten. Und geräumte Wege locken mehr Radler an. Auch die Radabstellanlage am Darchinger Bahnhof gehöre vergrößert, von aktuell 24 auf 100 Plätze, findet er. Im Ausbau der Buslinien – der die Zahl der Autos auf den Straßen ebenfalls reduzieren könnte – sieht er kaum Chancen. „Das ist am Land zu teuer.“ Schon jetzt gebe es viele Leerfahrten. „Das Rad sollte das Mittel der Wahl sein.“

Weyarns Bürgermeister Leonhard Wöhr (CSU) sagt: „Uns ist die Bedeutung der Unterführung bewusst. Das ist eine strategisch wichtige Achse, die stark frequentiert wird.“ Eben weil sie kürzer ist als der Umweg über das Mühlthal, wo Radler sich an Bergen abstrampeln müssen. Weyarn habe den Bereich auf seiner Seite für 15 000 Euro ertüchtigt. Man brachte eine Beleuchtung an, ließ Schlaglöcher ausbügeln und Mineralbeton anbringen. Alles andere wäre eine Kostenfrage. Außerdem sei Asphalt umweltpolitisch umstritten. Um Busverbindungen kümmere sich der Landkreis. Einen Ortsbus, mitfinanziert durch die Gemeinde, könne man sich nicht leisten. Allerdings denke Weyarn über andere Modelle nach, etwa eine Pendlermitfahrbank.

Auch Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannecker (FW) glaubt, dass viele Valleyer zum Weyarner Supermarkt radeln werden. Seine Gemeinde wartet trotzdem mit der Beleuchtung und Ertüchtigung des Wegs auf ihrer Seite, bis das Verfahren für die Lärmschutzmaßnahmen an der Autobahn abgeschlossen ist. Denn wegen des geplanten achtspurigen Ausbaus der A 8 müsse das Bollwerk entgegen der alten Pläne verlegt werden – und damit auch der Weg auf Valleyer Seite. Das Planfeststellungsverfahren für den Lärmschutz – das vergleichbar ist mit einem Baugenehmigungsverfahren – laufe. „Auf alle Fälle wollen wir den Weg ertüchtigen.“ Man stehe mit Grundstückseigentümern in Kontakt. Auch unter der Brücke, wo es bereits eine Beleuchtung und Befestigung gibt, gehöre einiges gemacht. „Das ist aber Sache des Bunds.“

Romanski will für den Radweg über das Tal die Werbetrommel rühren. Viele Neubürger wüssten gar nichts von ihm und würden sich daher zu sehr auf die Nähe zur Autobahn konzentrieren. „Ich als Zuagroaster habe ja auch erst später davon erfahren“, gesteht der Mann aus Nordrhein-Westfalen. „Wir wollen das Thema auf jeden Fall nochmal aufgreifen.“ Romanski nennt es sogar ein „Leuchtturmprojekt im Landkreis“.

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